Alle Artikel in: Verwandte Themen

Schulinformatik für mehr Medienkompetenz

In ihrer aktuellen Erklärung spricht sich die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) für die verbindliche Einführung der Schulinformatik aus: „Informatische Bildung sichert die Teilhabe unserer Jugend an der digitalen Gesellschaft. Hierzu ist sowohl eine fächerübergreifende Medienbildung als auch ein zeitgemäßer Informatikunterricht unabdingbar.“, sagte Prof. Dr. Steffen Friedrich, Sprecher des Expertenkreises. Ebenso wichtig sei es, Kinder und Jugendliche unter Nutzung digitaler Werkzeuge zur aktiven, kreativen Gestaltung ihrer Welt zu befähigen. Ein selbstbestimmtes Agieren in der digitalen Welt sowie der sichere Umgang mit den notwendigen Fachbegriffen, wie z. B. „Netzneutralität“, sei nur mit Wissen zu den zugehörigen informatischen Konzepten möglich, so die Schlussfolgerung der Informatiker (Quelle: GI-Pressemeldung vom 9.4.2015)“. Die Bildungserklärung der GI kann im direkten Zusammenhang mit dem schlechten Abschneiden deutscher Schüler/innen in der so genannten ICILS-Studie (International Computer and Information Literacy Study) gesehen werden.  Seit Veröffentlichung der Studie im letzten Winter, die computerbezogene Fähigkeiten deutscher Schüler/innen im internationalen Vergleich gemessen hat, ist wieder heftig Bewegung in das Thema Medienkompetenzförderung und die verbindliche Verankerung von Medienbildung in schulischen Bildungsstandards und Curricula gekommen. Auch dem Bundestag war …

Digitale Medien und Schulen: die einen hüh, die anderen hott

Nachdem gestern die SZ Online über die Pläne der Bundesregierung zur Stärkung der „digitalen Kompetenz“ berichtet hat, bei denen es um einen Staatsvertrag zwischen Bund und Ländern gehen könnte (siehe unser Blog-Eintrag), gab es in der gleichen Ausgabe ein Interview mit dem Titel: „Raus mit den Computern„. Gefragt wurde Gerald Lembke, seines Zeichens Studiengangsleiter für Digitale Medien an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und zugleich Präsident des Bundesverbandes für Medien und Marketing. Er hält es für erwiesen, dass Kinder erst ab 12 Jahren in der Schule mit digitalen Medien arbeiten und lernen sollten. Woher diese Erkenntnis stammt, verrät er nicht. Und warum jetzt ausgerechnet die Grenze bei 12 Jahren und nicht bei 11 oder 13 Jahren liegen soll, wird im Interview auch nicht deutlich. Das erinnert an die Aussagen u.a. vom ehemaligen Leiter des KFN, Pfeiffer, der immer davon sprach, dass Computer ab Klasse 5 erst Sinn machen könnten – auch so eine künstliche Grenze. Wenn wir das jetzt zusammenbringen, fällt auf, dass wir in Deutschland nach wie vor eine erhebliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit …

Große Koalition will digitale Kompetenz in den Schulen stärken

„Durch Stärkung der digitalen Bildung Medienkompetenz fördern und digitale Spaltung überwinden“ heißt der Antrag, den die Fraktionen von SPD und CDU am Donnerstag in den Bundestag einbringen wollen. Damit soll einerseits die Ende 2013 im Koalitionsvertrag vereinbarte Steigerung der Medienkompetenz junger Menschen erfüllt werden, andererseits aber auch auf das ernüchternde Abschneiden der Schülerinnen und Schüler in der „International Computer and Information Literacy Study“ (ICILS) reagiert werden. Die Süddeutsche Zeitung, der der Antrag vorliegt, berichtet in ihrer heutigen Ausgabe über die Forderungen von SPD und Union. Neben einem Breitbandanschluss für alle Schulen, Informatikunterricht ab der Grundschule und einer Verbesserung der Aus- und Fortbildung für Lehrkräfte soll es auch einen „Pakt für Digitale Bildung“ geben, der „die unterschiedlichen Aktivitäten von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft bündelt“. Aufgrund der begrenzten Kompetenzen des Bundes in der Schulpolitik soll außerdem ein Länderstaatsvertrag abgeschlossen werden, in dem einheitliche Mindeststandards zur Informatik- und Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler und die fächerübergreifende und verpflichte Verankerung digitaler Lerninhalte in den Lehrplänen festgelegt werden sollen. Die Koalitionsfraktionen wollen damit „die Lebensrealität in die Schulen holen“.  

Broschüre zum Datenschutz an Schulen

Ganz aktuell hat die Medienberatung NRW eine Handreichung für Schulleitungen zum Datenschutz veröffentlicht. Mit der Broschüre soll Schulleitungen beim rechtskonformen Umgang mit personenbezogenen Daten in der Schule geholfen werden. Für Lehrkräfte ganz allgemein liefert die Broschüre Hintergrundwissen für den Umgang mit personenbezogenen Daten ihrer Schülerinnen und Schüler. Last but not least soll die Broschüre außerdem dabei helfen, Medienkompetenz unter den Vorzeichen von Datenschutz und Datensicherheit zu fördern.

Veranstaltung „Mobiles Lernen mit Tablets“

In Oldenburg findet heute die Fortbildungsveranstaltung “Mobiles Lernen (mit Tablets)” des iPad Projekts der Waldschule Hatten statt. Gestern berichtete der SchulSPIEGEL auf SPIEGEL ONLINE über das Projekt und befragte Professor Andreas Breiter zum Thema. Neben hauptsächlich praxisorientierten Workshops, weiteren Vorträgen und Diskussionen, wird auf der Veranstaltung unter dem Titel „Medienzentren der Landkreise: Kompetenzzentren für Schulen und Schulträger“ auch ein Fachvortrag mit anschließender Diskussionsrunde zum Thema Medienentwicklungsplanung angeboten, der sich im Wesentlichen an Vertreter der Kommunen, politische Entscheidungsträger und Schulleitungen wendet. Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es im ifib Blog.  

Klicksafe Preis 2015 – jetzt noch einreichen!

Der „klicksafe Preis für Sicherheit im Internet“ prämiert Maßnahmen, Projekte und Initiativen, die sich für sichere Angebote im Internet einsetzen, über Risiken und angemessenes Nutzerverhalten im Netz informieren und die Medienkompetenz fördern. Der diesjährige thematische Schwerpunkt des Wettbewerbs ist „Selfie-Mania – Digitale Selbstdarstellung als medienpädagogische Herausforderung und Chance“. Bewerbungen und Vorschläge können noch bis zum 16. März 2015 hier eingereicht werden.  

Neue KIM-Studie erschienen

In der vergangenen Woche veröffentliche der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest die KIM-Studie 2014. Bereits seit 1999 werden Kinder zwischen sechs und 13 Jahren sowie ihre Haupterzieherinnen (überwiegend Mütter) zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. Medien spielen bei Kindern in diesem Alter eine wichtige Rolle: Zwei Drittel von ihnen sind an dem Thema Internet/Computer/Laptop interessiert. Ihr Interesse an diesen Medien steigt zudem mit zunehmendem Alter. Die 12- bis 13-Jährigen können auf diese Medien sogar am wenigsten verzichten, bei den jüngeren liegt noch der Fernseher vorne. Neben Hausaufgaben und Lernen für die Schule sowie Spielen mit den Freunden, ist die Beschäftigung mit Medien in der Freizeit weit verbreitet. Ein Viertel der Kinder surft (fast) täglich im Internet, 38 Prozent nutzen ebenso häufig ein Handy oder Smartphone. Immerhin 47 Prozent der Kinder können ein Handy oder Smartphone ihr eigen nennen. Auffällig dabei ist, dass sie diese Medien häufig alleine nutzen. Der Vergleich zu der Vorgängerstudie zeigt, dass sich der Anteil derjenigen, die das Internet nutzen, kaum verändert hat. Den entscheidenden Unterschied machen hier jedoch die Häufigkeit und die Dauer der Nutzung: …

Effektivere Notizen per Hand oder Laptop?

Wiederholt haben Wissenschaftler darauf hingewiesen, dass das Lesen auf Paper deutliche Vorteile gegenüber Bildschirmen hat: Wir lesen schneller, wir können uns besser daran erinnern, was wir gelesen haben und haben ausserdem ein besseres Textverständnis. Andere Stimmen verweisen zu Recht auf die großen Vorteile von Bildschirmen: nämlich, dass Texte einer viel größeren Leserschaft (häufig frei und unmittelbar) zur Verfügung stehen. Nun hat eine Studie die Auswirkungen eines anderen Einsatz von mobilen Endgeräten (etwa Laptops) im Lern- und Lehrkontext untersucht: Die vermehrte Nutzung von Laptops zum Mitschreiben eines Vortrags und zum Notizenmachen. Schon häufig wurde von Kritikern darauf hingewiesen, dass die Nutzung von Laptops Studierende (aber auch Schülerinnen und Schüler) ablenkt. Nun zeigt sich, dass auch die alleinige Nutzung von Laptops zum Mitschreiben negative Effekte auf den Lernerfolg hat (im Vergleich zu handschriftlichen Notizen). In einem Vergleichstest wurden Studierende gebeten sich Notizen zu einem Vortrag entweder per Hand oder auf dem Laptop zu machen. Das Ergebnis war eindeutig: Während die Studierenden in einer anschließenden Überprüfung des Faktenwissens etwa gleich abschnitten, erzielten diejenigen mit handschriftlichen Notizen deutlich bessere …

Chromebooks der Renner in den USA

Nach Analysen von Marktforschern der Firma Futuresource haben Chromebooks mit einer Wachstumsrate von 40% in 2014 den US-amerikanischen Markt im Schulbereich umgekrempelt. Während weltweit und insbesondere in Westeuropa nach wie vor Windows-Geräte dominieren, spielen die google-Geräte in US-amerikanischen Schulen einer immer größere Rolle. Ein offensichtlicher Grund liegt im günstigen Kaufpreis für die Schuldistrikte. Aber dahinter liegt eine ganz andere Motivation: die meistens Leistungstests für Schülerinnen und Schüler auf Distrikt, Bundestaats- und Bundesebene in den USA werden sukzessive auf computer-basierte Verfahren umgestellt (siehe auch unsere Publikationen dazu). Im Artikel der Online-Zeitschrift Education Week sagt einer der Marktforscher dazu: „Chrome has absolutely flown,“ said Fisher in a phone interview. „It has an attractive price point“ for districts that need to prepare quickly for online assessments, he added.“ In Deutschland sind Chromebooks nicht nur aus datenschutzrechtlichen Gründen bedenklich. Das Unternehmen macht derzeit noch weniger aggressive Werbung und es fehlt die „Zwangsanwendung“ von zentralen staatlichen Testverfahren. Wie lange noch?  

Von der „Überdigitalisierung“ der Schule

Anlässlich der didacta hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Karl Kraus, seines Zeichens Direktor eines bayrischen Gymnasiums, in einem Interview mit deutschlandradio kultur mal wieder klar Stellung bezogen: „Wogegen ich etwas habe, das ist die Euphorie, zu glauben, Schule könnte nun völlig anders gestaltet werden, völlig umgekrempelt werden, die totale Zwangsdigitalisierung, diese Euphorie stört mich. […] Es hat mir bislang noch niemand nachweisen können, dass eine Totaldigitalisierung des Unterrichts beziehungsweise eine Eins-zu-eins-Computer-und-Tabletversorgungsrate für Schüler den Schülern wirklich etwas bringt […]“. Damit macht Herr Kraus deutlich, dass er erstens wenig Einblicke in die Situation an deutschen Schulen und schon gar nicht bezüglich der Potenziale digitaler Medien hat und stellt zweitens klar, dass er trotzdem darüber sprechen kann. Der Gradmesser des Erfolgs sei – so Kraus – das Abschneiden in Leistungstests. Und da hat er Recht! Eine kausale Beziehung zwischen digitalen Medien und „Leistungssteigerung“ ist kaum messbar. Das Konzept der Medienkompetenz ist aber offensichtlich noch nicht so weit im Lehrerverband vorgedrungen. Es scheint, als ginge es da um eine lehrerzentrierte Angelegenheit: „Also, es muss nicht jedes Kind, …