Autor: Björn Eric Stolpmann

Baustelle Schul-IT?

Die Computerzeitschrift c’t – magazin für computer technik hat in der aktuellen Ausgabe 14/2014 einen Schwerpunkt mit vier Artikeln unter dem Titel Baustelle Schul-IT veröffentlicht. Auch in diesen Beiträgen wir der klassische Computerraum als Auslaufmodell gesehen. Die Zukunft läge in mobilen Lernarrangements, bevorzugter Weise als 1:1 Ausstattung in der alle Schülerinnen und Schüler über eigene mobile Endgeräte verfügen. Notwendige Infrastrukturelle Voraussetzungen seien dann allerdings ein funktionierendes Schulnetz und ausreichend Bandbreite. Um diese digitalen Medien dann auch adäquat nutzen zu können bedarf es neuer Konzepte für den Unterricht und eine bessere Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte. Vor diesem Hintergrund wird auch die Frage nach der Einführung eines Pflichtfachs Informatik bis hin zum Programmieren in der Grundschule diskutiert, wobei die Befürworter in diesen Beiträgen deutlich mehr Raum bekommen. Bezüglich der Finanzierung dieser Infrastrukturen, kommt auch dieser Beitrag zu dem Schluss, dass eine Vollausstattung aller Schülerinnen und Schülern von den Kommunen kaum zu leisten ist. Auch hier wird (wie in vielen anderen Beiträgen vorher schon) als Lösungsansatz BYOD (Bring Your Own Device) und damit der Einstieg in die Elternfinanzierung …

Potenziale von Cloud-Lösungen für die Schul-IT

Die Ergebnisse unseres Projektes zu Potenzialen von Cloud-Lösungen für die Schul-IT mit hessischen Schulträgern im Rahmen der Landesinitiative Schule@Zukunft liegen jetzt als Broschüre zum Download vor. Im Rahmen der Untersuchung wurde ausgehend von den pädagogischen Anforderungen der Lehrkräfte betrachtet, in welchen Bereichen es künftig sinnvoll sein kann, die lokale Datenhaltung und Bereitstellung von Applikationen und Diensten zugunsten zentral betriebener, web- bzw. cloudbasierter Lösungen zu ersetzen. Die Ergebnisse und Ideen wurden auf einem Expertenworkshop mit Herstellern und Betreibern verschiedener Systemlösungen für den Bildungsbereich diskutiert. Auf dieser Basis wurden unterschiedliche Szenarien und Strategien aufgezeigt, um solche Cloudlösungen in die schulische IT-Infrastruktur zu integrieren.

Digitale Agenda: Mobile Endgeräte für alle Schülerinnen und Schüler?

In dem Zwischenbericht Medienkompetenz der Internet-Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags hatte es sich bereits angedeutet: Alle Schülerinnen und Schüler sollen künftig über ein eigenes Endgerät verfügen. Auch in vielen Kultusministerien und bei den ersten kommunalen Schulträgern wird das Thema 1:1-Ausstattung aktuell intensiv diskutiert. Meist vor dem Hintergrund der Einbeziehung privater Endgeräte i.S.v. Bring Your Own Device (BYOD). Die Welt und der Focus berichten jetzt, dass SPD und CDU in den Gesprächen zur Bildung ihrer Großen Koalition im Rahmen der „Digitalen Agenda“ allen Schülerinnen und Schülern ein mobiles Endgerät (Tablet oder Smartphone) zur Verfügung stellen wollen. Natürlich unter dem Vorbehalt der Finanzierung. Geplant seien demnach Ausgaben von einer halben Milliarde Euro pro Jahr, insgesamt also zwei Milliarden Euro in der Legislaturperiode. Schnell nachgerechnet: Bei rund 11,2 Millionen Schülerinnen und Schülern, die das Statistische Bundesamt für Deutschland ausweist, komme ich auf einen Betrag von knapp 178 Euro pro Endgerät. In großen Losen ausgeschrieben, bekommt man für diesen Preis wahrscheinlich sogar ein Gerät der unteren Mittelklasse. Allerdings ohne, dass damit der Aufbau und Betrieb der notwendigen Infrastruktur in den Schulen mitfinanziert wäre: Es …

Schulen warten auf Microsoft Tablets

In einem früheren Beitrag in unserem ifib-Blog hatte ich auf eine Aktion von Microsoft hingewiesen, über die Schulen und Bildungseinrichtungen Microsofts Surface Tablet zum Sonderpreis bekommen können. Damals hatte ich schon gemutmaßt, dass viele Schulen auch ohne ihre Schulträger auf diesen Zug aufspringen werden. Offensichtlich ist Microsoft jedoch von dem Ansturm der Schulen überrascht worden, wie der Schulspiegel aktuell berichtet.  Aus Deutschland seien mehr Bestellungen gekommen, als aus allen anderen europäischen Ländern zusammen und Microsoft hat auch Monate nach Abschluss der Aktion einen Großteil der Bestellungen noch nicht abgearbeitet. Die ersten Schulen, die mühsam Gelder für die Beschaffung aufgetrieben hatten, stornieren ihre Bestellungen inzwischen wieder. Wir haben unser Surface übrigens am 30. Juli 2013 bestellt. Mal schauen, wann es geliefert wird …

Was tun mit den Medienkonzepten der Schulen?

Viele Schulträger fordern ihre Schulen dazu auf, Medienkonzepte zu entwickeln und auch in den meisten Landesprogrammen zur Medienbildung wird auf die Bedeutung schulischer Medienkonzepte hingewiesen. Auf der anderen Seite tun sich die Schulträger dann oft schwer, die vorliegenden Medienkonzepte der Schulen auszuwerten und die Ergebnisse in die eigene Medienentwicklungsplanung zu integrieren. Im Rahmen der Erstellung von Medienentwicklungsplänen und IT-Strategien für Schulträger haben wir uns daher auch damit befasst, wie sich die Schwerpunktsetzungen der Schulen in die Planungen der Schulträger integrieren lassen. Dazu haben wir bei zwei Schulträgern die Medienkonzepte ihrer Schulen mit qualitativen und quantitativen Analyseverfahren ausgewertet. Wie wir dabei vorgegangen sind, habe ich in einem Beitrag in unserem ifib-Blog ausgeführt.

Microsoft bezieht Stellung zum Ende von Windows XP

Vor kurzem hatte ich in einem Beitrag in unserem ifib-Blog auf das drohende Sicherheitsproblem mit Windows XP Problem für viele Schulen hingewiesen. Nun hat sich Tim Rains (Microsofts Director of Trustworthy Computing) in seinem Blog ebenfalls recht deutlich zu dem Thema geäußert. Angreifer würden durch Reverse Engineering Sicherheitsupdates zu aktuell unterstützen Betriebssystemen untersuchen und die zugrunde liegenden Sicherheitslücken auch auf Windows XP abtesten. Zu den bekannten Sicherheitslücken von XP kommen also gegebenenfalls neue von aktuellen Betriebssystem übertragene hinzu, für die es dann keine Sicherheitsupdates für Windows XP mehr gibt. Viele der Sicherheitsvorkehrungen in Windows XP seien zudem heute nicht mehr zeitgemäß, so dass die Infektionsrate bei Windows XP bereits jetzt bei einem vielfachem seiner Nachfolger liegt.

Lehrkräfte in L.A. probieren iPads aus

In einem früheren Beitrag haben wir darüber geschrieben, dass die Stadt Los Angeles plant, bis Ende 2014 alle Schülerinnen und Schüler mit iPads auszustatten. Wie die Los Angeles Times aktuell berichtet, wird es für die Lehrkräfte der ersten sechs Schulen in L.A. nun ernst: Anfang der Woche haben sie das erste Training an ihren iPads erhalten. Insgesamt ein sehr ehrgeiziges Projekt, das wir weiterhin beobachten werden.

Das Windows XP Problem in Schulen

Viele Schulträger stehen vor dem Problem, dass im April 2014 der erweiterte Support von Microsoft für das Betriebssystem Windows XP ausläuft und ab diesem Datum auch keine Sicherheitsupdates des Herstellers mehr bereitgestellt werden. Konsequenter Weise müssten daher ab diesem Datum alle Windows XP Rechner in den Schulen vom Netz genommen werden. In Last-Minute-Migrationsprojekten versuchen viele Schulträger jetzt ein Upgrade auf neuere Betriebssystemversionen, scheitern dabei aber häufig an der überalterten Computerraum-Hardware in den Schulen, die in vielen Fällen nicht mehr migrationsfähig ist. Neben den Kosten für die Neulizenzierung der Betriebssysteme kommen daher jetzt auch Kosten für Ersatzbeschaffungen auf die leeren Kassen der Kommunen zu. Ich habe dies zum Anlass für einen Kommentar in unserem ifib-Blog genommen – verbunden mit der Frage, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, die alte Ausstattung zu migrieren und nicht ein Neustart mit Tablets, Bildungsapps und webbasierter Software der zukunftsfähigere Weg wäre?