Alle Artikel in: Medienaneignung

iPads im Klassenzimmer – Zwischenbilanz nach fünf Jahren Tablet-Unterricht

Wer von Christoph Dernbachs Beitrag Antworten auf die Frage erwartet, ob Schülerinnen und Schüler mit dem iPad besser lernen bzw. wie sich die Arbeit mit dem Medien auf Bildung und Kompetenzerwerb auswirken, wird wahrscheinlich enttäuscht. Dennoch wirft der Beitrag ein paar interessante Aspekte auf, die es zu lesen lohnt. Das ist aus meiner Sicht insbesondere die Vorstellung neuer technischer Features von Apple die den Einsatz der Geräte im Unterricht erheblich vereinfachen, gerade wenn man nicht auf Basis einer 1:1-Ausstattung arbeiten kann. Denn mit der Funktion „Shared iPad“ wird das Gerät jetzt endlich mehrbenutzerfähig, d. h. verschiedene Schülerinnen und Schüler können sich auf einem Gerät anmelden und mit einem personalisierten Profil arbeiten. Allerdings funktioniert diese Lösung wohl nur auf den Geräten der neusten Generation. Für Lehrkräfte ebenfalls interessant ist die App „Classroom“, mit der die Lehrkraft z. B. auf ihrem Gerät sehen kann, woran eine Schülerin gerade arbeitet. Interessant sind aber auch die Einsichten von Andreas Hofmannl und André Spang, iPad-Enthusiasten der 1. Stunde, die u. a. davon berichten, wie schwierig es ist, die Arbeit mit …

Schulische Medienintegration aus Sicht der Eltern

Eltern werden- wenn es um die Medienintegration in der Schule geht – häufig nicht gefragt. Dabei geraten sie zunehmend in den Fokus, gerade wenn es darum geht, dass die Ausstattung der Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten für den schulischen Einsatz von ihnen finanziert werden soll. Vor kurzem hat der Branchenverband bitkom Eltern zum Thema schulischer Medienintegration befragt. Der Studie nach fühlen sich Eltern demnach mehrheitlich kompetent, wenn es um das Wissen zu unterschiedlichen Medienthemen geht. Gleichzeitig fühlen sich viele Eltern offenbar im Kontext der Medienerziehung ihrer Kinder. So stimmen z. B. 51 Prozent der befragten Eltern der Aussage zu, dass sie sich manchmal damit überfordert fühlen, ihrem Kind die Chancen und Risiken digitaler Medien nahe zu bringen. Bezüglich der in den Schulen vorhandene IT-Ausstattung –  die ja momentan in aller Munde ist – äußern sich die Eltern überwiegend kritisch, und lediglich rund ein Drittel der Befragten klassifiziert den Zustand der Computertechnik in den Schulen als mindestens gut. Im Gegensatz dazu gehen 40 Prozent davon aus, dass die Ausstattung der Schulen schlecht bis sehr schlecht …

Pokémon GO – Worum geht es?

Totgesagte leben länger, das gilt auch für das japanische Unternehmen Nintendo, die unlängst mit dem Spiel Pokémon GO einen der größten Erfolge im Bereich mobiler Spiele gelandet haben. handysektor.de – ein Informationsangebot, das Jugendliche beim kompetenten Umgang mit mobilen Medien unterstützen will, hat zu dem Spiel ein umfangreiches Themenspecial zusammengestellt, das auch für Erwachsene und insbesondere für Pädagoginnen und Pädagogen interessant ist.

Ausschreibung 2016: Dieter Baacke Preis in fünf Kategorien

Mit dem Dieter Baacke Preis zeichnen die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bundesweit beispielhafte Projekte der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit in Deutschland aus. Ziel ist es, herausragende medienpädagogische Projekte und Methoden aktiver Medienarbeit zu würdigen und bekannt zu machen, die Kindern, Jugendlichen und Familien einen kreativen, kritischen Umgang mit Medien vermitteln und damit Mediennutzung und die Ausgestaltung der Medienkompetenz fördern. Der Dieter Baacke Preis 2016 wird in fünf Kategorien vergeben, die jeweils mit 2.000,- € dotiert sind: Projekte von und mit Kindern Projekte von und mit Jugendlichen Interkulturelle und internationale Projekte (z.B. grenzüberschreitende medienpädagogische Projekte und Projekte, welche den interkulturellen Austausch fördern oder die Situation von Kindern, Jugendlichen, Familien mit Migrationshintergrund berücksichtigen, deren Teilhabe fördern, besonders auch in der Zusammenarbeit mit Geflüchteten/Refugees), Medienarbeit als Schlüssel zur Integration Intergenerative und integrative Medienprojekte (medienpädagogische Zusammenarbeit, Austausch zwischen den Generationen, familienorientierte Medienarbeit , medienpädagogische Projekte mit inklusivem und integrativem Ansatz, welche z.B. die Nutzungsmöglichkeiten digitaler Medien in einer inklusiven Gesellschaft fördern) Projekte mit besonderem Netzwerkcharakter (modellhafte, innovative medienpädagogische …

Neue JIM-Studie online

Seit ein paar Tagen ist auch die aktuelle JIM-Studie online. Sie liefert nun schon zum 17ten Mal aktuelle Befragungsdaten zur Mediennutzung der zwölf- bis 19-Jährigen. Dazu wurden wieder 1.200 Jugendliche im Sommer diesen Jahres befragt. Die Studie weiß u. a. zu berichten, dass sich Videos nach wie vor ungebrochener sehr hoher Popularität bei den Heranwachsenden erfreuen. So benennen z. B. 61 Prozent der Befragten YouTube als ihr liebsten Internetangebot. Mit 36 Prozent folgt Faceobook weit abgeschlagen nur auf Platz 2 und auch die populäre Messenger-Software schaffte es mit 29 Prozent nur auf Platz 3. Die gesamte Studie kann wie immer unentgeltlich auf den Seiten des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest heruntergeladen werden.

Mehr Lesestoff: Ein kleiner Hinweis…

…in eigener Sache. Wie sieht eine nachhaltige Medienintegration an Schulen aus, wer ist zuständig und wieviel kostet es? Diesen Fragen ist das ifib in der Studie „Szenarien lernförderlicher IT-Infrastrukturen in Schulen -Betriebskonzepte, Ressourcenbedarf und Handlungsempfehlungen“ im Auftrag der Bertelsmann Stiftung nachgegangen. Die Studie richtet sich an Bildungsplanerinnen und -planer in Kommune, Stadt und Ländern. Schulen werden Anreize zur strategischen Entwicklung des eigenen Medieneinsatzes gegeben. Ausgehend von den Spezifika des deutschen Bildungssystems, die in strukturellen Veränderungsprozessen eine holistische Betrachtungsweise erfordern, werden in der Studie Beteiligte und auf Arbeitsschwerpunkten basierend Zuständigkeiten bekannt. Einige nationale und internationale Praxisbeispiele verdeutlichen klassische Herausforderungen und ihren Umgang damit. Anhand einer Modellschule (Sekundarstufe) werden Kostenfaktoren identifiziert und in Posten kategorisiert, Rechenwege und Hilfsformeln werden aufgezeigt. Ergebnis der Kostenabschätzung sind die durchschnittlichen Kosten pro Schülerin und Schüler und Jahr der Modellschule in den Ausstattungsszenarien 1:1 und 5:1. Die Berechnung zielt darauf ab, als Orientierungshilfe für die Abschätzung relevanter Aspekte der Medienentwicklungsplanung und ihren Kosten dienen zu können. Ein Gesamtbild wird konstruiert, das die Komplexität der schulischen Medienintegration und ihrer Finanzierung aufzeigen soll, praxisorientiert herunter zu brechen versucht, und so zur öffentlichen Debatte zur Mediatisierung von …

Dokumentation zur Integration von Tablets in der Grundschule veröffentlicht

In der aktuellen Diskussion um die schulische Mediennutzung nimmt die spontane und flexible Nutzung von mobilen Endgeräten eine zentrale Rolle ein. Vor allem in Grundschulen scheinen Tablets deutliche Vorteile gegenüber den dort etablierten technischen Lösungen zu bieten. Entsprechend viele Tablet-Projekte wurden bereits in Grundschulen initiiert. Viele dieser Vorhaben leiden jedoch unter erheblichen Anlaufschwierigkeiten da sie ohne hinreichende Planung erst mit der Ausgabe der Geräte starten, und eine Reihe wichtiger Schritte nicht getätigt werden,um solche Vorhaben möglichst erfolgreich zu gestalten. Die ifib consult hat im letzten Jahr den hessischen Wetteraukreis dabei unterstützt, den Einsatz von Tablets an einer der Grundschulen des Kreises vorzubereiten. Die Ergebnisse der Unterstützung liegen jetzt zur Weiternutzung vor. Die Dokumentation erklärt kleinteilig die erforderlichen Schritte, um die Voraussetzungen für die Arbeit mit Tablets an einer Grundschule zu schaffen. Das sind u. a. die Entwicklung eines Medienkonzeptes, die Sicherstellung von Service und Betrieb der eingesetzten Geräte, die Entwicklung von Nutzungsszenarien inklusive korrespondierender App-Auswahl, die Auswahl und Erstellung von Lern- und Unterrichtsmaterialien sowie die medienpädagogische Unterstützung und Fortbildung der beteiligten Lehrkräfte. Natürlich berücksichtigt die …

Always On – Smartphonenutzung von Kindern und Jugendlichen

Unter dem Titel „Mediatisierung mobil – Handy und mobile Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen“ veröffentlicht die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) eine neue Studie, in der die Nutzung von Smartphones durch Kinder und Jugendliche analysiert wird. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Mannheim, die die Studie im Auftrag der LfM durchführten, stellten sich dabei die Fragen, wie die Acht- bis 14-Jährigen mobile Medien nutzen und welchen Stellenwert diese in ihrem Alltag haben. Den Auswirkungen der Verbreitung von Smartphones in dieser Altersgruppe widmeten sie sich in Leitfadeninterviews, Gruppendiskussionen und einer quantitativen Befragung von 500 Kindern und Jugendlichen. Smartphones bzw. ein mobiler Internetzugang sind demnach insbesondere für die Kommunikation mit Peers von hoher Relevanz. Die Kehrseite dieser Kommunikationsform unter Kindern und Jugendlichen ist, dass sich diejenigen ohne entsprechenden mobilen Internetzugang von der Kommunikation ausgeschlossen fühlen. Sowohl Eltern als auch Kinder schätzen die Möglichkeiten der Alltagsorganisation. Deutlich wird aber auch, dass hinsichtlich einer Handyerziehung Unsicherheit auf Seiten der Eltern herrscht, die sich vorrangig in restriktiven Maßnahmen niederschlägt. Die Autorinnen und Autoren regen „neue Formen der Medienerziehung“ an, „die …

„miniKIM 2014 Kleinkinder und Medien“ veröffentlicht

Medien spielen im Alltag von Kindern eine große Rolle, auch Mädchen und Jungen im Vorschulalter wachsen keineswegs medienfern auf. Bei der Mediennutzung von Zwei- bis Fünfjährigen spielen nach wie vor das Fernsehen und (Bilder-)Bücher eine zentrale Rolle. Die Ergebnisse der Studie miniKIM 2014 (Kleinkinder und Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest, bei der die Haupterzieher zum Medienumgang ihrer Kinder befragt wurden, stehen jetzt zur Verfügung.

Handys schaden dem Lernen: hier ist der Beweis

Die ehrwürdige London School of Economics (LSE) hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, die „nachweist“, dass Schülerinnen und Schüler an Schulen mit Handy-Verbot (in Großbritannien) signifkant besser bei den nationalen Tests (GCSE) abschneiden, als weniger restriktive Schulen. Das berichtet der Guardian in seiner Ausgabe vom 15.5.2015. Unter dem Titel „Distraction & Student Performance“ haben Beland und Murphy detailliert untersucht, wie sich die Handy-Nutzung insbesondere bei „schwächeren“ Schülerinnen und Schülern negativ auf die Leistungsergebnisse ausgewirkt hat. Ist das nun Wasser auf die Mühlen der Handy-Verbieter (und darunter sind einige deutsche Schulen, die eher aus dem Bauch heraus argumentieren) oder zeigt dies nur, dass Medienkompetenz noch viel stärker in den Alltag der Schule integriert werden muss?