Alle Artikel in: Mobiles Lernen

Fünf häufige Fehlannahmen zu Blooms Taxonomie

Die Taxonomie von Benjamin Bloom wird häufig herangezogen, um kognitive Lernziele zu unterscheiden. Rege Anwendung findet sie auch bei der Beschreibung von Zielen für das Lernen mit digitalen Medien. Grant Wiggins weist in seinem Beitrag auf fünf häufige Mißverständnisse bei der Verwendung der Taxonomie hin, die u. a. darauf zurückgehen, dass sich viele nicht die Mühle machen, das Buch zu lesen, in dem Bloom seine Taxonomie entwickelt hat und sich lediglich der vielen schematischen Darstellungen seiner Taxonomie bedienen.

Hackaball: Vom Bildschirm zum Ballspielplatz

„Kinder sollten draussen spielen und Bälle schiessen, statt immer häufiger nur auf Bildschirme zu starren“ ist eine große Kritik an Kindercomputerspielen und der allgegenwärtigen Nutzung von mobilen Endgeräten. Hackaball (zu deutsch etwa: Programmiere einen Ball) setzt hier an: Hackaball lässt Kinder auf iPads einen kleinen Ball programmieren, der durch Sensoren weiß, wann er fallen gelassen oder geschüttelt wird und dann seine Farbe ändern kann. Die App zielt auf etwa 10-jährige Kinder ab und soll ihnen Programmierkompetenzen durch die Entwicklung kreativer Spiele oder Regeln vermitteln. Wenn das Spiel fertig programmiert ist, können die Kinder ihre Spiele dann gemeinsam ausprobieren und bewegen sich (endlich weg von den Bildschirmen). Ist das nun Bewegung durch (oder trotz) der Nutzung digitaler Medien?

Effektivere Notizen per Hand oder Laptop?

Wiederholt haben Wissenschaftler darauf hingewiesen, dass das Lesen auf Paper deutliche Vorteile gegenüber Bildschirmen hat: Wir lesen schneller, wir können uns besser daran erinnern, was wir gelesen haben und haben ausserdem ein besseres Textverständnis. Andere Stimmen verweisen zu Recht auf die großen Vorteile von Bildschirmen: nämlich, dass Texte einer viel größeren Leserschaft (häufig frei und unmittelbar) zur Verfügung stehen. Nun hat eine Studie die Auswirkungen eines anderen Einsatz von mobilen Endgeräten (etwa Laptops) im Lern- und Lehrkontext untersucht: Die vermehrte Nutzung von Laptops zum Mitschreiben eines Vortrags und zum Notizenmachen. Schon häufig wurde von Kritikern darauf hingewiesen, dass die Nutzung von Laptops Studierende (aber auch Schülerinnen und Schüler) ablenkt. Nun zeigt sich, dass auch die alleinige Nutzung von Laptops zum Mitschreiben negative Effekte auf den Lernerfolg hat (im Vergleich zu handschriftlichen Notizen). In einem Vergleichstest wurden Studierende gebeten sich Notizen zu einem Vortrag entweder per Hand oder auf dem Laptop zu machen. Das Ergebnis war eindeutig: Während die Studierenden in einer anschließenden Überprüfung des Faktenwissens etwa gleich abschnitten, erzielten diejenigen mit handschriftlichen Notizen deutlich bessere …

Snappet bald der Renner in Deutschland?

Vor wenigen Tagen hat die Snappet GmbH mit ihrem Grundschultablet gleichen Namens den Deutschen Bildungsmedienpreis Digita für den Bereich Allgemeinbildende Schulen gewonnen. Es handelt sich dabei um ein 7-Zoll Tablet mit vorinstallierten Lernprogrammen für die Fächer Deutsch und Englisch für den Unterricht in den Klassen 2 bis 4. Alle Aufgaben werden dabei laut Aussagen des Herstellers speziell auf das Niveau der Schülerinnen und Schüler zugeschnitten. Auf Basis der Eingaben der Kinder werden die Aufgaben automatisch an Lernstand der Kinder angepasst und soll auf diese Weise ein optimales Lernergebnis präsentieren. Die Lehrkräfte können dabei jederzeit Informationen über den jeweiligen Lernstand der Kinder abrufen. Gleiches gilt auch für die Eltern, die online ebenfalls Einblick in den Lernstand ihrer Kinder bekommen. In der Begründung der Jury zur Preisvergabe heißt es u. a.: „Die einfache Handhabung und die nutzerfreundliche Gestaltung des Systems können aus Sicht der Jury bei Eltern oder in Lehrerkollegien eventuell vorhandene Vorbehalte gegenüber dem Einsatz digitaler Medien in der Grundschule abbauen. Der didaktische Wert des Angebots liegt in der Ergänzung von Lehrwerken und im offenen oder …

Von der „Überdigitalisierung“ der Schule

Anlässlich der didacta hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Karl Kraus, seines Zeichens Direktor eines bayrischen Gymnasiums, in einem Interview mit deutschlandradio kultur mal wieder klar Stellung bezogen: „Wogegen ich etwas habe, das ist die Euphorie, zu glauben, Schule könnte nun völlig anders gestaltet werden, völlig umgekrempelt werden, die totale Zwangsdigitalisierung, diese Euphorie stört mich. […] Es hat mir bislang noch niemand nachweisen können, dass eine Totaldigitalisierung des Unterrichts beziehungsweise eine Eins-zu-eins-Computer-und-Tabletversorgungsrate für Schüler den Schülern wirklich etwas bringt […]“. Damit macht Herr Kraus deutlich, dass er erstens wenig Einblicke in die Situation an deutschen Schulen und schon gar nicht bezüglich der Potenziale digitaler Medien hat und stellt zweitens klar, dass er trotzdem darüber sprechen kann. Der Gradmesser des Erfolgs sei – so Kraus – das Abschneiden in Leistungstests. Und da hat er Recht! Eine kausale Beziehung zwischen digitalen Medien und „Leistungssteigerung“ ist kaum messbar. Das Konzept der Medienkompetenz ist aber offensichtlich noch nicht so weit im Lehrerverband vorgedrungen. Es scheint, als ginge es da um eine lehrerzentrierte Angelegenheit: „Also, es muss nicht jedes Kind, …

Onlinekurs zum unterrichtlichen Einsatz mobiler Endgeräte für angehende Lehrkräfte

Im letzten Beitrag in diesem Blog hat Andreas Breiter über die Probleme der Ausstattung mit mobilen Endgeräten in L. A. berichtet. Neben der Ausstattung mit Geräten stellt sich im Zuge der Medienintegration natürlich immer auch die Frage nach der erforderlichen Qualifizierung der Lehrkräfte. Das baden-württembergische Kultusministerium versucht es jetzt mit einem eigenen 7-wöchigen MOOC, das sich vor allem an Referendarinnen und Referendare im Bundesland richtet. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer sollen im Verlauf des Kurses lernen, wie sie Smartphones und Tablets als Werkzeuge der Unterrichtsgestaltung einsetzen können. Umgesetzt wird der Kurs vom Zentrum für Mediales Lernen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Man darf gespannt sein, wie viele angehende Lehrkräfte sich auf dieses Angebot einlassen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Popularität von Erklärvideos für das Aneignen von Wissen und Fertigkeiten zumindest eine gute Idee. Die erste Lerneinheit ist bereits online und die Inhalte der Videos leicht nach zu vollziehen.

Große Unzufriedenheit mit der IT-Ausstattung

Unter Schülerinnen und Schülern herrscht große Unzufriedenheit mit der Qualität und bei der Einsatzhäufigkeit der IT-Ausstattung an ihren Schulen. Der IT-Branchenverband BITCOM und die Veranstalter der Messe für digitales Lernen LEARNTEC gaben kürzlich die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von über 500 Schülerinnen und Schülern bekannt. Zwar ist in Teilbereichen auch eine Ausstattungsverbesserung feststellbar, wie z.B. bei den Whiteboards, allerdings erfolgt der Einsatz häufig im bewährten Frontalformaten. Auf diese Weise wird das Potential der digitalen Tafeln eher selten ausgeschöpft. Auch wünschen sich die Schülerinnen und Schüler insgesamt mehr Einsatz digitaler Medien im Unterricht. Der Abstand der privaten Ausstattungsqualität (und – quantität) zum schulischen Medienensemble wird zunehmend größer!  Informationen finden sich in der aktuellen Pressemeldung und in einer Zusammenfassung der Ergebnisse …    

Tablets für alle – bald auch in Köln?

Letzte Woche meldete der Kölner Stadtanzeiger, dass in einigen Jahren alle Schülerinnen und Schüler in der Stadt Köln einen Tablet-PC als mobiles Endgerät nutzen können sollen. Um die erforderlichen Erfahrungen zu sammeln, wie man ein solches Vorhaben konzeptioniert und letztlich erfolgreich umsetzt, haben zum einen bereits an acht Schulen Pilotprojekte begonnen. Das Schuldezernat habe zum anderen in zusammen mit dem städtischen Amt für Informationsverarbeitung und der Universität Köln ein Konzept für die Schaffung einer ganzheitlichen technischen Schul-IT vorgelegt. Laut dem Artikel sieht André Bresges, der geschäftsführende Direktor des Instituts für Physik und ihrer Didaktik der Uni Köln mit der die Stadt eine „Forschungs- und Entwicklungskooperation“ betreibt u. a. folgende Vorteile des Einsatzes mobiler Endgeräte im Kontext des schulischen Lernens: „Schüler könnten mit passgenauen Aufgaben und Lernkontrollen individuell gefördert werden. Das iPad ersetze das statische Schulbuch. Die Technik helfe bei der Inklusion. Jeder könne in Teamarbeit seine Stärken einbringen. Der Lehrer werde zum motivierenden Projektmanager, wenn die Schüler Wissen selbst sammelten“ Gemessen am bisherigen Verlauf schulischer Medienintegration liegt die Latte hier sehr hoch und ich habe …

Smartphone für junge Leute wichtiger als Fernseher

Gestern stellten die Medienanstalten in Berlin ihren aktuellen Digitalisierungsbericht vor. Primär geht es darin um „(…) die Zahlen und Fakten zur Empfangssituation von Fernsehen und Radio sowie der Nutzung der digitalen Endgeräte und Dienste.“ [1] Daneben wurde auch die Nutzung und Wichtigkeit von Empfangsgeräten abgefragt. Hier wird ein interessanter Trend sichtbar: Bei den unter 40-Jährigen ist das Smartphone das wichtigste Gerät. Dieser Trend verstärkt sich mit abnehmendem Alter: In der Alterskohorte der 30-39-Jährigen halten 31 Prozent der Befragten das Smartphone für ihr wichtigstes Gerät, bei den 20-29-Jährigen sind es 45 Prozent und bei den 14-19-Jährigen mit 52 Prozent über die Hälfte. Verlierer dieser Entwicklung ist ganz klar das klassische TV-Gerät. Die Wichtigkeit von PC und Laptop bleibt über die genannten Kohorten relativ stabil. Dies deckt sich mit dem zunehmenden Anteil an Schülerinnen und Schülern, die über ein eigenes Smartphone verfügen. Laut der aktuellsten KIM-Studie aus dem Jahr 2012 besitzen knapp 60 Prozent aller 6-13-Jährigen ein Handy oder Smartphone. Die aktuelle JIM-Studie aus dem Jahr 2013 zeigt, dass alle 12-19-Jährigen zumindest ein Handy besitzen. Knapp drei …

10 Mio. Dollar für Tablet-Projekt

Sie sprießen wie Pilze aus dem Boden: In den USA ist ein neues großes Tablet-Projekt mit einem Volumen von 10 Mio. US-Dollar gestartet worden – finanziert über Sponsoren und Stiftungen unter der Federführung der Organisation Digital Promise – inklusive wissenschaftlicher Begleitung. Das berichtet die Education Week letzte Woche. Zielgruppe sind Middle Schools in strukturschwachen Bezirken (40% der Schüler/innen erhalten freies Mittagessen) mit insgesamt 4.500 Schüler/innen und 350 Lehrkräften. Das Projekt beinhaltet auch Lehrerfortbildungen. Wir dürfen gespannt sein, was die Evaluation bringen wird, nachdem einige Tablet-Projekt eher schwächeln, insbesondere aufgrund der fehlenden Einbettung in die Schulentwicklung und die mangelhafte Berücksichtigung der Folgekosten bei den Schulträgern.