Lernen heißt Machen

So das Kredo vom allseits bekannten Konstruktionismus des Seymour Papert. Wissen konstruieren durch Konstruktion eines Dingens, eines „object-to-think-with“. Die pädagogisch vorgebildeten Leserinnen und Leser mögen jetzt gelangweilt gähnen, anderen Lesestoff aus den, auch im jungen 2015 immer noch nicht sortierten, Lesezeichen hervorkramen. Neue Aktualität bekommt die Lerntheorie im Zusammenhang mit der fortschreitenden Verbreitung von FabLabs, Maker Spaces, Hackerspaces und wie die Hightech-Werkstätten noch genannt werden. In diesen Werkstätten steht das Machen im Vordergrund, das Machen von Dingens. Dingens sind praktisch, hübsch oder intelligent – oder alles zusammen. Vor allem sind sie einzigartig, meistens zumindest. Ihre Schöpfer, die Nutzerinnen und Nutzer von FabLabs, nennen sich Maker.

Das Prinzip ist einfach. Ohne aktives Handeln – die Basis konstruktionistischen Lernens – kein eigenes Dingens. Maker machen sich dafür Technologien wie 3D-Druck, Laser Cutting, 3D-Scannen, Physical Computing (Verwendung und Programmierung von Mikrocontrollern, Sensoren, Aktoren und Konduktoren) u.a. zu eigen. Der iterative Konstruktionsprozess der Dingens machen sie zu „objects-to-think-with“. Potential und Grenzen digitaler Fertigungsverfahren werden erfahrbar, Arbeits- und Aneignungstechniken explorierbar, Kompetenzen mit und über digitale Medien können erworben werden.

Viele FabLabs in Deutschland arbeiten mit Schulen zusammen, punktuell projektbasiert oder regelmäßig (z.B. die FabLabs NürnbergBremenMünchen und Bayreuth), die meisten bieten Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche an. Neben Bibliotheken, Science Centern und dergleichen etabliert sich hier eine weitere Art der Bildungsstätte – derzeit primär außerschulisch. Das FabLab@School-Projekt der Stanford University unterstützt international den Aufbau von FabLabs direkt an Schulen, vertreten sind derzeit u.a. die USA, Thailand, Mexiko, Russland und Dänemark ist im Aufbau.

Gerade weil die schuleigene Medienkonzeption und noch mehr die schulübergreifende Medienentwicklungsplanung samt der Ausstattungsplanung und curricularer Einbindung mittel- und langfristig angesetzt ist, lohnt sich ein zweiter Blick in Richtung Schul-FabLab-Kooperationen.

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