Alle Artikel in: Informatik-Kompetenz

Junior Lab: Medienkompetenz spielerisch lernen

Vom 7. bis 11. April 2015 findet in Berlin das Junior Lab für Mädchen und Jungen zwischen 8 und 14 Jahren statt. Die Veranstalter versprechen „eine Woche voller Spaß, Entdecken, Ideen haben und umsetzen“ in der die Teilnehmer die „kreativen Möglichkeiten von Hard- und Software spielerisch“ kennenlernen: Es werden Superhelden gebaut, Lieblingslieder auf selbstgebauten Instrumenten komponiert und kluge Klamotten gestaltet. Ganz nebenbei lernen die Mädchen und Jungen über Arduino, Coding, Löten, 3D Druck oder Wearables. Es gibt Platz für 80 Teilnehmer, die Teilnahmekosten betragen 100 €. Die Anmeldung erfolgt hier. Wer Interesse daran hat Junior Labs in der eigenen Stadt zu organisieren, kann sich an das Team vom Junior Lab zum Erfahrungsaustausch wenden.

Neue KIM-Studie erschienen

In der vergangenen Woche veröffentliche der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest die KIM-Studie 2014. Bereits seit 1999 werden Kinder zwischen sechs und 13 Jahren sowie ihre Haupterzieherinnen (überwiegend Mütter) zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. Medien spielen bei Kindern in diesem Alter eine wichtige Rolle: Zwei Drittel von ihnen sind an dem Thema Internet/Computer/Laptop interessiert. Ihr Interesse an diesen Medien steigt zudem mit zunehmendem Alter. Die 12- bis 13-Jährigen können auf diese Medien sogar am wenigsten verzichten, bei den jüngeren liegt noch der Fernseher vorne. Neben Hausaufgaben und Lernen für die Schule sowie Spielen mit den Freunden, ist die Beschäftigung mit Medien in der Freizeit weit verbreitet. Ein Viertel der Kinder surft (fast) täglich im Internet, 38 Prozent nutzen ebenso häufig ein Handy oder Smartphone. Immerhin 47 Prozent der Kinder können ein Handy oder Smartphone ihr eigen nennen. Auffällig dabei ist, dass sie diese Medien häufig alleine nutzen. Der Vergleich zu der Vorgängerstudie zeigt, dass sich der Anteil derjenigen, die das Internet nutzen, kaum verändert hat. Den entscheidenden Unterschied machen hier jedoch die Häufigkeit und die Dauer der Nutzung: …

Von der „Überdigitalisierung“ der Schule

Anlässlich der didacta hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Karl Kraus, seines Zeichens Direktor eines bayrischen Gymnasiums, in einem Interview mit deutschlandradio kultur mal wieder klar Stellung bezogen: „Wogegen ich etwas habe, das ist die Euphorie, zu glauben, Schule könnte nun völlig anders gestaltet werden, völlig umgekrempelt werden, die totale Zwangsdigitalisierung, diese Euphorie stört mich. […] Es hat mir bislang noch niemand nachweisen können, dass eine Totaldigitalisierung des Unterrichts beziehungsweise eine Eins-zu-eins-Computer-und-Tabletversorgungsrate für Schüler den Schülern wirklich etwas bringt […]“. Damit macht Herr Kraus deutlich, dass er erstens wenig Einblicke in die Situation an deutschen Schulen und schon gar nicht bezüglich der Potenziale digitaler Medien hat und stellt zweitens klar, dass er trotzdem darüber sprechen kann. Der Gradmesser des Erfolgs sei – so Kraus – das Abschneiden in Leistungstests. Und da hat er Recht! Eine kausale Beziehung zwischen digitalen Medien und „Leistungssteigerung“ ist kaum messbar. Das Konzept der Medienkompetenz ist aber offensichtlich noch nicht so weit im Lehrerverband vorgedrungen. Es scheint, als ginge es da um eine lehrerzentrierte Angelegenheit: „Also, es muss nicht jedes Kind, …

Lernen heißt Machen

So das Kredo vom allseits bekannten Konstruktionismus des Seymour Papert. Wissen konstruieren durch Konstruktion eines Dingens, eines „object-to-think-with“. Die pädagogisch vorgebildeten Leserinnen und Leser mögen jetzt gelangweilt gähnen, anderen Lesestoff aus den, auch im jungen 2015 immer noch nicht sortierten, Lesezeichen hervorkramen. Neue Aktualität bekommt die Lerntheorie im Zusammenhang mit der fortschreitenden Verbreitung von FabLabs, Maker Spaces, Hackerspaces und wie die Hightech-Werkstätten noch genannt werden. In diesen Werkstätten steht das Machen im Vordergrund, das Machen von Dingens. Dingens sind praktisch, hübsch oder intelligent – oder alles zusammen. Vor allem sind sie einzigartig, meistens zumindest. Ihre Schöpfer, die Nutzerinnen und Nutzer von FabLabs, nennen sich Maker. Das Prinzip ist einfach. Ohne aktives Handeln – die Basis konstruktionistischen Lernens – kein eigenes Dingens. Maker machen sich dafür Technologien wie 3D-Druck, Laser Cutting, 3D-Scannen, Physical Computing (Verwendung und Programmierung von Mikrocontrollern, Sensoren, Aktoren und Konduktoren) u.a. zu eigen. Der iterative Konstruktionsprozess der Dingens machen sie zu „objects-to-think-with“. Potential und Grenzen digitaler Fertigungsverfahren werden erfahrbar, Arbeits- und Aneignungstechniken explorierbar, Kompetenzen mit und über digitale Medien können erworben werden. Viele FabLabs in Deutschland arbeiten mit Schulen zusammen, punktuell projektbasiert oder regelmäßig (z.B. die FabLabs Nürnberg, Bremen, München und Bayreuth), …

Programmieren im Kindergarten? Das MIT macht es möglich

Forscherinnen und Forscher vom MIT in Cambridge, MA und von der Tufts University haben eine App entwickelt, die es Kindern einfach ermöglicht, Programmieren zu lernen. So zumindest schreibt es die Huffington Post in ihrer Ausgabe vom 1.10.2014. Mitch Resnick vom MIT wird dabei wie folgt zitiert: „When many people think of computer programming, they think of something very sophisticated. […] But we don’t think it has to be that way.“ Diese Initiative liegt im internationalen Trend und gleichzeitig ist das MIT immer einen technologischen Schritt voraus. Grundannahme ist es, dass ein Verständnis von Algorithmen zur Grundkompetenz des 21. Jahrhunderts gehört. In Deutschland wird noch über Sinn und Unsinn von Informatik als Pflichtfach in der Sekundarstufe gesprochen. Ob die USA hier wirklich weiter sind, wird die Zukunft zeigen.

Last Call for Papers: Workshop „Inclusive E-Learning“ / 15. September 2014

(Potsdam 24.6.2014) E-Learning erleichtert vielen benachteiligten Gruppen den Zugang zu Lerninhalten. Durch die zunehmende Multimedialität und Verbreitung dynamischer Inhalte und mobiler Geräte entstehen jedoch neue Barrieren. Der zweite Workshop „Inclusive E-Learning“ behandelt u. a. aktuelle Ansätze, Studien und Entwicklungen im Bereich barrierefreier Lehr-/Lern-Inhalte und -Systeme. Dieser Workshop behandelt die folgenden Themen, ist aber nicht auf diese beschränkt: aktuelle Ansätze, neue Szenarien und Entwicklungen im Bereich barrierefreier Lehr-/Lern-Inhalten und -Systeme Studien zu Barrierefreiheit und Akzeptanz von Lehr-/Lern-Inhalten neuartige Mechanismen zur lernziel- und gruppenorientierten Anpassung von Lehr-/Lern-Inhalten innovative Entwicklungen technischer Hilfsmittel für Lehr-/Lernzwecke Entwicklungen und Studien zu Lernmethoden für körperlich beeinträchtigte Lernende/ Lehrende Inklusive Pädagogik und E-Learning (sowohl in der Unterrichtsgestaltung als auch in der Lehrerfortbildung EINREICHUNG VON BEITRÄGEN Für den Workshop erbitten wir originäre Forschungs-, Entwicklungs- und Erfahrungsberichte zu aufgeführten Themenbereichen. Die Beiträge können auf Deutsch oder Englisch eingereicht werden. Der Umfang eines Beitrags darf 8 Seiten im Format der GI-Lecture Notes in Informatics (LNI) nicht überschreiten. Weitere Details zu den Einreichungsmodalitäten werden auf der Webseite bekannt gegeben: http://www.cs.uni-potsdam.de/inclusiveELearning/. Jeder angenommene Beitrag soll auf dem Workshop …

Chicago führt Informatik ab der Grundschule ein

Der drittgrößte US-amerikanische Schuldistrikt Chicago Public Schools hat einen Fünf-Jahres-Plan verabschiedet, mit dem sukzessive Informatik (Computer Science) als zentrales Fach (core subject) in allen Schulen eingeführt werden soll. Darüber bloggt Danielle Wilson in der Education Week. Dabei soll bereits in der Grundschule eine „computational literacy“ erworben werden, die dann in den weiteren Klassen ausgebaut wird. Ähnliche Ansätze bestehen bereits in Großbritannien. Stark dafür machen sich neben den IT-Unternehmen auch Universitäten, die zunehmend einen Schwund an interessierten Informatik-Studierenden ausgemacht haben. In Deutschland gibt es einige Bundesländer, in denen Informatik in der Sekundarstufe I verpflichtend ist. Isabelle Starruß hat vor 4 Jahren in ihrer Abschlussarbeit an der TU Dresden eine Synopse zum Informatik-Unterricht in Deutschland erstellt, die meines Wissens immer noch Bestand hat. Die Bundesländer tun sich schwer mit einer Verpflichtung, hätte dies doch Aufwand für die Entwicklung von Curricula, der Ausbildung von Lehrkräften und die Einrichtung von Professuren für die Didaktik der Informatik zur Folge. Außerdem steht Informatik in Konkurrenz zu anderen „gesellschaftlichen wichtigen Fächern“. Und nicht zuletzt findet man in Deutschland häufig genug eine Vermischung …

Orientierung für Lehrerinnen und Lehrer bei der Förderung von Medienkompetenz

Vor einiger Zeit berichteten wir an dieser Stelle bereits, dass wir von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) mit der Evaluation des Medienpass NRW beauftragt wurden. Nicht nur in Nordrhein-Westfalen wurde ein Kompetenzmodell zur systematischen Förderung von Medienkompetenz entwickelt. Auch in Österreich arbeitet seit einiger Zeit eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk) an einem Kompetenzmodell für die informatische Bildung, dem digi.komp-Katalog, in dem die Kompetenzen für die einzelnen Bildungsstandards ausdifferenziert werden. Es zeigt sich, dass bei der Entwicklung von Kompetenzmodellen unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden können. So werden im digi.komp-Modell z.B. informatische Kompetenzen stärker in den Fokus gerückt. Eine Gemeinsamkeit der Modelle ist nicht zuletzt ihre kleinschrittige Struktur, die den Lehrkräften eine klare Orientierung und Vorstellung bieten soll, welche Kompetenzen es zu fördern gilt, gerade weil die Förderung von Medienkompetenz ein Querschnittsthema ist. Sowohl der Medienpass NRW als auch der digi.komp-Katalog werden derzeit für weitere Bildungsniveaus erarbeitet und ausformuliert. Wir sind gespannt, wie die Modelle in der Praxis angenommen werden und wie sie in der Zukunft weiterentwickelt werden. Zur Nutzung …

Programmieren ein Bildungsziel?

Johannes Kuhn schreibt in der SZ Online über seine Eindrücke von der SXSW und zieht 5 Lehren für die Zukunft. Darunter auch Nummer 4: „4. Programmieren ist ein Bildungsziel – und könnte einfacher werden Sollten Kinder programmieren lernen? Ja, sagen inzwischen größere Teile der amerikanischen Gesellschaft. Doch während die Code-Bildungsprogramme in den amerikanischen Schulen langsam ausgebaut werden, arbeitet Computer-Pionier Steven Wolfram daran, die Programmiersprachen simpler zu machen. Sein Projekt „Wolfram Language“ soll Computersprache der menschlichen Sprache ähnlicher machen. Das Projekt ist noch in der Frühphase, es gibt sehr viele Fragezeichen und technische Grenzen, doch die Vision dahinter ist spannend: Wenn Computersprachen einfacher zu lernen sind, sinkt das Einstiegslevel – größere Teile der Gesellschaft könnten so in Zukunft selbst programmieren.“ Und was sagt die deutsche Gesellschaft? In Großbritannien ist Computational Literacy Teil des Curriculums und beginnt in der Grundschule. In Deutschland wird noch darüber gestritten, ob Informatik überhaupt ein Pflichtfach in der Sekundarstufe I sein soll – die meisten Bundesländer wären darauf gar nicht vorbereitet, es fehlen schlicht ausgebildete Informatik-Lehrkräfte.