Alle Artikel in: Tablets

Lernförderliche IT-Ausstattung an Schulen als milliardenschwere Daueraufgabe

Wenn Schülerinnen und Schüler und auch die Lehrkräfte die in der KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ formulierten Bildungsziele erreichen sollen, sind lernförderliche IT-Infrastrukturen in allen Schulen notwendig.

iPads im Klassenzimmer – Zwischenbilanz nach fünf Jahren Tablet-Unterricht

Wer von Christoph Dernbachs Beitrag Antworten auf die Frage erwartet, ob Schülerinnen und Schüler mit dem iPad besser lernen bzw. wie sich die Arbeit mit dem Medien auf Bildung und Kompetenzerwerb auswirken, wird wahrscheinlich enttäuscht. Dennoch wirft der Beitrag ein paar interessante Aspekte auf, die es zu lesen lohnt. Das ist aus meiner Sicht insbesondere die Vorstellung neuer technischer Features von Apple die den Einsatz der Geräte im Unterricht erheblich vereinfachen, gerade wenn man nicht auf Basis einer 1:1-Ausstattung arbeiten kann. Denn mit der Funktion „Shared iPad“ wird das Gerät jetzt endlich mehrbenutzerfähig, d. h. verschiedene Schülerinnen und Schüler können sich auf einem Gerät anmelden und mit einem personalisierten Profil arbeiten. Allerdings funktioniert diese Lösung wohl nur auf den Geräten der neusten Generation. Für Lehrkräfte ebenfalls interessant ist die App „Classroom“, mit der die Lehrkraft z. B. auf ihrem Gerät sehen kann, woran eine Schülerin gerade arbeitet. Interessant sind aber auch die Einsichten von Andreas Hofmannl und André Spang, iPad-Enthusiasten der 1. Stunde, die u. a. davon berichten, wie schwierig es ist, die Arbeit mit …

Dokumentation zur Integration von Tablets in der Grundschule veröffentlicht

In der aktuellen Diskussion um die schulische Mediennutzung nimmt die spontane und flexible Nutzung von mobilen Endgeräten eine zentrale Rolle ein. Vor allem in Grundschulen scheinen Tablets deutliche Vorteile gegenüber den dort etablierten technischen Lösungen zu bieten. Entsprechend viele Tablet-Projekte wurden bereits in Grundschulen initiiert. Viele dieser Vorhaben leiden jedoch unter erheblichen Anlaufschwierigkeiten da sie ohne hinreichende Planung erst mit der Ausgabe der Geräte starten, und eine Reihe wichtiger Schritte nicht getätigt werden,um solche Vorhaben möglichst erfolgreich zu gestalten. Die ifib consult hat im letzten Jahr den hessischen Wetteraukreis dabei unterstützt, den Einsatz von Tablets an einer der Grundschulen des Kreises vorzubereiten. Die Ergebnisse der Unterstützung liegen jetzt zur Weiternutzung vor. Die Dokumentation erklärt kleinteilig die erforderlichen Schritte, um die Voraussetzungen für die Arbeit mit Tablets an einer Grundschule zu schaffen. Das sind u. a. die Entwicklung eines Medienkonzeptes, die Sicherstellung von Service und Betrieb der eingesetzten Geräte, die Entwicklung von Nutzungsszenarien inklusive korrespondierender App-Auswahl, die Auswahl und Erstellung von Lern- und Unterrichtsmaterialien sowie die medienpädagogische Unterstützung und Fortbildung der beteiligten Lehrkräfte. Natürlich berücksichtigt die …

Veranstaltung „Mobiles Lernen mit Tablets“

In Oldenburg findet heute die Fortbildungsveranstaltung “Mobiles Lernen (mit Tablets)” des iPad Projekts der Waldschule Hatten statt. Gestern berichtete der SchulSPIEGEL auf SPIEGEL ONLINE über das Projekt und befragte Professor Andreas Breiter zum Thema. Neben hauptsächlich praxisorientierten Workshops, weiteren Vorträgen und Diskussionen, wird auf der Veranstaltung unter dem Titel „Medienzentren der Landkreise: Kompetenzzentren für Schulen und Schulträger“ auch ein Fachvortrag mit anschließender Diskussionsrunde zum Thema Medienentwicklungsplanung angeboten, der sich im Wesentlichen an Vertreter der Kommunen, politische Entscheidungsträger und Schulleitungen wendet. Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es im ifib Blog.  

Snappet bald der Renner in Deutschland?

Vor wenigen Tagen hat die Snappet GmbH mit ihrem Grundschultablet gleichen Namens den Deutschen Bildungsmedienpreis Digita für den Bereich Allgemeinbildende Schulen gewonnen. Es handelt sich dabei um ein 7-Zoll Tablet mit vorinstallierten Lernprogrammen für die Fächer Deutsch und Englisch für den Unterricht in den Klassen 2 bis 4. Alle Aufgaben werden dabei laut Aussagen des Herstellers speziell auf das Niveau der Schülerinnen und Schüler zugeschnitten. Auf Basis der Eingaben der Kinder werden die Aufgaben automatisch an Lernstand der Kinder angepasst und soll auf diese Weise ein optimales Lernergebnis präsentieren. Die Lehrkräfte können dabei jederzeit Informationen über den jeweiligen Lernstand der Kinder abrufen. Gleiches gilt auch für die Eltern, die online ebenfalls Einblick in den Lernstand ihrer Kinder bekommen. In der Begründung der Jury zur Preisvergabe heißt es u. a.: „Die einfache Handhabung und die nutzerfreundliche Gestaltung des Systems können aus Sicht der Jury bei Eltern oder in Lehrerkollegien eventuell vorhandene Vorbehalte gegenüber dem Einsatz digitaler Medien in der Grundschule abbauen. Der didaktische Wert des Angebots liegt in der Ergänzung von Lehrwerken und im offenen oder …

Von der „Überdigitalisierung“ der Schule

Anlässlich der didacta hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Karl Kraus, seines Zeichens Direktor eines bayrischen Gymnasiums, in einem Interview mit deutschlandradio kultur mal wieder klar Stellung bezogen: „Wogegen ich etwas habe, das ist die Euphorie, zu glauben, Schule könnte nun völlig anders gestaltet werden, völlig umgekrempelt werden, die totale Zwangsdigitalisierung, diese Euphorie stört mich. […] Es hat mir bislang noch niemand nachweisen können, dass eine Totaldigitalisierung des Unterrichts beziehungsweise eine Eins-zu-eins-Computer-und-Tabletversorgungsrate für Schüler den Schülern wirklich etwas bringt […]“. Damit macht Herr Kraus deutlich, dass er erstens wenig Einblicke in die Situation an deutschen Schulen und schon gar nicht bezüglich der Potenziale digitaler Medien hat und stellt zweitens klar, dass er trotzdem darüber sprechen kann. Der Gradmesser des Erfolgs sei – so Kraus – das Abschneiden in Leistungstests. Und da hat er Recht! Eine kausale Beziehung zwischen digitalen Medien und „Leistungssteigerung“ ist kaum messbar. Das Konzept der Medienkompetenz ist aber offensichtlich noch nicht so weit im Lehrerverband vorgedrungen. Es scheint, als ginge es da um eine lehrerzentrierte Angelegenheit: „Also, es muss nicht jedes Kind, …

Onlinekurs zum unterrichtlichen Einsatz mobiler Endgeräte für angehende Lehrkräfte

Im letzten Beitrag in diesem Blog hat Andreas Breiter über die Probleme der Ausstattung mit mobilen Endgeräten in L. A. berichtet. Neben der Ausstattung mit Geräten stellt sich im Zuge der Medienintegration natürlich immer auch die Frage nach der erforderlichen Qualifizierung der Lehrkräfte. Das baden-württembergische Kultusministerium versucht es jetzt mit einem eigenen 7-wöchigen MOOC, das sich vor allem an Referendarinnen und Referendare im Bundesland richtet. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer sollen im Verlauf des Kurses lernen, wie sie Smartphones und Tablets als Werkzeuge der Unterrichtsgestaltung einsetzen können. Umgesetzt wird der Kurs vom Zentrum für Mediales Lernen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Man darf gespannt sein, wie viele angehende Lehrkräfte sich auf dieses Angebot einlassen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Popularität von Erklärvideos für das Aneignen von Wissen und Fertigkeiten zumindest eine gute Idee. Die erste Lerneinheit ist bereits online und die Inhalte der Videos leicht nach zu vollziehen.

Schüler/innen in L.A. müssen auf Computer warten

Ursprünglich war es wahrscheinlich das größte und ambitionierteste Ausstattungsprojekt der Welt: Fast 650.000 Schülerinnen und Schüler sollten im Schuldistrikt von Los Angeles mit Tablets eines präferierten Herstellers ausgestattet werden. Aufgrund von Querelen, fehlender curricularer Anbindung und unklaren Zielsetzungen geriet das Projekt ins Stocken. Jetzt meldet sich Ramon Cortines, der neue Superintendent (so etwas wie eine Mischung aus Oberschulrat und Schuldezernentin, aber von den Einwohner/innen gewählt!) zu Wort und sagt: „… I believe that currently the district does not have sufficient funds to purchase and maintain technology in a 1:1 model.“ (Statement auf den Seiten des LAUSD). Insbesondere die langfristigen Folgekosten wären im Moment nicht absehbar. Vielleicht eine kleine Warnung für deutsche Schulträger. Oder doch lieber Bring-your-own-device?

Tablets für alle – bald auch in Köln?

Letzte Woche meldete der Kölner Stadtanzeiger, dass in einigen Jahren alle Schülerinnen und Schüler in der Stadt Köln einen Tablet-PC als mobiles Endgerät nutzen können sollen. Um die erforderlichen Erfahrungen zu sammeln, wie man ein solches Vorhaben konzeptioniert und letztlich erfolgreich umsetzt, haben zum einen bereits an acht Schulen Pilotprojekte begonnen. Das Schuldezernat habe zum anderen in zusammen mit dem städtischen Amt für Informationsverarbeitung und der Universität Köln ein Konzept für die Schaffung einer ganzheitlichen technischen Schul-IT vorgelegt. Laut dem Artikel sieht André Bresges, der geschäftsführende Direktor des Instituts für Physik und ihrer Didaktik der Uni Köln mit der die Stadt eine „Forschungs- und Entwicklungskooperation“ betreibt u. a. folgende Vorteile des Einsatzes mobiler Endgeräte im Kontext des schulischen Lernens: „Schüler könnten mit passgenauen Aufgaben und Lernkontrollen individuell gefördert werden. Das iPad ersetze das statische Schulbuch. Die Technik helfe bei der Inklusion. Jeder könne in Teamarbeit seine Stärken einbringen. Der Lehrer werde zum motivierenden Projektmanager, wenn die Schüler Wissen selbst sammelten“ Gemessen am bisherigen Verlauf schulischer Medienintegration liegt die Latte hier sehr hoch und ich habe …

Aus die Maus – iPad Projekt im Los Angeles Unified School District endgültig gescheitert

Das iPad Projekt im Los Angeles Unified School District ist wahrscheinlich das Vorhaben, über das wir in diesem Blog am häufigsten berichtet haben. Jetzt ist das Projekt in seiner ursprünglichen Form endgültig gescheitert, nachdem der Leiter des Unified School Districts, John Deasy zurücktreten musste, nachdem herausgekommen war, dass er, bevor es zur Unterzeichnung der entsprechenden Verträge mit Apple und dem Schulsoftwarehersteller Pearson kam, mit diesen offenbar schon in zu engem Kontakt gestanden hat, wie u. a. die LA Times berichtet. Diese Problematik hat sicherlich nichts mit technisch-organisatorischen Schwierigkeiten zu tun, die auch zum Scheitern des Projektes beitrugen. Sie demonstriert aber eindrücklich, dass es bei der Ausstattung von Schulen mit IT-Technologie auch um handfeste wirtschaftliche Interessen geht und dabei sehr viel Geld zu verdienen ist. Mit entsprechender Vorsicht sind daher gerade die Versprechungen von IT-Unternehmen hinsichtlich des Nutzens ihrer Produkte für die Verbesserung von Lern- und Bildungsprozessen zu bewerten. Umso wichtiger sind – wenn man sich denn für großflächige 1:1-Ausstattungen von Schulen bzw. Schülerinnen und Schülerng entscheidet – geeignete Planungs- und Abstimmungsprozesse im Rahmen einer Medienentwicklungsplanung, …