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Digitale Agenda: Mobile Endgeräte für alle Schülerinnen und Schüler?

In dem Zwischenbericht Medienkompetenz der Internet-Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags hatte es sich bereits angedeutet: Alle Schülerinnen und Schüler sollen künftig über ein eigenes Endgerät verfügen. Auch in vielen Kultusministerien und bei den ersten kommunalen Schulträgern wird das Thema 1:1-Ausstattung aktuell intensiv diskutiert. Meist vor dem Hintergrund der Einbeziehung privater Endgeräte i.S.v. Bring Your Own Device (BYOD). Die Welt und der Focus berichten jetzt, dass SPD und CDU in den Gesprächen zur Bildung ihrer Großen Koalition im Rahmen der „Digitalen Agenda“ allen Schülerinnen und Schülern ein mobiles Endgerät (Tablet oder Smartphone) zur Verfügung stellen wollen. Natürlich unter dem Vorbehalt der Finanzierung. Geplant seien demnach Ausgaben von einer halben Milliarde Euro pro Jahr, insgesamt also zwei Milliarden Euro in der Legislaturperiode. Schnell nachgerechnet: Bei rund 11,2 Millionen Schülerinnen und Schülern, die das Statistische Bundesamt für Deutschland ausweist, komme ich auf einen Betrag von knapp 178 Euro pro Endgerät. In großen Losen ausgeschrieben, bekommt man für diesen Preis wahrscheinlich sogar ein Gerät der unteren Mittelklasse. Allerdings ohne, dass damit der Aufbau und Betrieb der notwendigen Infrastruktur in den Schulen mitfinanziert wäre: Es …

Google Play for Education

Nach Apple und Microsoft bemüht sich nun auch Google verstärkt um den Bildungsmarkt. Als Erweiterung des Google Play Stores ist Google Play for Education geplant. Hier sollen Entwickler ihre „Bildungs-Apps“ einstellen, so dass diese direkt von interessierten Bildungseinrichtungen erworben und eingesetzt werden können. Zuvor müssen sich Entwickler für dieses spezielle Angebot registrieren lassen. Ob bzw. wann und wie Google Play for Education auch für den deutschsprachigen Markt zur Verfügung steht, ist derzeit noch nicht absehbar.

Schulen warten auf Microsoft Tablets

In einem früheren Beitrag in unserem ifib-Blog hatte ich auf eine Aktion von Microsoft hingewiesen, über die Schulen und Bildungseinrichtungen Microsofts Surface Tablet zum Sonderpreis bekommen können. Damals hatte ich schon gemutmaßt, dass viele Schulen auch ohne ihre Schulträger auf diesen Zug aufspringen werden. Offensichtlich ist Microsoft jedoch von dem Ansturm der Schulen überrascht worden, wie der Schulspiegel aktuell berichtet.  Aus Deutschland seien mehr Bestellungen gekommen, als aus allen anderen europäischen Ländern zusammen und Microsoft hat auch Monate nach Abschluss der Aktion einen Großteil der Bestellungen noch nicht abgearbeitet. Die ersten Schulen, die mühsam Gelder für die Beschaffung aufgetrieben hatten, stornieren ihre Bestellungen inzwischen wieder. Wir haben unser Surface übrigens am 30. Juli 2013 bestellt. Mal schauen, wann es geliefert wird …

Tablets: Äthiopien ist nicht Deutschland

SPIEGEL Online berichtet über ein Lernprojekt in Äthiopien – oder eher ein Tablet-Projekt? http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/lernprojekt-in-aethiopien-mit-tablet-computern-lernen-kinder-a-924946.html Lesen lernen ohne Lehrer: Nur mit Tablet-Computern bringen sich Kinder in Äthiopien Buchstaben und Wörter selbst bei. Die Forscher, die das Projekt betreuen, sind von der Neugier der Schüler begeistert. Doch der Lerninitiative droht schon bald das Aus.

Kein Kind soll ohne Tablet bleiben…

Unter der Überschrift „No Child Left Untabled“ hat die New York Times am 12. September von den Planungen in Guilford County berichtet, 18 der 24 Mittelschulen mit Tablets auszustatten. Insgesamt sollen über 15.000 Geräte im Wert von rund 30 Mio. Dollar an Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer ausgegeben werden. Die Reaktionen der Lehrkräfte fallen sehr unterschiedlich aus: Während einige schnell sehr routiniert mit ihrem Tablet umgingen, waren andere nach dem ersten Einführungstag nicht wesentlich über das Einschalten hinaus gekommen. Insgesamt scheint sich die Begeisterung über den Technikeinsatz noch ziemlich in Grenzen zu halten.

Welche Technik-Revolution löst das nächste nicht gestellte Problem in Schulen?

Diesen Artikel habe ich in der Süddeutschen Zeitung gefunden. Er trifft vieles auf dem Punkt und bleibt doch in der alten Tradition von „Technik löst alle Probleme“. Der weite Weg zum vernetzten Klassenzimmer Millionen schauen Vorlesungen im Netz. Tablets erobern weltweit die Klassenzimmer. Dazu gibt es Lernvideos auf Youtube und Nachhilfeunterricht im Netz. Die digitale, vernetzte Bildung ist auf dem Vormarsch – und wird von der rasanten technologischen Entwicklung ständig überrollt.

Chirurgen ausbilden mit Google Glass

Zugegeben: Mit Medienentwicklungsplanung für Schulen hat dieses Thema nur sehr am Rande zu tun. Der Tech-Informationsdienst The Verge berichtet, dass am Wexner Medical Center der Ohio State University mit dem Einsatz von Google Glass in der Ausbildung von Chirurgen experimentiert wird. Wie es scheint, sind die Erfahrungen durchaus positiv. Studierende könnten künftig auf diese Art und Weise einen sehr direkten Eindruck von einem chirurgischen Eingriff bekommen – und zwar unabhängig davon, an welchem Ort der Welt die Operation gerade stattfindet. Auch für die Konsultation von Kollegen bei schwierigen Eingriffen könnte Google Glass neue Möglichkeiten eröffnen. Wie gesagt: Ob Google Glass im schulischen Unterricht sinnvoll eingesetzt werden kann, ist sicher mehr als ungewiss. Der Einsatz von Google Glass in der chirurgischen Ausbildung ist aber sicher ein weiteres bemerkenswertes Beispiel für die durch neue Technologien eröffneten Veränderungen von Lehren und Lernen. Nachtrag: Christian Müller hat sich in seinem Blog mit meiner in der Google+-Community „Bildung Online“ aufgeworfenen Frage beschäftigt, wo Google Glass künftig Bildungsprozesse unterstützen könnte. Weitere Vorschläge und Kommentare sind natürlich gern gesehen.

E-Book und PDF: Mobiles Lernen in der Schule

Frank Thissen, Professor an der Hochschule der Medien in Stuttgart, hat in seinem E-Book „Mobiles Lernen in der Schule“ fundierte Informationen zum Einsatz von Tablets in Schulen sowie entsprechende Forschungsergebnisse und Praxisbeispiele zusammengetragen. Das E-Book steht bei iTunes zum kostenfreien Download für iPads und alternativ als PDF (Vorsicht: 59 MB!) zur Verfügung.

Lehrkräfte in L.A. probieren iPads aus

In einem früheren Beitrag haben wir darüber geschrieben, dass die Stadt Los Angeles plant, bis Ende 2014 alle Schülerinnen und Schüler mit iPads auszustatten. Wie die Los Angeles Times aktuell berichtet, wird es für die Lehrkräfte der ersten sechs Schulen in L.A. nun ernst: Anfang der Woche haben sie das erste Training an ihren iPads erhalten. Insgesamt ein sehr ehrgeiziges Projekt, das wir weiterhin beobachten werden.

Elterliche Ängste vor Kontrollverlust?

In der taz vom 3.8.2013 wurde ein Interview mit dem Medienphilosophen Frank Hartmann, Professor an der Bauhaus-Universität Weimar, veröffentlicht. Seine These: Vorbehalte von Eltern gegenüber Tablets haben häufig mit Ängsten vor Kontrollverlust zu tun: „Sie [die Eltern] fürchten, ihren Expertenstatus zu verlieren. Eltern waren ihren Kindern bislang in fast allen Belangen überlegen. Vor allem was die Technik angeht. Einen Computer muss man einem Kleinkind erst mal erklären – die ganze Koordination von Maus und Auge auf dem Bildschirm, das ist im Grunde eine Expertentechnik. Bei der Touchscreen-Technologie hat sich das geändert. Schon Drittklässler gehen damit geschickter als ihre Eltern um. Einfach weil die Geräte so intuitiv bedienbar sind.“