Milliarden für die digitale Bildung vom Bund?

 

Mehrere Medien, wie z.B. die Tagesschau und heise online berichteten am Wochenende, dass die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka diese Woche ein Projekt für digitales Lernen und Arbeiten vorstellen wird, mit dem der Bund in den kommenden fünf Jahren fünf Milliarden Euro investieren will, um die Ausstattung der Schulen in Deutschland mit Computern und freiem Internet zu verbessern.

Dazu muss sie noch die Bundesländer mit ins Boot holen, denn Bildung ist in Deutschland Ländersache. Diese sollen sich im Gegenzug verpflichten, Konzepte für den Unterricht entwickeln, die Lehrer dafür auszubilden, sich auf gemeinsame technische Standards zu verständigen und sich um Wartung und Betrieb der digitalen Infrastruktur zu kümmern. Letzteres ist im von Konnexität geprägten deutschen Schulsystem eigentlich die Aufgabe der Kommunen. Inwieweit diese über ihre Spitzenverbände in die Überlegungen einbezogen sind bleibt unklar und damit auch, was dieses Förderprojekt letztendlich für die deutschen Schulträger als Sachaufwandsträger bedeuten wird.

Auf der einen Seite lassen sich mit den Fördermitteln sicher viele dringend notwendige Investitionen in moderne WLAN basierte Schulnetze und mobile Endgeräte für alle Schülerinnen und Schüler realisieren. Andererseits bleibt die Frage der Nachhaltigkeit. In unserem Gutachten zu lernförderlichen IT-Infrastrukturen für die Bertelsmann Stiftung haben wir prognostiziert, dass sich die Kosten, die dem deutschen Schulsystem für eine 1:1-Ausstattung allein der Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen entstehen, auf 2,62 Milliarden Euro belaufen – nicht einmalig, sondern pro Jahr!

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