Positionspapier des Deutschen Städtetages zum Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter

Wohl auch als Antwort auf die Konkretisierung der Bund-Länder-Bemühungen zum DigitalPakt#D hat der Deutsche Städtetag ein Positionspapier verabschiedet.

Darin wird an den Bund die Erwartung formuliert, dass er sich (finanziell) an einem Masterplan „Ausbau digitaler Bildung“ beteiligt und für bundesweit einheitliche rechtliche Rahmenbedingungen für das Lehren und Lernen mit digitalen Medien sorgt. Damit soll er eine bessere Vernetzung der in den  Ländern vorhandenen digitalen Plattformen schaffen, in die Schulträger digitale Lehr- und Lernmittel einbinden können. Außerdem soll er die Anwendungsforschung im Bereich der digitalen Bildung besser fördern.

Weiterhin wird erwartet, dass die Länder den Ausbau der digitalen Bildung als eine Gemeinschaftsaufgabe von Ländern, Bund und Kommunen begreifen und in enger Abstimmung mit den kommunalen Schulträgern vorantreiben. Lehrkräfte sollen über Aus-und Fortbildung in die Lage versetzt werden, die von den kommunalen Schulträgern finanzierten und bereitgestellten digitalen Medien im Unterricht bedarfsgerecht einsetzen zu können. Weiterhin sollen Mindeststandards für die digitale Infrastruktur der Schulen unter Beteiligung der kommunalen Spitzenverbände gesetzlich verbindlich festgelegt und entsprechend der jeweiligen konnexitätsrechtlichen Regelungen auskömmlich und verlässlich finanziert werden. Landesweite Lernplattformen sollen aufgebaut werden, die von den kommunalen Schulträgern entgeltfrei genutzt werden können. Und natürlich sollen mit den kommunalen Spitzenverbänden auf Landesebene Verhandlungen über den Support geführt werden. Die Länder sollen die Fördermittel des Bundes ungekürzt, zeitnah und möglichst unbürokratisch an die kommunalen Schulträger weiterleiten und eine mögliche Bundesförderung durch eigene Förderprogramme ergänzen, alles natürlich inhaltlich aufeinander abgestimmt. Durch die Vereinbarung von Rahmenverträgen (z. B. zu Standards, Schnittstellen, Formaten und Lizenzmodellen) auf Länderebene sollen die Schulträger dabei unterstützt werden, die Schulen mit digitalen Lehr- und Lernmedien auszustatten. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sollen wo nötig geklärt und vereinheitlicht werden.

Für die Mitgliedsstädte spricht der Deutsche Städtetag die Empfehlung aus, den Ausbau einer standardisierten digitalen Infrastruktur auf Grundlage von mittelfristig ausgerichteten und regelmäßig fortzuschreibenden kommunalen Medienentwicklungsplänen und durch die Schulen zu erstellender Medienbildungskonzepte nach dem Grundsatz „Technik folgt Pädagogik“ vorzunehmen. Schulgebäude sollen mittels Glasfaser an das Breitbandnetz angeschlossen, die Unterrichtsräume mit Funknetzen versehen und die Ausstattung mit digitalen Lehr- und Lernmaterialien bedarfsgerecht und sukzessive erhöht werden. Für den Betrieb soll eine ausreichende Ausstattung mit Support-Personal erfolgen und dieses regelmäßig fortgebildet werden. Alles soll in enger Zusammenarbeit mit den kommunalen Medien- und Rechenzentren sowie den Medienberatungen der erfolgen.

Wo bleibt der DigitalPakt#D?

Auf der diesjährigen didacta im Februar konnte ich einer Podiumsdiskussion lauschen, auf der Vertreter (keine Vertreterinnen) des BMBF, der KMK und einiger Länder noch eher stritten als diskutierten.

Danach war es einige Zeit ruhig. Verhandelt wurde hinter weitgehend verschlossenen Türen. Jetzt scheint ein Ergebnis in Grundzügen zu stehen, auch wenn Minister-Beschlüsse noch ausstehen, die dann aber im Juni folgen sollen.

JAN-MARTIN WIARDA berichtet dies zumindest in seinem Blog und scheint gut informiert. Demnach sieht ein Eckpunktentwurf zur „Bund-Länder-Vereinbarung zur Unterstützung der Bildung in der digitalen Welt im Bereich Schulen“ (wo ist der hippe „DigitalPakt#D“ geblieben?) vor, dass ab 2018 massiv in die digitale Ausstattung der Schulen investiert werden soll.

Im Fokus scheint wohl die Ertüchtigung und der Ausbau der Schulnetze insbesondere in Hinblick auf mobiles Lernen in modernen Funknetzen mit Breitbandanbindung und (cloudbasierten) Diensten zu stehen. Darüber hinaus soll die Qualifizierung der Lehrkräfte ein weiterer wichtiger Eckpfeiler werden.

Das Ganze auf Basis pädagogischer Konzepte der Schulen und Strategien der Schulträger. Auch Landesprojekte sollen gefördert werden. Die Verteilung der Gelder soll dann wohl auf Länderebene in Abstimmung mit dem Bund erfolgen. Unklar ist scheinbar noch der Eigenanteil der Länder.

Viel Investition also, aber wie sieht es mit dem Betrieb und Unterhalt aus? Hier konnten sich Bund und Länder wohl nicht einigen, weswegen man hier die Schulträger in der Pflicht sieht und diese damit dann vermutlich den größten Beitrag leisten müss(t)en.

JedeSchule.de bietet Informationen über rund 30.000 allgemeinbildende Schulen in Deutschland

Die Datenschule der Open Knowledge Foundation Deutschland und BildungsCent e.V. haben heute JedeSchule.de gelauncht, eine Informations- und Recherche­plattform, die Eltern, Schüler/innen, Lehrenden, Politiker/innen und zivilgesellschaftlichen Organisationen den Zugang zu Schulinformationen erleichtert. Ziele des Projektes sind, mehr Transparenz im Bildungsbereich zu ermöglichen und den Dialog zwischen verschiedenen Akteur/innen in der Bildungspolitik zu fördern.

Neben einem Überblick über rund 30.000 allgemeinbildende Schulen in Deutschland, die über eine interaktive Karte durchsucht und gefiltert werden können, sind für alle 16 Bundesländer Informationen zu der Entwicklung der Schularten, den Ausgaben laut dem Bildungsfinanzbericht, der Lehrer/innenbeschäftigung und dem Fremdsprachenangebot zugänglich. Weitergehende Informationen bieten die Schulprofile der etwa 3.000 Schulen in Berlin und Sachsen, hier sind auch Details wie das Leitbild der Schulen, die Entwicklung der Schüler/innen- und Lehrer/innenzahlen sowie Partnerschaften und Schulaktivitäten außerhalb des Unterrichts hinterlegt. Alle Daten des Projekt können heruntergeladen werden und stehen als Open Data zur Verfügung.

KIM-Studie 2016: Computer als Hausaufgabenhilfe

In der letzten Woche wurde die neue KIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger veröffentlicht. Insgesamt zeigt die Studie, dass die Nutzung von Computer und Internet als Mittel zur Wissensvermittlung immer noch eher zuhause als in der Schule stattfindet. In der Schule werden PCs nach wie vor hauptsächlich in speziellem Medien-Fachunterricht eingesetzt, daneben vor allem in Deutsch, Mathe und Fremdsprachen.

Zuhause wird der PC von den meisten Schulkindern genutzt um für die Hausaufgaben im Internet zu recherchieren, Texte für die Schule zu schreiben oder Lernprogramme zu verwenden. Je älter die Kinder sind, desto höher ist der Anteil der Schülerinnen uns Schüler, die zuhause generell einen Computer für die Schule verwenden, er steigt bis bei den Zwölf- bis 13-Jährigen auf 90 Prozent. Eine besondere Rolle bei der Recherche für Schulthemen im Internet spielt auch YouTube. Etwa jeder vierte YouTube-Nutzer sieht sich dort zumindest einmal pro Woche Videos zu Themen aus der Schule an – vor allem gilt dies für Kinder ab zehn Jahren.

Die Studie steht beim mpfs als PDF zur Verfügung.

Versteckte sendefähigige Anlagen – Cayla & Friends

Die niedliche Puppe mit dem blonden Haar beantwortet alle Kinderfragen, indem eine zugehörige App im Internet nach Antworten sucht. Die Puppe (bzw. der Server des Herstellerkonzerns) merkt sich was gefragt und erzählt wird und gibt dann mehr oder wenige passende Antworten. Doch nun ist Schluss mit dem Austausch von Sorgen und Wünschen zwischen Cayla und ihren jungen Puppeneltern. Die Bundesnetzagentur hat das Spielzeug verboten und es als „versteckte sendefähige Anlage“ eingestuft und damit den Besitz untersagt – solche Spionagegeräte sind illegal. Doch Cayla ist nicht das einzige vernetzte Spielzeug das die Kinderzimmer derzeit erobert, auch andere Hersteller arbeiten mit Apps, die aufnehmen und weitersenden können. Zwar kommt es darauf an, was gesammelt und gesendet werden kann, aber mit ziemlicher Sicherheit werden demnächst wohl noch weitere niedliche Spione enttarnt werden…Im Fall Cayla sind Erziehungsberechtigte aufgefordert die Aufnahme- und Sendefunktionen der Puppe, oder am besten gleich die Puppe zu zerstören. Man sollte sehr genau hinsehen, was die hübsche Gefährtin in Pink oder der kuschelige kleine Bär alles kann, bevor man das Objekt den lieben Kleinen zur Seite stellt…

U.a. berichtete die Süddeutsche Zeitung: http://www.sueddeutsche.de/digital/Cayla

Jezt bewerben – der klicksafe Preis 2017

Selbstbestimmt & souverän im Netz (PM klicksafe / 01.02.2017):  Mit dem „klicksafe Preis für Sicherheit im Internet“ zeichnet die EU-Initiative in diesem Jahr wieder Angebote aus, die in vorbildlicher Weise einen sicheren Umgang mit dem Internet fördern. In diesem Jahr werden Maßnahmen, Projekte und Initiativen gesucht, die sich für die selbstbestimmte und sichere Nutzung des Internet einsetzen. Erstmalig können auch kommunikative und mediale Formate (Spots, Filme, TV-, Hörfunk- und Onlinebeiträge, Broschüren, Magazine) am klicksafe Preis teilnehmen. Einreichungen und Vorschläge nimmt klicksafe bis einschließlich 24. März entgegen. Die Preisvergabe findet im Rahmen der Preisverleihung des Grimme Online Award im Juni 2017 in Köln statt. Der Wettbewerb wird traditionell in Zusammenarbeit mit der Stiftung Digitale Chancen (www.digitale-chancen.de) durchgeführt. Alle Bewerbungen und Vorschläge sind online unter www.digitale-chancen.de/klicksafe oder über http://www.klicksafe.de/ueber-klicksafe/kampagne/klicksafe-preis einzureichen. (Grundvoraussetzung für die Teilnahme ist, dass die Angebote für Selbstbestimmtheit, Sicherheit und Souveränität im Umgang mit dem Internet stehen und dazu beitragen, dass jede Nutzerin und jeder Nutzer sich kompetent im Internet bewegen kann.) Der klicksafe Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.

„Nicht besser sein, sondern anders?“

Eine Schule aus unserer Region wurde für den Deutschen Schulpreis 2017 nominiert. In der  Ganztagsgrundschule Borchshöhe in Bremen-Vegesack werden die Schülerinnen und Schüler nicht wie allgemein üblich nach dem Alter aufgeteilt in Klassen, sondern altersübergreifend in „Lernhäusern“ unterrichtet. Dieses Lehrkonzept scheint Eindruck gemacht zu haben. Hoffentlich reicht es für ein Weiterkommen aus.

http://www.radiobremen.de/gesellschaft/themen/schulpreisborchshoehe100.html

Frühkindliche Bildung mit Medien unterstützen

PM-LPR 7.2.2017: Das Materialpaket „Ran an Maus und Tablet“, das von der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) kostenlos als Onlineangebot (www.rananmausundtablet.de) zur Verfügung gestellt wird, will pädagogische Fachkräfte anregen, sich auf den Weg zu machen und Medien im Bildungsprozess einzusetzen. „Ran an Maus und Tablet“ wurde von der LPR Hessen initiiert und finanziert und von Blickwechsel e. V. in Kooperation mit hessischen Institutionen realisiert. Das Materialpaket enthält praxiserprobte Methodenbausteine, leicht verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Orientierungshilfen rund um Hardware, Software und Apps, die wesentlichen rechtlichen Grundlagen, Informationen zu Beratungsangeboten für Eltern und medienpädagogischen Institutionen in Hessen und viele Tipps und Links. Im Kapitel „Medien im Bildungseinsatz“ sind grundlegende Informationen zu den Zielen und Rahmenbedingungen der pädagogischen Arbeit mit Medien zusammengestellt. Hier finden die Fachkräfte auch Informationen zur Bedeutung von Medien im Alltag von Kindern. Also nichts wie ran!

Schulische Medienintegration trifft Open Source

In der vergangenen Woche fand der jährliche Univention Summit in Bremen statt. Auf der rundum gelungenen Veranstaltung trafen sich Systemanbieter, Plattformhersteller und Dienstleister um sich über die Neuerungen der Open Source Branche auszutauschen. Wie im Blogbeitrag zur Ankündigung der Veranstaltung schon bemerkt, war Bildung ein Schwerpunktthema. So sprach Senatorin für Kinder und Bildung in Bremen Frau Dr. Bogedan ein Grußwort. Das Schulwesen war u.a. mit Vertreterinnen und Vertretern zahlreicher Schulträger, Medienzentren und Buchverlagen zugegen.

Am Donnerstag referierte Andreas Breiter vor voll besetztem Saal über die Organisatotionslücken schulischer Medienintegration und sich daraus ergebene Herausforderungen für die nachhaltige Umsetzung. Der Beitrag traf auf großes Interesse, sodass Kernaussagen in diversen folgenden Vorträgen zitiert wurden.

Björn Stolpmann und ich trugen gemeinsam am Freitag über schulische Medienentwicklungsplanung vor. Das Thema beschäftigt vor dem Hintergrund des aktuellen Diskurses um den DigitalPakt#D und die KMK-Strategie viele Schulträger und Medienzentren, sodass wir mit den Teilnehmenden eine Stunde lang angeregt diskutierten. Es war spannend und hat Spaß gemacht.

  

Reaktionen gab es u.a. in der Twittersphere, zu finden unter #UniventionSummit.

Nordlichter aufgepasst: E-Gov Marktplatz Nordwest

Die Virtuelle Region Nordwest vernetzt die öffentliche Verwaltung und andere Körperschaften in der Region, um den Austausch im Bereich E-Government anzuregen und Synergieeffekte nutzbar zu machen. Am Mittwoch, den 01. Februar 2017 veranstaltet sie den E-Government Marktplatz Nordwest, auf dem Mitglieder des Netzwerkes ihre Projekte und Vorhaben zu elektronischen Verwaltungsdienstleistungen präsentieren und mit Interessierten ins Gespräch kommen können.

Die ifib consult GmbH ist mit einem gemeinschaftlichen Thementisch mit dem LK Diepholz und einem Vortrag vertreten und lädt dazu ein, vorbeizuschauen, zuzuhören, mitzudiskutieren. Gemeinsam mit dem Fachdienst e-Government des LK Diepholz sprechen wir u.a. IT-Fachdienststellen und Schulträger an, die sich strategisch mit dem Bereich schulischer IT und den Besonderheiten in Support und Betrieb beschäftigten möchten, mit uns ins Gespräch zu kommen.

Das Programm der Veranstaltung ist hier zu finden, ebenso das Anmeldeformular für Kurzentschlossene.