Alle Artikel in: Mediennutzung

Wie wird ein virtueller Workshop zu einem guten Erlebnis?

In dem Blogbeitrag „Videobotschaften aus dem Homeoffice“ berichteten wir bereits davon, dass wir die aufgrund von Corona abgesagten Workshops im Rahmen der Medienentwicklungsplanung nicht einfach in ein digitales Format übertragen wollten. Unsere Workshops sind davon geprägt, dass wir durch die Zusammenarbeit in Kleingruppen und den gemeinsamen Erfahrungsaustausch eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre schaffen. Für viele Vertreter*innen der Schulen ist es eine ungewöhnliche Situation und auch wir haben unsere Arbeit bisher vorrangig persönlich und vor Ort ausgeübt. Es ist etwas anderes, wenn man sich in Person sieht und gemeinsam an etwas arbeitet, folglich bekommt die Zusammenarbeit im virtuellen Raum eine andere Bedeutung und erfordert auch eine neue Herangehensweise. Workshops müssen neu konzipiert und organisiert werden. Wir haben uns bei der Konzeption der digitalen Workshops daher die Frage gestellt: Wie können wir die virtuelle Kollaboration so gestalten, dass wir bei den Schulen das Engagement wecken, Bedarfe zu kommunizieren und das Vertrauen schaffen, sich offen über Erfahrungen auszutauschen? Die Workshops zur Bedarfsermittlung dienen uns als Grundlage für den Medienentwicklungsplan. Mit den Schulen werden eine gemeinsame Linie für das …

Videobotschaften aus dem Homeoffice

Bahnreisen nach Hessen, Mecklenburg-Vorpommern oder ins benachbarte Niedersachsen konnten wir in den vergangenen Wochen aufgrund der Pandemiebestimmungen nicht wie gewohnt antreten. Bereits geplante und terminierte Informationsveranstaltungen und Workshops im Rahmen der Medienentwicklungsplanung sollten aber zulasten der Haushaltsplanungen nicht auf ungewisse Zeit verschoben werden. Eine direkte Übertragung der Veranstaltungen in digitale Formate kam für uns ebenso wenig infrage. Wir haben die Konzepte daraufhin auf die derzeitigen Anforderungen zugeschnitten. Um über die nächsten Schritte, angepasste Verfahren und eingesetzten Tools zu informieren haben wir anlassbezogen kleine Videobotschaften im Homeoffice produziert und versendet. Daneben haben sich auch kleine Hilfestellungen mit Praxistipps als überaus hilfreich erwiesen, wie z.B. eine „Netiquette“ für Videokonferenzen und Webinare (siehe unten). Auf diese Weise gelang es uns, Schulträger und Lehrkräfte flexibel zwischen Homeschooling und Präsenzunterricht zu erreichen und auch Teilnehmende zu gewinnen, die bisher wenig mit digitalen Tools gearbeitet haben.

Schule im Lock-Down – Lernplattformen als Klassenraumersatz?

Wer hätte gedacht, dass einmal alle Schulen, Kindergärten und große Teile unserer Wirtschaft von heute auf morgen schließen und wir alle auf Abstand gehen müssen? Vermutlich wird dies kaum einer für möglich gehalten haben, ich zumindest nicht. Die Krise trifft uns alle und einige Bereiche besonders schwer. Aktuell tritt dies im Bereich der Bildung besonders deutlich hervor und zeigt, dass ein dezentraler und digitaler Schulbetrieb häufig nur begrenzt oder kaum möglich ist, wobei es auch Ausnahmen gibt! Häufig wird an dieser Stelle der Einsatz von Lernplattformen bzw. Lern-Management-Systemen (LMS) als Ausweg genannt, da die existierenden Systeme auf dem Markt unter anderem damit werben, den Schulbetrieb auf digitale Weise maßgeblich zu unterstützen. Fraglich ist aber, welche Anforderungen und Funktionen hierfür notwendig sind, sodass der Einsatz eines LMS den Unterricht fördert und die pädagogischen Bedarfe möglichst passgenau unterstützt. Lernplattformen gibt es seit vielen Jahren, zwei Beispiele dafür sind die frei verfügbaren Systeme CommSy und Moodle die bereits seit 1999 und 2001 existieren. Über die Jahre hat sich das Angebot allerdings stark erweitert, sodass neben den genannten, auch …

Handreichung zur Medienentwicklungsplanung in Schleswig-Holstein mit Unterstützung des ifib

Das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) hat eine Handreichung zur kommunalen Medienentwicklungsplanung für Schulträger in Schleswig-Holstein herausgegeben, die unter tatkräftiger Mitarbeit des ifib entstanden ist. Der Schwerpunkt der Handreichung liegt auf den Aufgaben, die zu leisten sind, wenn ein Schulträger in Schleswig-Holstein den Prozess der Medienentwicklungsplanung selbst ausgestalten möchte und gibt dafür viele Tipps und Hilfestellungen. Auch wenn in der Handreichung vor allem auf die Situation in Schleswig-Holstein mit seinen vielen kleinen Schulträgern eingegangen wird und vielfach Bezüge zu den Vorgaben und Unterstützungsangeboten des Landes Schleswig-Holstein hergestellt werden, gibt es natürlich viele allgemeingültige Empfehlungen, die auch für kommunale Schulträger in anderen Bundesländern hilfreich sein können. Die Handreichung kann auf den Webseiten der Medienberatung des IQSH heruntergeladen werden.

Medienkompetenz im Viererpack für Bremen

Zum vierten Mal jährte sich am 22. August 2019 die Preisverleihung des Ermöglicher*innen-Preises „das Ruder“ der (bre(ma. Fokus der Förderung liegt dabei darauf, die Umsetzung medienpädagogischer Projekte, die Medienkompetenz im nachhaltigen Sinne einer Mündigkeit verstehen, zu ermöglichen. Bei sommerlichen Temperaturen und kühlen Getränken hielt die Senatorin für Kinder und Bildung Dr. Claudia Bogedan die Begrüßungsansprache in der Union Brauerei. Nachdem anschließend die Ergebnisse der drei Gewinnerprojekte aus dem Vorjahr audiovisuell dargeboten wurden, durften sich in diesem Jahr erstmals vier Projekte, angekündigt und vorgestellt durch prominente Laudator*innen, über einen Förderpreis freuen. Wir gratulieren ebenfalls herzlichst: „Erklär doch mal – Medien in der Kita leicht gemacht“ vom Verein Blickwechsel „Programmieren mit Lego-Wedo am iPad“ von Nils Ohldenbusch „Hood Films“ von der Stiftung Aktion Hilfe für Kinder „Jump ’n‘ Run – analog ’n‘ digital“ von Tatjana Blaar

Die Aufholjagd kann beginnen

Mit der Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung zum Digitalpakt ist dieser nun in Kraft getreten und damit ein weiterer wesentlicher Schritt in Richtung Digitalisierung der Schulen getan. Dass damit der Startschuss für eine längst überfällige Aufholjagd gefallen ist, thematisiert der WESER-KURIER in seinem Artikel auf dem Weg ins digitale Klassenzimmer. Dieser Schritt werde mitunter jedoch kontrovers betrachtet. Kritische Stimmen äußern die Sorge, dass die Digitalisierung vielerlei Gefahren mit sich bringt und Etabliertes verdrängen könnte. Demgegenüber führen Befürworter*innen an, dass nicht nur Schüler*innen, wie beispielsweise im Sinne einer lebensweltnähren Ausrichtung des Unterrichtes, sondern auch Lehrer*innen, durch die Erleichterung von Arbeitsprozessen, von der Digitalisierung profitieren. Dabei konkurriert die Digitalisierung der Schulen keineswegs mit den etablierten Kulturtechniken. Es ist vielmehr unabdingbar, beides verzahnt miteinander zu denken, damit sich zeitnah alle Schulen auf den Weg ins digitale Klassenzimmer begeben können.

Der DigitalPakt Schule ist beschlossen. Aber!

Nachdem der Bundestag dem Einigungsvorschlag des DigitalPaktes Schule am vergangenen Freitag mit der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit zustimmte, ist dieser nun beschlossene Sache und auch Bremen kann endlich loslegen. In einem Gastbeitrag im Weser Kurier verweist Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Mitglied des Rates für kulturelle Bildung, jedoch darauf, dass eine technische Ausstattung und Infrastruktur, welche der DigitalPakt vorrangig vorsieht, nur dann ihre Wirksamkeit in Schule entfalten könne, wenn auch die notwendige Peripherie wie beispielsweise Fort- und Weiterbildung sowie Steuerung und Hilfe mitgedacht, konzipiert und umgesetzt werde. Damit eine an den pädagogischen Bedarfen orientierte sowie nachhaltige Umsetzung des DigitalPaktes auch wirklich stattfinden kann und es nicht auf eine mitunter befürchtete „Ausstattungsschlacht“ hinausläuft, halte ich eine Berücksichtigung dieser Forderungen für unumgänglich.

Mit Mobile Usability Lab Barrierefreiheit und Gebrauchstauglichkeit mobiler Lernsysteme evaluieren

Mit dem wachsenden Markt mobiler Software für Bildung wird es immer wichtiger, inklusive Lernumgebungen zu schaffen, in den diverse Nutzer*innen sich wohlfühlen können. Dazu gehört, unter anderem, Barriere im Softwaredesign frühzeitig zu entdecken, sie möglichst abzuschaffen und Lernsysteme gebrauchstauglich zu gestalten. Speziell für diesen Zweck wurde im Rahmen des Projekts „MAL – Multimodal Algebra Lernen“, gefördert vom BMBF, wurde im ifib ein Mobile Usability Lab eingerichtet. Eine binokulare Eyetracking-Brille (s. unten rechts auf dem Foto), eine Dokumentenkamera (s. mitten rechts auf dem Foto) und ein mobiles Usability-Set (s. oben rechts auf dem Foto) sollen dabei helfen, Barrierefreiheit, Usability und User Experience Tests vom MAL-System für Mathematikunterricht durchzuführen. Expertinnengruppe des ifib im Bereich Usability & Barrierefreiheit, geleitet von Julia Finken, hat das neue Mobile Usability Lab getestet und die zahlreichen Funktionen in verschiedenen Anwendungsbeispielen ausprobiert. Das Mobile Usability Lab, wie es der Name verrät, eignet sich vor allem für Laborstudien und Feldversuche mit mobilen Endgeräten wie Handys und Tablets. Drei Geräte des Labs können in verschiedenen Situationen eingesetzt werden. Ob es sich dabei um Handys oder Tablets handelt, …

Startschuss für DATAFIED: Neues Verbundprojekt am ifib

Zum 1. Dezember ist das Verbundprojekt DATAFIED (DATA For and In EDucation) offiziell gestartet. Zusammen mit dem Georg-Eckert-Institut – Leibniz Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI), der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg (HSU), sowie dem Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) sollen die Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung und der damit einhergehenden Datafizierung im schulischen Bildungssystem untersucht werden. Datafizierung meint, dass über alle Prozesse des Schulsystems Daten gesammelt werden, die gleichzeitig Entscheidungs- und Meinungsbildungsprozesse verschiedener schulischer Akteure (etwa Bildungspolitik, Schulaufsicht, Schulträger, Lehrkräfte oder Eltern) beeinflussen.