Alle Artikel in: Mobiles Lernen

10 Mio. Dollar für Tablet-Projekt

Sie sprießen wie Pilze aus dem Boden: In den USA ist ein neues großes Tablet-Projekt mit einem Volumen von 10 Mio. US-Dollar gestartet worden – finanziert über Sponsoren und Stiftungen unter der Federführung der Organisation Digital Promise – inklusive wissenschaftlicher Begleitung. Das berichtet die Education Week letzte Woche. Zielgruppe sind Middle Schools in strukturschwachen Bezirken (40% der Schüler/innen erhalten freies Mittagessen) mit insgesamt 4.500 Schüler/innen und 350 Lehrkräften. Das Projekt beinhaltet auch Lehrerfortbildungen. Wir dürfen gespannt sein, was die Evaluation bringen wird, nachdem einige Tablet-Projekt eher schwächeln, insbesondere aufgrund der fehlenden Einbettung in die Schulentwicklung und die mangelhafte Berücksichtigung der Folgekosten bei den Schulträgern.

Evaluation des Wiesbadener Tablet Projektes

Vor kurzem erschien der von Stefan Aufenanger und Luise Ludwig erarbeitete Bericht zur Evaluation des „Wiesbadener Tablet Projektes„, an dem vier Gymnasien der Stadt teilnahmen. Während drei Schulen sich für eine 1:1-Lösung entschieden, setzte die 3. Schule auf ein „Klassensatz-Model“. Die beiden Verfasser kommen dabei u. a. zu dem Schluss, „dass Tablets den Unterricht bereichern können und dass die Beteiligten – also die Schulleitung, die Lehrpersonen sowie die Schülerinnen und Schüler – im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit dem Projekt gewesen sind und es als eine Bereicherung ansehen“. Die „Benotung“ des Projektes durch die Heranwachsenden variiert jedoch zwischen den Schulen. Die Verfasser begründen das mit der „unterschiedliche[n] didaktische[n] Verwendung der Tablets durch die einzelnen Lehrperson in dem Projekt […]. Nicht alle Lehrpersonen haben noch nicht die vollen Potenziale der Tablets entdeckt und damit die Erwartungen der Schülerinnen und Schüler erfüllt“. Gleichwohl muss man aber auch davon ausgehen, dass nicht alles Heranwachsenden der umfänglichen Arbeit mit Tablets im Unterricht uneingeschränkt positiv gegenüber stehen und es hier durchaus Unterschiede gibt. Die Verfasser betonen aber auch, dass …

In Los Angeles rückt man von der Ausstattung aller SchülerInnen mit dem gleichen Tablet ab

In diesem Blog haben wir bereits mehrfach über die Pläne des Los Angeles Unified School District berichtet, alle Schülerinnen und Schüler mit einem iPad auszustatten. Von diesem Ziel rückt die Schulverwaltung dort laut einem Beitrag der LA Times Das ändert gleichwohl nichts an dem usprünglichen Vorhaben, alles Schülerinnen und Schüler mit einem persönlichen Endgerät auszustatten. Nunmehr können die Schulen aber z.B. wählen, ob sie lieber mit Laptops als mit Tablets arbeiten wollen. Ein Mitglied des dortigen Schulausschusses äußert sich dazu folgendermaßen: Why would we treat all our students — whether they are a first-grader or a high school freshman — as if they all had the same technology needs? They don’t…. To have a one-device-fits-all approach does not make sense.“ Dabei war es beim Rollout der iPad auch schon zu verschiedensten Problemen gekommen, Ob das u. U. (auch) auf eine mangelhafte Medienentwicklungsplanung zurückzuführen ist, lässt sich an dieser Stelle nicht beurteilen. Offensichtlich scheint man sich mit dem ursprünglichem Vorhaben aber ein wenig übernommen zu haben.

Regelungen zu Facebook in der Schule: 16 mal unterschiedlich

Wer hätte es auch anders erwartet: in den Bundesländer gibt es sehr unterschiedliche Regelungen zur Nutzung von Facebook. Auf der Seite des Projektes #pb21 der Bundeszentrale für politische Bildung wird dieser deutsche Sonderweg des Bildungsföderalismus wunderbar grafisch dargestellt und die entsprechenden Rechtsgrundlagen gleich dazu geliefert. Dabei steht Facebook ja nur als Synonym für soziale Netzwerke und ihr Einsatz für Kommunikationszwecke sowie die Thematisierung von Chancen und Risiken im Unterricht (also ein Teil der Förderung von Medienkompetenz). Stefan Aufenanger hat einmal die Medien in der Schule mit einem Virus verglichen. Was tun wir dagegen? Alternative 1: Glasglocke über die Schule, damit nichts hineinkommt (also verbieten) oder Alternative 2: Impfen (also immun machen gegen die Versuchung). Warten wir ab, was den Bundesländern hierzu einfällt.

Mobile Internetnutzung weiter zunehmend

Zwischen 2012 und 2013 hat die Anzahl der Menschen, die das Internet mobil nutzen laut einer Untersuchung des Statistischen Bundeamtes um 43 Prozent zugenommen. 51 Prozent aller Internetnutzer/innen ab zehn Jahre in Deutschland haben damit das Internet mobil genutzt. Als mobile Internetnutzer/innen gelten diejenigen, die außerhalb ihres Zuhauses und Arbeitsplatzes mit einem Smartphone/Handy oder einem tragbaren Computer wie Notebook oder Tablet über ein Mobilfunknetz oder ein drahtloses Netzwerk das Internet nutzten. Die Nutzung mobiler digitaler Medien hat damit weiter an Relevanz gewonnen. Auch in den unterschiedlichen Lernkontexten müssen wir uns vor diesem Hintergrund fragen, welche Bedeutung diese Entwicklung für das Lernen mit mobilen Endgeräten hat und welche Herausforderungen sich daraus u.a. für die Bereitstellung geeigneter IT-Infrastrukturen ergeben. Das sind Themen, mit denen wir uns auch am ifib in verschiedenen Projekten wie z. B. Paducation oder der Evaluation der Potenziale und Analyse der Wirtschaftlichkeit zentral betriebener IT-Systeme bei verschiedenen Schulträgern  befassen und weiterhin befassen werden, um solche Entwicklungen sinnvoll mitzugestalten.

Bald unterrichtet der Roboter!?

Forscherinnen und Forscher an der privaten Bremer Jacobs University forschen gerade in einem europäischen Projekt über die Möglichkeiten, ob  Roboter Lehrkräften im Unterricht von acht bis elfjährigen Kindern unterstützen können. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Dbaei wird davon ausgegangen, dass dies ähnlich wie bei den Sprachlaboren zu größeren Lernerfolgen führen kann. Neben der Frage, wie das gemessen werden soll und ob die Maschinen den Ansprüchen überhaupt genügen konnen, bleibt doch offen, warum das überhaupt sinnvoll sein soll. Und darüber hinaus wage ich die Prognose, dass in Deutschland diese Vision in den nächsten Jahrzehnten kaum umsetzbar sein wird, worauf alle unsere Untersuchungen zur Medienaneignung von Lehrkräften in ihrem pädagogischen Professionsumfeld hinweisen.

Potenziale von Cloud-Lösungen für die Schul-IT

Die Ergebnisse unseres Projektes zu Potenzialen von Cloud-Lösungen für die Schul-IT mit hessischen Schulträgern im Rahmen der Landesinitiative Schule@Zukunft liegen jetzt als Broschüre zum Download vor. Im Rahmen der Untersuchung wurde ausgehend von den pädagogischen Anforderungen der Lehrkräfte betrachtet, in welchen Bereichen es künftig sinnvoll sein kann, die lokale Datenhaltung und Bereitstellung von Applikationen und Diensten zugunsten zentral betriebener, web- bzw. cloudbasierter Lösungen zu ersetzen. Die Ergebnisse und Ideen wurden auf einem Expertenworkshop mit Herstellern und Betreibern verschiedener Systemlösungen für den Bildungsbereich diskutiert. Auf dieser Basis wurden unterschiedliche Szenarien und Strategien aufgezeigt, um solche Cloudlösungen in die schulische IT-Infrastruktur zu integrieren.

klicksafe Preis 2014

Bis zum 15. März können Vorschläge und Bewerbungen für den „klicksafe Preis für Sicherheit im Internet“ eingereicht werden. Der Wettbewerb der EU Initative klicksafe wird erneut in Zusammenarbeit mit der Stiftung Digitale Chancen durchgeführt. Im Mittelpunkt steht diesmal das Thema „Chancen und Herausforderungen des mobilen Internets“. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich auf der Homepage des Wettbewerbs. Einsendeschluss ist der 15. März 2014 (Quelle: PM).

Vorhersagen zur Bildungs-IT 2014

Einen zum Jahresende publizierten Blog in der Washington Post von Valerie Strauss nehme ich zum Anlass, ein paar Spekulationen zur Zukunft der Bildungs-IT zu formulieren. Punkt 4 adressiert den abflauenden iPad Hype in den USA nach dem Flop in Los Angeles: „4. Thanks to the continuing iPad fiasco in Los Angeles schools, more and more districts will not only move much more slowly to integrate tablets/laptops into the classroom (no more large-scale roll-outs; instead, very small pilots followed by gradual expansion), but Dell’s and Google’s low-cost Chromebooks will dramatically increase in popularity and begin to overtake iPad use in public schools.“ Das werden wir auch in Deutschland erwarten können, da nach wie vor weder die Unterrichtsintegration zur sinnvollen Nutzung im Kontext kompetenzorientierten Unterrichts klar noch die Folgekosten für das IT-Management geklärt sind. Der nächste Hype wird sich mit dem computerbasierten Testen beschäftigen. Nachdem PISA bereits computerisiert ist (nur nicht in Deutschland), werden weitere Testverfahren umgestellt werden. Auch hier liefert Strauss in Punkt 5 Anschauungsunterricht: „5. Speaking of technical fiascos, pilot projects in the spring in …

Digitale Agenda: Mobile Endgeräte für alle Schülerinnen und Schüler?

In dem Zwischenbericht Medienkompetenz der Internet-Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags hatte es sich bereits angedeutet: Alle Schülerinnen und Schüler sollen künftig über ein eigenes Endgerät verfügen. Auch in vielen Kultusministerien und bei den ersten kommunalen Schulträgern wird das Thema 1:1-Ausstattung aktuell intensiv diskutiert. Meist vor dem Hintergrund der Einbeziehung privater Endgeräte i.S.v. Bring Your Own Device (BYOD). Die Welt und der Focus berichten jetzt, dass SPD und CDU in den Gesprächen zur Bildung ihrer Großen Koalition im Rahmen der „Digitalen Agenda“ allen Schülerinnen und Schülern ein mobiles Endgerät (Tablet oder Smartphone) zur Verfügung stellen wollen. Natürlich unter dem Vorbehalt der Finanzierung. Geplant seien demnach Ausgaben von einer halben Milliarde Euro pro Jahr, insgesamt also zwei Milliarden Euro in der Legislaturperiode. Schnell nachgerechnet: Bei rund 11,2 Millionen Schülerinnen und Schülern, die das Statistische Bundesamt für Deutschland ausweist, komme ich auf einen Betrag von knapp 178 Euro pro Endgerät. In großen Losen ausgeschrieben, bekommt man für diesen Preis wahrscheinlich sogar ein Gerät der unteren Mittelklasse. Allerdings ohne, dass damit der Aufbau und Betrieb der notwendigen Infrastruktur in den Schulen mitfinanziert wäre: Es …