Alle Artikel in: Hardware

Tablets für alle – bald auch in Köln?

Letzte Woche meldete der Kölner Stadtanzeiger, dass in einigen Jahren alle Schülerinnen und Schüler in der Stadt Köln einen Tablet-PC als mobiles Endgerät nutzen können sollen. Um die erforderlichen Erfahrungen zu sammeln, wie man ein solches Vorhaben konzeptioniert und letztlich erfolgreich umsetzt, haben zum einen bereits an acht Schulen Pilotprojekte begonnen. Das Schuldezernat habe zum anderen in zusammen mit dem städtischen Amt für Informationsverarbeitung und der Universität Köln ein Konzept für die Schaffung einer ganzheitlichen technischen Schul-IT vorgelegt. Laut dem Artikel sieht André Bresges, der geschäftsführende Direktor des Instituts für Physik und ihrer Didaktik der Uni Köln mit der die Stadt eine „Forschungs- und Entwicklungskooperation“ betreibt u. a. folgende Vorteile des Einsatzes mobiler Endgeräte im Kontext des schulischen Lernens: „Schüler könnten mit passgenauen Aufgaben und Lernkontrollen individuell gefördert werden. Das iPad ersetze das statische Schulbuch. Die Technik helfe bei der Inklusion. Jeder könne in Teamarbeit seine Stärken einbringen. Der Lehrer werde zum motivierenden Projektmanager, wenn die Schüler Wissen selbst sammelten“ Gemessen am bisherigen Verlauf schulischer Medienintegration liegt die Latte hier sehr hoch und ich habe …

Aus die Maus – iPad Projekt im Los Angeles Unified School District endgültig gescheitert

Das iPad Projekt im Los Angeles Unified School District ist wahrscheinlich das Vorhaben, über das wir in diesem Blog am häufigsten berichtet haben. Jetzt ist das Projekt in seiner ursprünglichen Form endgültig gescheitert, nachdem der Leiter des Unified School Districts, John Deasy zurücktreten musste, nachdem herausgekommen war, dass er, bevor es zur Unterzeichnung der entsprechenden Verträge mit Apple und dem Schulsoftwarehersteller Pearson kam, mit diesen offenbar schon in zu engem Kontakt gestanden hat, wie u. a. die LA Times berichtet. Diese Problematik hat sicherlich nichts mit technisch-organisatorischen Schwierigkeiten zu tun, die auch zum Scheitern des Projektes beitrugen. Sie demonstriert aber eindrücklich, dass es bei der Ausstattung von Schulen mit IT-Technologie auch um handfeste wirtschaftliche Interessen geht und dabei sehr viel Geld zu verdienen ist. Mit entsprechender Vorsicht sind daher gerade die Versprechungen von IT-Unternehmen hinsichtlich des Nutzens ihrer Produkte für die Verbesserung von Lern- und Bildungsprozessen zu bewerten. Umso wichtiger sind – wenn man sich denn für großflächige 1:1-Ausstattungen von Schulen bzw. Schülerinnen und Schülerng entscheidet – geeignete Planungs- und Abstimmungsprozesse im Rahmen einer Medienentwicklungsplanung, …

10 Mio. Dollar für Tablet-Projekt

Sie sprießen wie Pilze aus dem Boden: In den USA ist ein neues großes Tablet-Projekt mit einem Volumen von 10 Mio. US-Dollar gestartet worden – finanziert über Sponsoren und Stiftungen unter der Federführung der Organisation Digital Promise – inklusive wissenschaftlicher Begleitung. Das berichtet die Education Week letzte Woche. Zielgruppe sind Middle Schools in strukturschwachen Bezirken (40% der Schüler/innen erhalten freies Mittagessen) mit insgesamt 4.500 Schüler/innen und 350 Lehrkräften. Das Projekt beinhaltet auch Lehrerfortbildungen. Wir dürfen gespannt sein, was die Evaluation bringen wird, nachdem einige Tablet-Projekt eher schwächeln, insbesondere aufgrund der fehlenden Einbettung in die Schulentwicklung und die mangelhafte Berücksichtigung der Folgekosten bei den Schulträgern.

Evaluation des Wiesbadener Tablet Projektes

Vor kurzem erschien der von Stefan Aufenanger und Luise Ludwig erarbeitete Bericht zur Evaluation des „Wiesbadener Tablet Projektes„, an dem vier Gymnasien der Stadt teilnahmen. Während drei Schulen sich für eine 1:1-Lösung entschieden, setzte die 3. Schule auf ein „Klassensatz-Model“. Die beiden Verfasser kommen dabei u. a. zu dem Schluss, „dass Tablets den Unterricht bereichern können und dass die Beteiligten – also die Schulleitung, die Lehrpersonen sowie die Schülerinnen und Schüler – im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit dem Projekt gewesen sind und es als eine Bereicherung ansehen“. Die „Benotung“ des Projektes durch die Heranwachsenden variiert jedoch zwischen den Schulen. Die Verfasser begründen das mit der „unterschiedliche[n] didaktische[n] Verwendung der Tablets durch die einzelnen Lehrperson in dem Projekt […]. Nicht alle Lehrpersonen haben noch nicht die vollen Potenziale der Tablets entdeckt und damit die Erwartungen der Schülerinnen und Schüler erfüllt“. Gleichwohl muss man aber auch davon ausgehen, dass nicht alles Heranwachsenden der umfänglichen Arbeit mit Tablets im Unterricht uneingeschränkt positiv gegenüber stehen und es hier durchaus Unterschiede gibt. Die Verfasser betonen aber auch, dass …

In Los Angeles rückt man von der Ausstattung aller SchülerInnen mit dem gleichen Tablet ab

In diesem Blog haben wir bereits mehrfach über die Pläne des Los Angeles Unified School District berichtet, alle Schülerinnen und Schüler mit einem iPad auszustatten. Von diesem Ziel rückt die Schulverwaltung dort laut einem Beitrag der LA Times Das ändert gleichwohl nichts an dem usprünglichen Vorhaben, alles Schülerinnen und Schüler mit einem persönlichen Endgerät auszustatten. Nunmehr können die Schulen aber z.B. wählen, ob sie lieber mit Laptops als mit Tablets arbeiten wollen. Ein Mitglied des dortigen Schulausschusses äußert sich dazu folgendermaßen: Why would we treat all our students — whether they are a first-grader or a high school freshman — as if they all had the same technology needs? They don’t…. To have a one-device-fits-all approach does not make sense.“ Dabei war es beim Rollout der iPad auch schon zu verschiedensten Problemen gekommen, Ob das u. U. (auch) auf eine mangelhafte Medienentwicklungsplanung zurückzuführen ist, lässt sich an dieser Stelle nicht beurteilen. Offensichtlich scheint man sich mit dem ursprünglichem Vorhaben aber ein wenig übernommen zu haben.

Mobile Internetnutzung weiter zunehmend

Zwischen 2012 und 2013 hat die Anzahl der Menschen, die das Internet mobil nutzen laut einer Untersuchung des Statistischen Bundeamtes um 43 Prozent zugenommen. 51 Prozent aller Internetnutzer/innen ab zehn Jahre in Deutschland haben damit das Internet mobil genutzt. Als mobile Internetnutzer/innen gelten diejenigen, die außerhalb ihres Zuhauses und Arbeitsplatzes mit einem Smartphone/Handy oder einem tragbaren Computer wie Notebook oder Tablet über ein Mobilfunknetz oder ein drahtloses Netzwerk das Internet nutzten. Die Nutzung mobiler digitaler Medien hat damit weiter an Relevanz gewonnen. Auch in den unterschiedlichen Lernkontexten müssen wir uns vor diesem Hintergrund fragen, welche Bedeutung diese Entwicklung für das Lernen mit mobilen Endgeräten hat und welche Herausforderungen sich daraus u.a. für die Bereitstellung geeigneter IT-Infrastrukturen ergeben. Das sind Themen, mit denen wir uns auch am ifib in verschiedenen Projekten wie z. B. Paducation oder der Evaluation der Potenziale und Analyse der Wirtschaftlichkeit zentral betriebener IT-Systeme bei verschiedenen Schulträgern  befassen und weiterhin befassen werden, um solche Entwicklungen sinnvoll mitzugestalten.

Potenziale von Cloud-Lösungen für die Schul-IT

Die Ergebnisse unseres Projektes zu Potenzialen von Cloud-Lösungen für die Schul-IT mit hessischen Schulträgern im Rahmen der Landesinitiative Schule@Zukunft liegen jetzt als Broschüre zum Download vor. Im Rahmen der Untersuchung wurde ausgehend von den pädagogischen Anforderungen der Lehrkräfte betrachtet, in welchen Bereichen es künftig sinnvoll sein kann, die lokale Datenhaltung und Bereitstellung von Applikationen und Diensten zugunsten zentral betriebener, web- bzw. cloudbasierter Lösungen zu ersetzen. Die Ergebnisse und Ideen wurden auf einem Expertenworkshop mit Herstellern und Betreibern verschiedener Systemlösungen für den Bildungsbereich diskutiert. Auf dieser Basis wurden unterschiedliche Szenarien und Strategien aufgezeigt, um solche Cloudlösungen in die schulische IT-Infrastruktur zu integrieren.

Vorhersagen zur Bildungs-IT 2014

Einen zum Jahresende publizierten Blog in der Washington Post von Valerie Strauss nehme ich zum Anlass, ein paar Spekulationen zur Zukunft der Bildungs-IT zu formulieren. Punkt 4 adressiert den abflauenden iPad Hype in den USA nach dem Flop in Los Angeles: „4. Thanks to the continuing iPad fiasco in Los Angeles schools, more and more districts will not only move much more slowly to integrate tablets/laptops into the classroom (no more large-scale roll-outs; instead, very small pilots followed by gradual expansion), but Dell’s and Google’s low-cost Chromebooks will dramatically increase in popularity and begin to overtake iPad use in public schools.“ Das werden wir auch in Deutschland erwarten können, da nach wie vor weder die Unterrichtsintegration zur sinnvollen Nutzung im Kontext kompetenzorientierten Unterrichts klar noch die Folgekosten für das IT-Management geklärt sind. Der nächste Hype wird sich mit dem computerbasierten Testen beschäftigen. Nachdem PISA bereits computerisiert ist (nur nicht in Deutschland), werden weitere Testverfahren umgestellt werden. Auch hier liefert Strauss in Punkt 5 Anschauungsunterricht: „5. Speaking of technical fiascos, pilot projects in the spring in …

Chromebook und Smartwatch für US-Schulen

Während in Deutschland über Notebook-Klassen und die Verwendung von Tablets diskutiert wird, sorgen in den USA Initiativen der Computerindustrie dafür, dass ständig neue Arten von Hardware in den Schulen Einzug halten. So berichtet The Verge, dass Dell ein spezielles Chromebook für Schülerinnen, Schüler und Studierende vorgestellt hat. Von den Funktionalitäten und der Hardware sind Chromebooks den üblichen Notebooks zwar noch vergleichsweise ähnlich – die Verwendung eines weiteren, zudem ausschließlich browserbasierten Betriebssystems dürfte gleichwohl mit vielfältigen neuen Fragen verbunden sein. Als gänzlich neue Kategorie von IT-Geräten macht nun die Smartwatch von sich reden. Nach Berichten von TechCrunch und The Verge plant der Anbieter der Smartwatch Pebble 4.000 Uhren im Wert von 600.000 Dolar an weiterführende, technisch ausgerichtete US-Schulen auszugeben, wo sie vorerst vor allem im Informatikunterricht zum Einsatz kommen sollen. Das geschieht natürlich nicht selbstlos, wie auch TechCrunch anmerkt: Ziel des Pebble Education Projects sei es, die künftigen Entwickler mit Hardware und Entwicklungsumgebung vertraut zu machen, bevor sie überhaupt erstmals mit dem Arbeitsmarkt in Berührung kommen. Von solchen Entwicklungen ist Deutschland Lichtjahre entfernt. Sollte sich die …

Digitale Agenda: Mobile Endgeräte für alle Schülerinnen und Schüler?

In dem Zwischenbericht Medienkompetenz der Internet-Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags hatte es sich bereits angedeutet: Alle Schülerinnen und Schüler sollen künftig über ein eigenes Endgerät verfügen. Auch in vielen Kultusministerien und bei den ersten kommunalen Schulträgern wird das Thema 1:1-Ausstattung aktuell intensiv diskutiert. Meist vor dem Hintergrund der Einbeziehung privater Endgeräte i.S.v. Bring Your Own Device (BYOD). Die Welt und der Focus berichten jetzt, dass SPD und CDU in den Gesprächen zur Bildung ihrer Großen Koalition im Rahmen der „Digitalen Agenda“ allen Schülerinnen und Schülern ein mobiles Endgerät (Tablet oder Smartphone) zur Verfügung stellen wollen. Natürlich unter dem Vorbehalt der Finanzierung. Geplant seien demnach Ausgaben von einer halben Milliarde Euro pro Jahr, insgesamt also zwei Milliarden Euro in der Legislaturperiode. Schnell nachgerechnet: Bei rund 11,2 Millionen Schülerinnen und Schülern, die das Statistische Bundesamt für Deutschland ausweist, komme ich auf einen Betrag von knapp 178 Euro pro Endgerät. In großen Losen ausgeschrieben, bekommt man für diesen Preis wahrscheinlich sogar ein Gerät der unteren Mittelklasse. Allerdings ohne, dass damit der Aufbau und Betrieb der notwendigen Infrastruktur in den Schulen mitfinanziert wäre: Es …