Alle Artikel in: Medienentwicklungsplan

PEST-Analyse im Kontext der strategischen Schulentwicklung

Die PEST- bzw. auch STEP-Analyse genannte Ansatz dient zur Betrachtung von strategischen Entwicklungen basierend auf Trends, Technologien und externen Einflüssen. PEST steht für Political – Politische Faktoren, Economic – Wirtschaftliche Faktoren, Socio-Cultural – Sozio-kulturelle Faktoren, Technical – Technische Faktoren und stammt aus der Umweltanalyse und ist damit primär der Volkswirtschaftslehre zuzuordnen. In der Literatur wird diese aber in der Betriebswirtschaftslehre, im Bereich der externen Unternehmens- bzw. Organisationsanalyse genutzt. Die PEST-Analyse bietet sich vor allem für die Betrachtung und Bewertung von zukünftigen Entwicklungen an, um das Potenzial eines Marktes für z. B. ein Unternehmen, Organisationen und/oder Projekte zu identifizieren. Dabei wird auf eine umfangreiche Quantifizierung, wie sie z. B. die Total Cost of Ownership- und Nutzwertanalyse vorsieht, verzichtet. Hierdurch ist es möglich, schnell und ohne größere Vorbereitung Ergebnisse zu generieren und einen groben Fahrplan zu entwickeln. Im Bildungsbereich bietet sich das Vorgehen insbesondere für zukunftsträchtige Entwicklungen, wie z. B. Bring-Your-Own-Device (BYOD), Get-Your-Own-Device (GYOD mit z. B. elternfinanzierten Endgeräten für alle Schülerinnen und Schüler) und das digitale Klassenzimmer an. Für die Betrachtung sollte zuerst der Fokus klar …

Bremen: Erste Tablets nach wenigen Wochen eingetroffen

Im Juli hat der Bremer Senat die Großbeschaffung von Tablets für Lehrkräfte und Schülerinnen beschlossen. In der Pressemitteilung heißt es: „In einer ersten Tranche investiert der Bremer Senat 16,7 Millionen Euro in einen mächtigen digitalen Schub für die öffentlichen Schulen des Landes Bremen. Darin enthalten: 7.680 iPads für alle Lehrkräfte, Referendarinnen und Referendare sowie insgesamt 30.000 iPads für Schülerinnen und Schüler, die in einem Haushalt mit schwierigen sozialen Herausforderungen leben. Hinzu kommen Mittel für Videokonferenz-Lösungen. Zudem werden die Senatorin für Kinder rund Bildung (SKB) und der Senator für Finanzen (SF) beauftragt, ein Konzept zu erstellen, um weitere Tranchen iPads für alle weiteren Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Schulen des Landes Bremen (zusätzlich rund 60.000 iPads/ 35 Mio. Euro) beschaffen zu können. Das hat der Bremer Senat heute (7. Juli 2020) beschlossen.“(zur Pressemitteilung). Die einhergehenden Aufgaben wie eine zeitnahe Beschaffung, Inbetriebnahme, Integration in die bestehende Systemland, Qualifizierung sind enorm aufwendig und anspruchsvoll für alle Beteiligten. Die zeitliche Planung ist ambitioniert. Innerhalb weniger Wochen, während der schulischen Sommerferien, konnten die notwendigen Vorarbeiten geleistet werden. Die ersten Tablets …

Wie wird ein virtueller Workshop zu einem guten Erlebnis?

In dem Blogbeitrag „Videobotschaften aus dem Homeoffice“ berichteten wir bereits davon, dass wir die aufgrund von Corona abgesagten Workshops im Rahmen der Medienentwicklungsplanung nicht einfach in ein digitales Format übertragen wollten. Unsere Workshops sind davon geprägt, dass wir durch die Zusammenarbeit in Kleingruppen und den gemeinsamen Erfahrungsaustausch eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre schaffen. Für viele Vertreter*innen der Schulen ist es eine ungewöhnliche Situation und auch wir haben unsere Arbeit bisher vorrangig persönlich und vor Ort ausgeübt. Es ist etwas anderes, wenn man sich in Person sieht und gemeinsam an etwas arbeitet, folglich bekommt die Zusammenarbeit im virtuellen Raum eine andere Bedeutung und erfordert auch eine neue Herangehensweise. Workshops müssen neu konzipiert und organisiert werden. Wir haben uns bei der Konzeption der digitalen Workshops daher die Frage gestellt: Wie können wir die virtuelle Kollaboration so gestalten, dass wir bei den Schulen das Engagement wecken, Bedarfe zu kommunizieren und das Vertrauen schaffen, sich offen über Erfahrungen auszutauschen? Die Workshops zur Bedarfsermittlung dienen uns als Grundlage für den Medienentwicklungsplan. Mit den Schulen werden eine gemeinsame Linie für das …

Videobotschaften aus dem Homeoffice

Bahnreisen nach Hessen, Mecklenburg-Vorpommern oder ins benachbarte Niedersachsen konnten wir in den vergangenen Wochen aufgrund der Pandemiebestimmungen nicht wie gewohnt antreten. Bereits geplante und terminierte Informationsveranstaltungen und Workshops im Rahmen der Medienentwicklungsplanung sollten aber zulasten der Haushaltsplanungen nicht auf ungewisse Zeit verschoben werden. Eine direkte Übertragung der Veranstaltungen in digitale Formate kam für uns ebenso wenig infrage. Wir haben die Konzepte daraufhin auf die derzeitigen Anforderungen zugeschnitten. Um über die nächsten Schritte, angepasste Verfahren und eingesetzten Tools zu informieren haben wir anlassbezogen kleine Videobotschaften im Homeoffice produziert und versendet. Daneben haben sich auch kleine Hilfestellungen mit Praxistipps als überaus hilfreich erwiesen, wie z.B. eine „Netiquette“ für Videokonferenzen und Webinare (siehe unten). Auf diese Weise gelang es uns, Schulträger und Lehrkräfte flexibel zwischen Homeschooling und Präsenzunterricht zu erreichen und auch Teilnehmende zu gewinnen, die bisher wenig mit digitalen Tools gearbeitet haben.

Medienentwicklungsplanung aus dem Home Office … Warum eigentlich nicht?

als unser Team um die Medienentwicklungsplanung die Verlagerung der Arbeit ins Home Office und die Kita- und Schulschließung ereilte, mischte sich wiederstreitend mehr Sorge, Verantwortungsbewusstsein, Entschlossenheit, Dankbarkeit und auch Unsicherheit in unser Berufsleben als zuvor. Auch wir haben Kinder, leben in Wohngemeinschaften mit punktuell oder permanent überlasteter Netzanbindung, gehören selbst zu Risikogruppen oder kümmern uns. Gleichzeitig waren wir uns einig, dass die Medienentwicklungspläne als ein wichtiger Baustein für die dringend notwendige Weiterentwicklung der IT an Schulen, unbedingt weitergeschrieben werden müssen. Hier können wir einen wichtigen Beitrag leisten. Aber nur in der gewohnten Qualität. Also wie kann das funktionieren? Die typischen Phasen der Erstellung eines Medienentwicklungsplans bei der ifib consult (Initialisierung, Bestandsaufnahme, Bedarfsermittlung, Konzepterstellung und Berichtslegung, Gremienarbeit) haben wir kritisch geprüft und auf die neuen Erfordernisse angepasst. Auf den folgenden (Querschnitts-)Themen lag dabei ein Augenmerk: Befähigung des Teams (Ausstattung), interne Abstimmung und Motivation, externe Abstimmung und Austausch, Befragungen und Workshops mit Schulen und Schulträgern, Qualitätssicherung. In den meisten der genannten Bereiche werden seit geräumiger Zeit digitale Anwendungen verwendet, die auch aus dem Home Office gut vor-/nachbereitet …

Regionale Medienentwicklungsplanung für den Landkreis Rotenburg

Einheitliche Bedingungen und Standards für alle Schulen bei der IT-Ausstattung, dessen Betrieb und Support, das ist das Ziel des Landkreises Rotenburg und aller Schulträger. Die ifib consult hat sich nach einer Bewerbungsphase zu Beginn des Jahres erfolgreich gegen Mitbewerber*innen durchgesetzt und kann nun den Landkreis Rotenburg bei der Erreichung dieses Ziels unterstützen. Nach der offiziellen Auftaktveranstaltung für alle beteiligten Schulträger am 18.05.2020 geht es nun los mit der Bestandsaufnahme der Schulen der Kommunen und zwei privaten Schulträgern. Die nächsten Monate wird uns und den Landkreis mit den kreisangehörigen Gemeinden dann die Frage begleiten, wie man sich für die nächsten fünf Jahre aufstellt und welche Möglichkeiten sich daraus für die Zukunft ergeben werden, damit die Schulen für die digitale Zukunft gerüstet sind. Das Projektteam – bestehend aus Dr. Anja Zeising, Lea Telle, Marten Borchers und Mariele Müller – freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Rotenburg und die gemeinsame Entwicklung des regionalen Medienentwicklungsplans. Weitere Informationen zu den Beteiligten und den Zielen seitens des Landkreises finden Sie in der offiziellen Pressemitteilung, die durch den Landkreis Rotenburg …

Schule im Lock-Down – Lernplattformen als Klassenraumersatz?

Wer hätte gedacht, dass einmal alle Schulen, Kindergärten und große Teile unserer Wirtschaft von heute auf morgen schließen und wir alle auf Abstand gehen müssen? Vermutlich wird dies kaum einer für möglich gehalten haben, ich zumindest nicht. Die Krise trifft uns alle und einige Bereiche besonders schwer. Aktuell tritt dies im Bereich der Bildung besonders deutlich hervor und zeigt, dass ein dezentraler und digitaler Schulbetrieb häufig nur begrenzt oder kaum möglich ist, wobei es auch Ausnahmen gibt! Häufig wird an dieser Stelle der Einsatz von Lernplattformen bzw. Lern-Management-Systemen (LMS) als Ausweg genannt, da die existierenden Systeme auf dem Markt unter anderem damit werben, den Schulbetrieb auf digitale Weise maßgeblich zu unterstützen. Fraglich ist aber, welche Anforderungen und Funktionen hierfür notwendig sind, sodass der Einsatz eines LMS den Unterricht fördert und die pädagogischen Bedarfe möglichst passgenau unterstützt. Lernplattformen gibt es seit vielen Jahren, zwei Beispiele dafür sind die frei verfügbaren Systeme CommSy und Moodle die bereits seit 1999 und 2001 existieren. Über die Jahre hat sich das Angebot allerdings stark erweitert, sodass neben den genannten, auch …

Handreichung zur Medienentwicklungsplanung in Schleswig-Holstein mit Unterstützung des ifib

Das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) hat eine Handreichung zur kommunalen Medienentwicklungsplanung für Schulträger in Schleswig-Holstein herausgegeben, die unter tatkräftiger Mitarbeit des ifib entstanden ist. Der Schwerpunkt der Handreichung liegt auf den Aufgaben, die zu leisten sind, wenn ein Schulträger in Schleswig-Holstein den Prozess der Medienentwicklungsplanung selbst ausgestalten möchte und gibt dafür viele Tipps und Hilfestellungen. Auch wenn in der Handreichung vor allem auf die Situation in Schleswig-Holstein mit seinen vielen kleinen Schulträgern eingegangen wird und vielfach Bezüge zu den Vorgaben und Unterstützungsangeboten des Landes Schleswig-Holstein hergestellt werden, gibt es natürlich viele allgemeingültige Empfehlungen, die auch für kommunale Schulträger in anderen Bundesländern hilfreich sein können. Die Handreichung kann auf den Webseiten der Medienberatung des IQSH heruntergeladen werden.

Kurzbericht zur didacta in Köln

Bunt und wuselig empfing mich die didacta am 20. Februar in diesem Jahr in Köln und darüber hinaus unzählige Besucher*innen aus der gesamten Republik. Der schleifende Sound mitgebrachter Rollkoffer, die sich im Laufe des Messetages mit diversen Broschüren und digitalen Gadgets randvoll füllten, untermalte das vorherrschende Stimmengewirr in den Hallen beruhigend. Gewohnt souverän präsentierten sich die großen Player wie Verlagshäuser, Systemanbieter und insbesondere auch die Medienberatung NRW in den vier Messehallen. Während auf der didacta ebenso einem Ergebnis des Vermittlungsausschusses in Sachen DigitalPakt Schule entgegengefiebert wurde, standen verwandte Themen wie die Erstellung von Medienkonzepten und Medienentwicklungsplänen im Fokus diverser Veranstaltungen. Die Relevanz der Thematik wurde durch gut gefüllte Zuhörerreihen, die sich mitunter bis in die Messegänge ausdehnten, noch einmal unterstrichen.

Der Digitalpakt Schule kommt!

Anfang Dezember scheiterte die Abstimmung zur Änderung des Grundgesetzes, mit der der Weg für den Digitalpakt Schule geebnet werden sollte. Hierfür muss nach Auffassung vieler Ländervertretungen und des Bundes, der Artikel 104c im Grundgesetz geändert werden, der die finanzielle Unterstützung für finanzschwache Länder ermöglicht, aber in der Fläche verhindert. Am Mittwoch den 20.02 tagten die Vertreter*innen von Bund und Ländern und widmeten sich dem im Vermittlungsausschuss ausgehandelten Kompromiss, in dem die Bedingungen für die Ausschüttung der Bundesmittel behandelt wurden. Ein strittiger Punkt war die Kofinanzierung der Länder in Höhe von 50%. Darin sahen einige Länder einen Eingriff in ihre Souveränität bei Bildungsangelegenheiten und einen Widerspruch zur bezweckten Breitenwirkung, die finanzschwachen Länderhaushalten die Bewerbung um Fördergelder deutlich erschwere oder sie verhindere. Diese Regelung wurde in der Überarbeitung gekippt und am 20.02. stimmten die Vertreterinnen und Vertreter dem Kompromiss zu. Der Bundesrat muss dem Einigungsvorschlag am 15.03. noch mit einer Zwei-Drittel Mehrheit zustimmen und kann den Digitalpakt Schule damit besiegeln. Der Digitalpakt Schule soll die digitale Infrastruktur fördern, während Länder, Kommunen und Schulen sich um entsprechende pädagogische …