Digitale Medien und Schulen: die einen hüh, die anderen hott

Nachdem gestern die SZ Online über die Pläne der Bundesregierung zur Stärkung der „digitalen Kompetenz“ berichtet hat, bei denen es um einen Staatsvertrag zwischen Bund und Ländern gehen könnte (siehe unser Blog-Eintrag), gab es in der gleichen Ausgabe ein Interview mit dem Titel: „Raus mit den Computern„. Gefragt wurde Gerald Lembke, seines Zeichens Studiengangsleiter für Digitale Medien an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und zugleich Präsident des Bundesverbandes für Medien und Marketing. Er hält es für erwiesen, dass Kinder erst ab 12 Jahren in der Schule mit digitalen Medien arbeiten und lernen sollten. Woher diese Erkenntnis stammt, verrät er nicht. Und warum jetzt ausgerechnet die Grenze bei 12 Jahren und nicht bei 11 oder 13 Jahren liegen soll, wird im Interview auch nicht deutlich. Das erinnert an die Aussagen u.a. vom ehemaligen Leiter des KFN, Pfeiffer, der immer davon sprach, dass Computer ab Klasse 5 erst Sinn machen könnten – auch so eine künstliche Grenze.

Wenn wir das jetzt zusammenbringen, fällt auf, dass wir in Deutschland nach wie vor eine erhebliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit haben und immer wieder die grundsätzliche Frage aufgeworfen wird. Beiden Gruppen wäre es anzuraten, in eine Schule zu gehen und die Möglichkeiten, Chancen und Risiken sich vor Ort anzuschauen. Das gilt für die Top-down Initiative des Bundes ebenso wie für die Annahmen von Herrn Lembcke.

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