Alle Artikel in: Mobiles Lernen

Integration Geflüchteter durch Medienpädagogik fördern

Eine Umfrage unter Mitgliedern des medienpädagogischen Dachverbands (GMK) weist auf die große Bedeutung mobiler Medien für Geflüchtete  hin. Es wird deutlich, das medenpädagogische Anknüpfungspunkte für die Integrationarbeit verstärkt genutzt werden sollten:  „Integrationsprozesse, so die einhellige Meinung der Befragten, können durch Medien gestärkt werden und damit den Spracherwerb sowie die politische und kulturelle Bildung unterstützen. Themen der Alltags- und Konsumkultur sowie ethische und religiöse Aspekte können mit Hilfe von Smartphones, Apps und Laptops mit und durch die Betroffenen diskutiert und Geflüchtete in ihrer Selbständigkeit gefördert werden. Medienkompetenz muss gerade im Hinblick auf die Nutzung des Internets gestärkt werden, um Geflüchtete zu befähigen, die demokratischen Potenziale zu nutzen und (mit)gestalten zu können.[………..]“ . Neben der Forderung nach Strukturen und Förderung für diese wichtige Arbeit, werden auch Beispiele für die integrative Medienpädagogik aufgeführt.  Zur Meldung der GMK

Mehr Lesestoff: Ein kleiner Hinweis…

…in eigener Sache. Wie sieht eine nachhaltige Medienintegration an Schulen aus, wer ist zuständig und wieviel kostet es? Diesen Fragen ist das ifib in der Studie „Szenarien lernförderlicher IT-Infrastrukturen in Schulen -Betriebskonzepte, Ressourcenbedarf und Handlungsempfehlungen“ im Auftrag der Bertelsmann Stiftung nachgegangen. Die Studie richtet sich an Bildungsplanerinnen und -planer in Kommune, Stadt und Ländern. Schulen werden Anreize zur strategischen Entwicklung des eigenen Medieneinsatzes gegeben. Ausgehend von den Spezifika des deutschen Bildungssystems, die in strukturellen Veränderungsprozessen eine holistische Betrachtungsweise erfordern, werden in der Studie Beteiligte und auf Arbeitsschwerpunkten basierend Zuständigkeiten bekannt. Einige nationale und internationale Praxisbeispiele verdeutlichen klassische Herausforderungen und ihren Umgang damit. Anhand einer Modellschule (Sekundarstufe) werden Kostenfaktoren identifiziert und in Posten kategorisiert, Rechenwege und Hilfsformeln werden aufgezeigt. Ergebnis der Kostenabschätzung sind die durchschnittlichen Kosten pro Schülerin und Schüler und Jahr der Modellschule in den Ausstattungsszenarien 1:1 und 5:1. Die Berechnung zielt darauf ab, als Orientierungshilfe für die Abschätzung relevanter Aspekte der Medienentwicklungsplanung und ihren Kosten dienen zu können. Ein Gesamtbild wird konstruiert, das die Komplexität der schulischen Medienintegration und ihrer Finanzierung aufzeigen soll, praxisorientiert herunter zu brechen versucht, und so zur öffentlichen Debatte zur Mediatisierung von …

Was verhindert die Digitalisierung der Schulbücher?

Eine Studie in den USA hat versucht herauszufinden, welche Hindernisse einer vollständigen Digitalisierung von Schulbüchern entgegen stehen. In der Online Ausgabe der Education Week wird auf diese Studie und eine Abbildung verwiesen, nach der nur 20% der befragten IT-Spezialist_innen in den Schuldistrikten von einer völligen Ablösung ausgehen. Und dies im HighTech Land USA ohne Oligopol der Schulbuchverlage. Wie mag das dann wohl bei uns aussehen? Wahrscheinlich gäbe es solche Zahlen nicht, weil wir in der Fläche gar keine IT-Spezialist_innen für Lernangebote bei den Schuldistrikten haben.

Dokumentation zur Integration von Tablets in der Grundschule veröffentlicht

In der aktuellen Diskussion um die schulische Mediennutzung nimmt die spontane und flexible Nutzung von mobilen Endgeräten eine zentrale Rolle ein. Vor allem in Grundschulen scheinen Tablets deutliche Vorteile gegenüber den dort etablierten technischen Lösungen zu bieten. Entsprechend viele Tablet-Projekte wurden bereits in Grundschulen initiiert. Viele dieser Vorhaben leiden jedoch unter erheblichen Anlaufschwierigkeiten da sie ohne hinreichende Planung erst mit der Ausgabe der Geräte starten, und eine Reihe wichtiger Schritte nicht getätigt werden,um solche Vorhaben möglichst erfolgreich zu gestalten. Die ifib consult hat im letzten Jahr den hessischen Wetteraukreis dabei unterstützt, den Einsatz von Tablets an einer der Grundschulen des Kreises vorzubereiten. Die Ergebnisse der Unterstützung liegen jetzt zur Weiternutzung vor. Die Dokumentation erklärt kleinteilig die erforderlichen Schritte, um die Voraussetzungen für die Arbeit mit Tablets an einer Grundschule zu schaffen. Das sind u. a. die Entwicklung eines Medienkonzeptes, die Sicherstellung von Service und Betrieb der eingesetzten Geräte, die Entwicklung von Nutzungsszenarien inklusive korrespondierender App-Auswahl, die Auswahl und Erstellung von Lern- und Unterrichtsmaterialien sowie die medienpädagogische Unterstützung und Fortbildung der beteiligten Lehrkräfte. Natürlich berücksichtigt die …

Lernen mit Video weiter im Aufwind

Laut einer aktuellen Umfrage vom Branchenverband BITKOM haben mehr als 37 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen schon einmal ein Video genutzt, um sich das erforderliche Wissen für die Ausübung einer bestimmten Tätigkeit anzueignen. Am häufigsten vertreten sind dabei haushaltsnahe Tätigkeiten (63 Prozent der Videotutorial-NutzerInnen), gefolgt von Videos aus dem Bereich Bildung und Lernen (53%) und handwerkliche Tätigkeiten (51%). Auch das ifib ist auf dem Feld des Lernens mit Videos nicht untätig. Nachdem wir bereits im Projekt draufhaber.tv erste Erfahrungen gesammelt haben, sind wir aktuell im Projekt DigiLernPro u. a. an der Entwicklung eins digitalen Tools für das arbeitsplatzintegrierte Lernen u. a. mit Hilfe von Videos beteiligt.

Digitale Medien und Schulen: die einen hüh, die anderen hott

Nachdem gestern die SZ Online über die Pläne der Bundesregierung zur Stärkung der „digitalen Kompetenz“ berichtet hat, bei denen es um einen Staatsvertrag zwischen Bund und Ländern gehen könnte (siehe unser Blog-Eintrag), gab es in der gleichen Ausgabe ein Interview mit dem Titel: „Raus mit den Computern„. Gefragt wurde Gerald Lembke, seines Zeichens Studiengangsleiter für Digitale Medien an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und zugleich Präsident des Bundesverbandes für Medien und Marketing. Er hält es für erwiesen, dass Kinder erst ab 12 Jahren in der Schule mit digitalen Medien arbeiten und lernen sollten. Woher diese Erkenntnis stammt, verrät er nicht. Und warum jetzt ausgerechnet die Grenze bei 12 Jahren und nicht bei 11 oder 13 Jahren liegen soll, wird im Interview auch nicht deutlich. Das erinnert an die Aussagen u.a. vom ehemaligen Leiter des KFN, Pfeiffer, der immer davon sprach, dass Computer ab Klasse 5 erst Sinn machen könnten – auch so eine künstliche Grenze. Wenn wir das jetzt zusammenbringen, fällt auf, dass wir in Deutschland nach wie vor eine erhebliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit …

Veranstaltung „Mobiles Lernen mit Tablets“

In Oldenburg findet heute die Fortbildungsveranstaltung “Mobiles Lernen (mit Tablets)” des iPad Projekts der Waldschule Hatten statt. Gestern berichtete der SchulSPIEGEL auf SPIEGEL ONLINE über das Projekt und befragte Professor Andreas Breiter zum Thema. Neben hauptsächlich praxisorientierten Workshops, weiteren Vorträgen und Diskussionen, wird auf der Veranstaltung unter dem Titel „Medienzentren der Landkreise: Kompetenzzentren für Schulen und Schulträger“ auch ein Fachvortrag mit anschließender Diskussionsrunde zum Thema Medienentwicklungsplanung angeboten, der sich im Wesentlichen an Vertreter der Kommunen, politische Entscheidungsträger und Schulleitungen wendet. Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es im ifib Blog.  

Fünf häufige Fehlannahmen zu Blooms Taxonomie

Die Taxonomie von Benjamin Bloom wird häufig herangezogen, um kognitive Lernziele zu unterscheiden. Rege Anwendung findet sie auch bei der Beschreibung von Zielen für das Lernen mit digitalen Medien. Grant Wiggins weist in seinem Beitrag auf fünf häufige Mißverständnisse bei der Verwendung der Taxonomie hin, die u. a. darauf zurückgehen, dass sich viele nicht die Mühle machen, das Buch zu lesen, in dem Bloom seine Taxonomie entwickelt hat und sich lediglich der vielen schematischen Darstellungen seiner Taxonomie bedienen.

Hackaball: Vom Bildschirm zum Ballspielplatz

„Kinder sollten draussen spielen und Bälle schiessen, statt immer häufiger nur auf Bildschirme zu starren“ ist eine große Kritik an Kindercomputerspielen und der allgegenwärtigen Nutzung von mobilen Endgeräten. Hackaball (zu deutsch etwa: Programmiere einen Ball) setzt hier an: Hackaball lässt Kinder auf iPads einen kleinen Ball programmieren, der durch Sensoren weiß, wann er fallen gelassen oder geschüttelt wird und dann seine Farbe ändern kann. Die App zielt auf etwa 10-jährige Kinder ab und soll ihnen Programmierkompetenzen durch die Entwicklung kreativer Spiele oder Regeln vermitteln. Wenn das Spiel fertig programmiert ist, können die Kinder ihre Spiele dann gemeinsam ausprobieren und bewegen sich (endlich weg von den Bildschirmen). Ist das nun Bewegung durch (oder trotz) der Nutzung digitaler Medien?

Effektivere Notizen per Hand oder Laptop?

Wiederholt haben Wissenschaftler darauf hingewiesen, dass das Lesen auf Paper deutliche Vorteile gegenüber Bildschirmen hat: Wir lesen schneller, wir können uns besser daran erinnern, was wir gelesen haben und haben ausserdem ein besseres Textverständnis. Andere Stimmen verweisen zu Recht auf die großen Vorteile von Bildschirmen: nämlich, dass Texte einer viel größeren Leserschaft (häufig frei und unmittelbar) zur Verfügung stehen. Nun hat eine Studie die Auswirkungen eines anderen Einsatz von mobilen Endgeräten (etwa Laptops) im Lern- und Lehrkontext untersucht: Die vermehrte Nutzung von Laptops zum Mitschreiben eines Vortrags und zum Notizenmachen. Schon häufig wurde von Kritikern darauf hingewiesen, dass die Nutzung von Laptops Studierende (aber auch Schülerinnen und Schüler) ablenkt. Nun zeigt sich, dass auch die alleinige Nutzung von Laptops zum Mitschreiben negative Effekte auf den Lernerfolg hat (im Vergleich zu handschriftlichen Notizen). In einem Vergleichstest wurden Studierende gebeten sich Notizen zu einem Vortrag entweder per Hand oder auf dem Laptop zu machen. Das Ergebnis war eindeutig: Während die Studierenden in einer anschließenden Überprüfung des Faktenwissens etwa gleich abschnitten, erzielten diejenigen mit handschriftlichen Notizen deutlich bessere …