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Big data soll Schulen helfen!?

Unter dem Motto „Aussieben kann nicht Aufgabe von Schule sein“ diskutiert Viktor Mayer-Schönberger die Potentiale von Big data für die Schule in seinem neuen Buch, dass jetzt auch auf deutsch herausgekommen ist (Big Data. Die Revolution, die unser Leben verändern wird. Redline-Verlag, München). Dabei nimmt er selbstverständlich an, dass Tablet-Computer und Datenanalysen das Lernen effektiver machen würden. Einen empirischen Nachweis dafür liefert er nicht. Das ist schon ein bisschen ärgerlich, denn die grundsätzliche Frage nach dem Sinn und Unsinn der datengestützten Unterrichts- und Schulentwicklung ist ja immer noch nicht beantwortet. Darauf warten Schulpraktiker/innen schon seit Jahren und wir haben aus Forschungsprojekten heraus ebenfalls dazu publiziert – von Daten zu Taten? Volle Unterstützung erhält Herr Mayer-Schönberger, dass er die Ein-Punkt-Erhebungen wie PISA kritisiert, aber er liefert auch keine überzeugenden Alternativen, die nicht massiv in die Persönlichkeitsrechte von Schüler/innen und Lehrkräften eingreifen würden. Big data klingt prima, aber ob dies organisatorisch und rechtlich jemals im deutschen Schulsystem ankommt, bleibt offen. Und ehrlich gesagt, nur weil es in den US und Großbritannien selbstverständlich ist, bedeutet noch nicht, dass …

PISA Resultate: wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung?

Nun sollen die PISA Ergebnisse auch schon dafür herhalten, ob ein Land eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung vor sich hat. Das meint zumindest der Bildungsminister von Wales und die BBC berichtet darüber: „Achievement in the Pisa international school tests is vital if Wales is to have a successful economy, Welsh Education Minister Huw Lewis has said.“ Möglicherweise werden hier Henne und Ei verwechselt oder es wäre ein Grundkurs in Statistik zur Frage von Korrelation nud Kausalität erforderlich. Jetzt fehlt nur noch der Hinweis, dass dies alles mit digitalen Medien noch viel leichter und besser erreicht werden kann.

Vorhersagen zur Bildungs-IT 2014

Einen zum Jahresende publizierten Blog in der Washington Post von Valerie Strauss nehme ich zum Anlass, ein paar Spekulationen zur Zukunft der Bildungs-IT zu formulieren. Punkt 4 adressiert den abflauenden iPad Hype in den USA nach dem Flop in Los Angeles: „4. Thanks to the continuing iPad fiasco in Los Angeles schools, more and more districts will not only move much more slowly to integrate tablets/laptops into the classroom (no more large-scale roll-outs; instead, very small pilots followed by gradual expansion), but Dell’s and Google’s low-cost Chromebooks will dramatically increase in popularity and begin to overtake iPad use in public schools.“ Das werden wir auch in Deutschland erwarten können, da nach wie vor weder die Unterrichtsintegration zur sinnvollen Nutzung im Kontext kompetenzorientierten Unterrichts klar noch die Folgekosten für das IT-Management geklärt sind. Der nächste Hype wird sich mit dem computerbasierten Testen beschäftigen. Nachdem PISA bereits computerisiert ist (nur nicht in Deutschland), werden weitere Testverfahren umgestellt werden. Auch hier liefert Strauss in Punkt 5 Anschauungsunterricht: „5. Speaking of technical fiascos, pilot projects in the spring in …

Die neuen PISA-Ergebnisse: für alle was dabei

Zuerst berichtet die SZ am Vortag kritisch-distanziert (am 2.12.) und dann jubelt sie über den „Erfolg“ der deutschen Schülerinnen und Schüler (am 3.12.). Unabhängig davon, ob die Tests wirklich Leistungen messen, scheint es in Deutschland zu einer gewissen Normalität im Umgang zu kommen. Ob das auch beim Vergleich zwischen den Bundesländern in 2015 gilt, bleibt abzuwarten. Spannenderweise gab es heute auf den Seiten der New York Times keine (0!) Erwähnung und beim The Guardian findet sich das Thema nur in der Rubrik unter Education (http://www.theguardian.com/education/2013/dec/03/uk-students-education-oecd-pisa-report). Und besser sind die Engländer auch nicht geworden, trotz ihrer „National Tests“ – frei nach dem Motto „Vom häufigen Wiegen wird die Sau auch nicht fetter“. So macht es aus Forschungsperspektive noch mehr Sinn, sich mit der Wechselwirkung zwischen PISA (stellvertretend für andere Tests) und nationaler Bildungspolitik zu beschäftigen (siehe mein Eintrag im ifib-Blog).