Alle Artikel in: Medienentwicklungsplan

Aus die Maus – iPad Projekt im Los Angeles Unified School District endgültig gescheitert

Das iPad Projekt im Los Angeles Unified School District ist wahrscheinlich das Vorhaben, über das wir in diesem Blog am häufigsten berichtet haben. Jetzt ist das Projekt in seiner ursprünglichen Form endgültig gescheitert, nachdem der Leiter des Unified School Districts, John Deasy zurücktreten musste, nachdem herausgekommen war, dass er, bevor es zur Unterzeichnung der entsprechenden Verträge mit Apple und dem Schulsoftwarehersteller Pearson kam, mit diesen offenbar schon in zu engem Kontakt gestanden hat, wie u. a. die LA Times berichtet. Diese Problematik hat sicherlich nichts mit technisch-organisatorischen Schwierigkeiten zu tun, die auch zum Scheitern des Projektes beitrugen. Sie demonstriert aber eindrücklich, dass es bei der Ausstattung von Schulen mit IT-Technologie auch um handfeste wirtschaftliche Interessen geht und dabei sehr viel Geld zu verdienen ist. Mit entsprechender Vorsicht sind daher gerade die Versprechungen von IT-Unternehmen hinsichtlich des Nutzens ihrer Produkte für die Verbesserung von Lern- und Bildungsprozessen zu bewerten. Umso wichtiger sind – wenn man sich denn für großflächige 1:1-Ausstattungen von Schulen bzw. Schülerinnen und Schülerng entscheidet – geeignete Planungs- und Abstimmungsprozesse im Rahmen einer Medienentwicklungsplanung, …

Smartphone für junge Leute wichtiger als Fernseher

Gestern stellten die Medienanstalten in Berlin ihren aktuellen Digitalisierungsbericht vor. Primär geht es darin um „(…) die Zahlen und Fakten zur Empfangssituation von Fernsehen und Radio sowie der Nutzung der digitalen Endgeräte und Dienste.“ [1] Daneben wurde auch die Nutzung und Wichtigkeit von Empfangsgeräten abgefragt. Hier wird ein interessanter Trend sichtbar: Bei den unter 40-Jährigen ist das Smartphone das wichtigste Gerät. Dieser Trend verstärkt sich mit abnehmendem Alter: In der Alterskohorte der 30-39-Jährigen halten 31 Prozent der Befragten das Smartphone für ihr wichtigstes Gerät, bei den 20-29-Jährigen sind es 45 Prozent und bei den 14-19-Jährigen mit 52 Prozent über die Hälfte. Verlierer dieser Entwicklung ist ganz klar das klassische TV-Gerät. Die Wichtigkeit von PC und Laptop bleibt über die genannten Kohorten relativ stabil. Dies deckt sich mit dem zunehmenden Anteil an Schülerinnen und Schülern, die über ein eigenes Smartphone verfügen. Laut der aktuellsten KIM-Studie aus dem Jahr 2012 besitzen knapp 60 Prozent aller 6-13-Jährigen ein Handy oder Smartphone. Die aktuelle JIM-Studie aus dem Jahr 2013 zeigt, dass alle 12-19-Jährigen zumindest ein Handy besitzen. Knapp drei …

In Los Angeles rückt man von der Ausstattung aller SchülerInnen mit dem gleichen Tablet ab

In diesem Blog haben wir bereits mehrfach über die Pläne des Los Angeles Unified School District berichtet, alle Schülerinnen und Schüler mit einem iPad auszustatten. Von diesem Ziel rückt die Schulverwaltung dort laut einem Beitrag der LA Times Das ändert gleichwohl nichts an dem usprünglichen Vorhaben, alles Schülerinnen und Schüler mit einem persönlichen Endgerät auszustatten. Nunmehr können die Schulen aber z.B. wählen, ob sie lieber mit Laptops als mit Tablets arbeiten wollen. Ein Mitglied des dortigen Schulausschusses äußert sich dazu folgendermaßen: Why would we treat all our students — whether they are a first-grader or a high school freshman — as if they all had the same technology needs? They don’t…. To have a one-device-fits-all approach does not make sense.“ Dabei war es beim Rollout der iPad auch schon zu verschiedensten Problemen gekommen, Ob das u. U. (auch) auf eine mangelhafte Medienentwicklungsplanung zurückzuführen ist, lässt sich an dieser Stelle nicht beurteilen. Offensichtlich scheint man sich mit dem ursprünglichem Vorhaben aber ein wenig übernommen zu haben.

Potenziale von Cloud-Lösungen für die Schul-IT

Die Ergebnisse unseres Projektes zu Potenzialen von Cloud-Lösungen für die Schul-IT mit hessischen Schulträgern im Rahmen der Landesinitiative Schule@Zukunft liegen jetzt als Broschüre zum Download vor. Im Rahmen der Untersuchung wurde ausgehend von den pädagogischen Anforderungen der Lehrkräfte betrachtet, in welchen Bereichen es künftig sinnvoll sein kann, die lokale Datenhaltung und Bereitstellung von Applikationen und Diensten zugunsten zentral betriebener, web- bzw. cloudbasierter Lösungen zu ersetzen. Die Ergebnisse und Ideen wurden auf einem Expertenworkshop mit Herstellern und Betreibern verschiedener Systemlösungen für den Bildungsbereich diskutiert. Auf dieser Basis wurden unterschiedliche Szenarien und Strategien aufgezeigt, um solche Cloudlösungen in die schulische IT-Infrastruktur zu integrieren.

Kosten der Inklusion – Potenziale der digitalen Medien?

Nach einem aktuellen Gutachten im Auftrag der kommunalen Spitzenverbände unter dem Titel „Mögliche kommunale Folgekosten der Umsetzung der Inklusion im Schulbereich in Nordrhein-Westfalen am Beispiel der Stadt Essen und des Kreises Borken“ kommen die Autorinnen und Autoren zu Folgekosten auf der Basis ihrer Grundannahmen, die weit über die bisher kommunizierten Aufwände hinaus gehen. Haben sie sich verrechnet? Die Landesregierung erwartet kaum Zusatzkosten für die Kommunen – und hat auch schon ein Gegen-Gutachten in Auftrag gegeben. Was hat das mit digitalen Medien zu tun? Gleich dreierlei: erstens gleichen sich die Forderungen zwischen Land und Kommunnn in Bezug auf die Finanzierung der IT- und Medienausstattung der Schulen mit Verweis auf das Konnexitätsprinzip (oder juristisch „Konnexitätsausführungsgesetz“), also die Kopplung von zwingend erforderlichen Mehrausgaben bei den Kommunen an eine Unterstützung durch das Land. Auch bei der IT-Ausstattung sind sämtliche nachhaltigen Aktivitäten bisher daran gescheitert, dass die Folgekosten für Wartung, Support usw. an den Kommunen hängen bleiben, die damit überfordert sind. Zweitens wird die sinnvolle und richtige Diskussion um die Inklusion die erforderlichen Ausgaben dorthin und von den digitalen Medien …

Digitale Agenda: Mobile Endgeräte für alle Schülerinnen und Schüler?

In dem Zwischenbericht Medienkompetenz der Internet-Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags hatte es sich bereits angedeutet: Alle Schülerinnen und Schüler sollen künftig über ein eigenes Endgerät verfügen. Auch in vielen Kultusministerien und bei den ersten kommunalen Schulträgern wird das Thema 1:1-Ausstattung aktuell intensiv diskutiert. Meist vor dem Hintergrund der Einbeziehung privater Endgeräte i.S.v. Bring Your Own Device (BYOD). Die Welt und der Focus berichten jetzt, dass SPD und CDU in den Gesprächen zur Bildung ihrer Großen Koalition im Rahmen der „Digitalen Agenda“ allen Schülerinnen und Schülern ein mobiles Endgerät (Tablet oder Smartphone) zur Verfügung stellen wollen. Natürlich unter dem Vorbehalt der Finanzierung. Geplant seien demnach Ausgaben von einer halben Milliarde Euro pro Jahr, insgesamt also zwei Milliarden Euro in der Legislaturperiode. Schnell nachgerechnet: Bei rund 11,2 Millionen Schülerinnen und Schülern, die das Statistische Bundesamt für Deutschland ausweist, komme ich auf einen Betrag von knapp 178 Euro pro Endgerät. In großen Losen ausgeschrieben, bekommt man für diesen Preis wahrscheinlich sogar ein Gerät der unteren Mittelklasse. Allerdings ohne, dass damit der Aufbau und Betrieb der notwendigen Infrastruktur in den Schulen mitfinanziert wäre: Es …

Was tun mit den Medienkonzepten der Schulen?

Viele Schulträger fordern ihre Schulen dazu auf, Medienkonzepte zu entwickeln und auch in den meisten Landesprogrammen zur Medienbildung wird auf die Bedeutung schulischer Medienkonzepte hingewiesen. Auf der anderen Seite tun sich die Schulträger dann oft schwer, die vorliegenden Medienkonzepte der Schulen auszuwerten und die Ergebnisse in die eigene Medienentwicklungsplanung zu integrieren. Im Rahmen der Erstellung von Medienentwicklungsplänen und IT-Strategien für Schulträger haben wir uns daher auch damit befasst, wie sich die Schwerpunktsetzungen der Schulen in die Planungen der Schulträger integrieren lassen. Dazu haben wir bei zwei Schulträgern die Medienkonzepte ihrer Schulen mit qualitativen und quantitativen Analyseverfahren ausgewertet. Wie wir dabei vorgegangen sind, habe ich in einem Beitrag in unserem ifib-Blog ausgeführt.