Autor: Martin Wind

Überflüssige Facebook-Grabenkämpfe

An Facebook scheiden sich die Geister. In der vergangenen Woche sorgte eine „Handreichung“ des Kultusministeriums Baden-Württemberg zum Einsatz von sozialen Netzwerken an Schulen für Aufregung. Darin heißt es: „Aufgrund datenschutzrechtlicher Bestimmungen ist die Verwendung von Sozialen Netzwerken für die dienstliche Verarbeitung personenbezogener Daten generell verboten.“ Die Behandlung von sozialen Netzwerken im Unterricht bleibt hingegen ausdrücklich gestattet. Ich habe die Baden-Württemberger Handreichung zum Anlass für einen Kommentar in unserem ifib-Blog genommen. Eigentlich, so sehe ich es, sind diese ganzen Grabenkämpfe überflüssig, wenn sich alle klar darüber wären, was auf Facebook & Co. gehört – und was nicht.

Schulpraxis heute: High-Tech und Medien bleiben draußen

In einem Beitrag für das Blog des Projekts netzofant berichtet die 16jährige Christina, was sie unter Medienkompetenz versteht und wie sie demgegenüber ihre Schule sieht: als „Einrichtung, in der es zu Recht scheint, sie wäre von gestern, fast komplett isoliert von High-Tech und Medien“. Auch der gelegentliche Gang in den Computerraum kann daran nichts ändern – eher im Gegenteil: „Falls es in der Schule dann in den Computerraum geht, könnte man meinen, die Freude ist groß. Aber nein, im Gegenteil, sie schwindet meist mit dem Hochfahren der langsamen, veralteten Computer. Breitbandinternet? Funktioniert nur, wenn am Lehrerpult der Schalter umgelegt wird … aber auch dann bleibt die Verbindung sehr langsam. Mit meinem Smartphone, was ich aber eigentlich während der Unterrichtszeit nicht nutzen darf, könnte ich die Seiten wesentlich schneller aufrufen. Und in der Tat: Meistens endet der »Besuch« im Computerraum damit, dass alle genau dies tun, also heimlich mit ihren Handys im Internet etwas zur Aufgabe – oder auch nicht – recherchieren.“   Ein lesenswerter Bericht von einer jungen Autorin, die weiß, wovon sie schreibt.

Los Angeles stattet Schulen mit iPads aus

Wie der amerikanische Informationsdienst The Verge berichtet, plant das Los Angeles School Board of Education, alle Schulkinder mit iPads auszustatten. In der ersten Phase sollen demnach noch in diesem Jahr 31.000 iPads verteilt werden, wofür 30 Mio. Dollar zur Verfügung stünden. Nach vorliegenden Informationen wird Apple die iPads u.a. mit den Programmpaketen iWork (Pages, Keynote, and Numbers) und iLife (iMovie, iPhoto, and Garageband) ausstatten. Die Verteilung der insgesamt 640.000 iPads soll bis Ende 2014 abgeschlossen sein. Die Finanzierung scheint allerdings noch nicht abschließend geklärt zu sein.

Tablets mit Tücken

Bis zum 31. August 2013 bietet Microsoft im Rahmen einer befristeten Aktion interessierten Bildungseinrichtungen sein Surface RT Tablet in der Basisversion für unter 200 Euro an. Was sich erst einmal gut anhört, hat seine Tücken, wie mein Kollege Björn Stolpmann in seinem Beitrag im ifib Weblog angemerkt hat.