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Positionspapier zur Medienkompetenz in der Lehramtsausbildung

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat am 19.01.2015 das Positionspapier „Medienkompetenz in der Lehramtsausbildung“ veröffentlicht. Eine Expertengruppe aus Medienpädagogen, Medienwissenschaftlern, Politikern und Lehrkräften formuliert darin Handlungsempfehlungen, die sich in erster Linie an die Kultusministerkonferenz, die Ministerien der Bundesländer und alle Bildungspolitiker richten. Medienpädagogik muss ein obligatorischer Bestandteil in allen pädagogischen Studiengängen sein und auch jenseits der obligatorischen medienpädagogischen Ausbildung müssen Medien, Medienaneignungsprozesse und die Herausforderungen der digitalen Gesellschaft ein Querschnittsthema in allen relevanten Bezugsdisziplinen in Lehre und Forschung sein, heißt es in der Veröffentlichung. Zudem soll der pädagogische Umgang mit Medien prüfungsrelevant für das erste und zweite Staatsexamen werden und auch im Referendariat eine wichtige Rolle spielen. Weiterhin werden in dem Positionspapier länderübergreifende Bildungsstandards, kontinuierliche systematische Fortbildung der Lehrkräfte sowie der Ausbau medienpädagogischer Forschung und Lehre an den Hochschulen gefordert.

Lernen heißt Machen

So das Kredo vom allseits bekannten Konstruktionismus des Seymour Papert. Wissen konstruieren durch Konstruktion eines Dingens, eines „object-to-think-with“. Die pädagogisch vorgebildeten Leserinnen und Leser mögen jetzt gelangweilt gähnen, anderen Lesestoff aus den, auch im jungen 2015 immer noch nicht sortierten, Lesezeichen hervorkramen. Neue Aktualität bekommt die Lerntheorie im Zusammenhang mit der fortschreitenden Verbreitung von FabLabs, Maker Spaces, Hackerspaces und wie die Hightech-Werkstätten noch genannt werden. In diesen Werkstätten steht das Machen im Vordergrund, das Machen von Dingens. Dingens sind praktisch, hübsch oder intelligent – oder alles zusammen. Vor allem sind sie einzigartig, meistens zumindest. Ihre Schöpfer, die Nutzerinnen und Nutzer von FabLabs, nennen sich Maker. Das Prinzip ist einfach. Ohne aktives Handeln – die Basis konstruktionistischen Lernens – kein eigenes Dingens. Maker machen sich dafür Technologien wie 3D-Druck, Laser Cutting, 3D-Scannen, Physical Computing (Verwendung und Programmierung von Mikrocontrollern, Sensoren, Aktoren und Konduktoren) u.a. zu eigen. Der iterative Konstruktionsprozess der Dingens machen sie zu „objects-to-think-with“. Potential und Grenzen digitaler Fertigungsverfahren werden erfahrbar, Arbeits- und Aneignungstechniken explorierbar, Kompetenzen mit und über digitale Medien können erworben werden. Viele FabLabs in Deutschland arbeiten mit Schulen zusammen, punktuell projektbasiert oder regelmäßig (z.B. die FabLabs Nürnberg, Bremen, München und Bayreuth), …

Die Neue ist da: JIM-Studie 2014

Inzwischen besitzen fast alle Jugendlichen ein Smartphone und nutzen das Gerät zum Lesen von E-Büchern, zum Radio- und Musikhören, zum Videos gucken und produzieren, zum Spielen, zum Surfen und zum Kommunizieren via App oder SmS – und ach ja, zum Telefonieren benutzen Jugendliche ihr Smartphone auch. Seit mehr als 15 Jahren gibt die Studie jährlich einen repräsentativen Überblick zum Mediengebrauch Jugendlicher in Deutschland und zeichnet damit die Mediatisierung unserer Gesellschaft (sofern man auch die Durchdringung aller Lebensbereiche durch Medien darunter versteht) eindrücklich nach. Einen besonderen Fokus legt die aktuelle JIM-Studie auf die Glaubwürdigkeit bestimmter Medien für Jugendliche. Interessanterweise besitzen die Tageszeitungen (bei widersprüchlicher Informationslage) für die Jugendlichen eine recht hohe Glaubwürdigkeit, wobei sie allerdings kaum regelmäßig gelesen werden….Zur aktuellen Jim-Studie

youthpart, youthpart #lokal & und peer3

…so heißen die drei Modellinitiativen zu offenen Beteiligungsformen von Jugendlichen im Netz. Die bemerkenswerten Aktivitäten dieser Initiativen werden  am 3. / 4. Dezember auf einer medienpädagischen Fachtagung in Berlin vorgestellt. Veranstaltungshinweis der GMK vom 05.11.2014: Durch die medialen Aktivitäten der Jugendlichen entstehen neue Formen digitaler Partizipation und Engagement im Netz. Diese Dynamiken offener Beteiligung sollten deshalb zur Stärkung unserer demokratischen Strukturen genutzt werden. Dazu müssen digitale Partizipationsformen in bestehende Bildungs- und Entscheidungsfindungsprozesse sowie entsprechende Verwaltungsstrukturen eingebunden werden. Wie das gelingen kann, zeigen die Ergebnisse, Erfahrungen und Good-Practice-Beispiele der drei Modellinitiativen youthpart, youthpart #lokal – kommunale Jugendbeteiligung und peer3. Ziel der Fachtagung ist es, aufbauend auf den präsentierten Ergebnissen und im fachlichen Austausch neue Ideen und Ansätze zur Umsetzung einer digitalen Agenda im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit zu entwickeln. Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V., der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und dem JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Zur Tagung: www.medial-vernetzt-aktiv.de

Big data soll Schulen helfen!?

Unter dem Motto „Aussieben kann nicht Aufgabe von Schule sein“ diskutiert Viktor Mayer-Schönberger die Potentiale von Big data für die Schule in seinem neuen Buch, dass jetzt auch auf deutsch herausgekommen ist (Big Data. Die Revolution, die unser Leben verändern wird. Redline-Verlag, München). Dabei nimmt er selbstverständlich an, dass Tablet-Computer und Datenanalysen das Lernen effektiver machen würden. Einen empirischen Nachweis dafür liefert er nicht. Das ist schon ein bisschen ärgerlich, denn die grundsätzliche Frage nach dem Sinn und Unsinn der datengestützten Unterrichts- und Schulentwicklung ist ja immer noch nicht beantwortet. Darauf warten Schulpraktiker/innen schon seit Jahren und wir haben aus Forschungsprojekten heraus ebenfalls dazu publiziert – von Daten zu Taten? Volle Unterstützung erhält Herr Mayer-Schönberger, dass er die Ein-Punkt-Erhebungen wie PISA kritisiert, aber er liefert auch keine überzeugenden Alternativen, die nicht massiv in die Persönlichkeitsrechte von Schüler/innen und Lehrkräften eingreifen würden. Big data klingt prima, aber ob dies organisatorisch und rechtlich jemals im deutschen Schulsystem ankommt, bleibt offen. Und ehrlich gesagt, nur weil es in den US und Großbritannien selbstverständlich ist, bedeutet noch nicht, dass …

Programmieren im Kindergarten? Das MIT macht es möglich

Forscherinnen und Forscher vom MIT in Cambridge, MA und von der Tufts University haben eine App entwickelt, die es Kindern einfach ermöglicht, Programmieren zu lernen. So zumindest schreibt es die Huffington Post in ihrer Ausgabe vom 1.10.2014. Mitch Resnick vom MIT wird dabei wie folgt zitiert: „When many people think of computer programming, they think of something very sophisticated. […] But we don’t think it has to be that way.“ Diese Initiative liegt im internationalen Trend und gleichzeitig ist das MIT immer einen technologischen Schritt voraus. Grundannahme ist es, dass ein Verständnis von Algorithmen zur Grundkompetenz des 21. Jahrhunderts gehört. In Deutschland wird noch über Sinn und Unsinn von Informatik als Pflichtfach in der Sekundarstufe gesprochen. Ob die USA hier wirklich weiter sind, wird die Zukunft zeigen.

„Gläserne Schule“ durch Google Classroom?

Anlässlich des Launchs von Google Classroom in Deutschland ging es in der aktuellen Sendung der Reihe PISAplus des Deutschlandfunks um digitale Lernplattformen und Datenschutz. Google sichert zwar, wie für alle Google Apps for Education-Dienste, Werbefreiheit und Datensicherheit zu, aber das Misstrauen bleibt. Andreas Breiter war als Gast im Studio und berichtet im ifib Blog über Alternativen zu dem für Bildungseinrichtungen kostenlosen Dienst und den Umgang der einzelnen Bundesländer mit personenbezogenen Daten der Schüler.

10 Mio. Dollar für Tablet-Projekt

Sie sprießen wie Pilze aus dem Boden: In den USA ist ein neues großes Tablet-Projekt mit einem Volumen von 10 Mio. US-Dollar gestartet worden – finanziert über Sponsoren und Stiftungen unter der Federführung der Organisation Digital Promise – inklusive wissenschaftlicher Begleitung. Das berichtet die Education Week letzte Woche. Zielgruppe sind Middle Schools in strukturschwachen Bezirken (40% der Schüler/innen erhalten freies Mittagessen) mit insgesamt 4.500 Schüler/innen und 350 Lehrkräften. Das Projekt beinhaltet auch Lehrerfortbildungen. Wir dürfen gespannt sein, was die Evaluation bringen wird, nachdem einige Tablet-Projekt eher schwächeln, insbesondere aufgrund der fehlenden Einbettung in die Schulentwicklung und die mangelhafte Berücksichtigung der Folgekosten bei den Schulträgern.

FSK-App: Altersfreigaben aktueller Filme jetzt auch mobil verfügbar

In dem Bemühen die Alterfreigaben für Filme transparenter zu gestalten ist die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle Kino) einen weiteren Schritt gegangen: Die App richtet sich an Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie an Kinder und Jugendliche. Mit einer Sortierfunktion nach Altersstufen kann man sich schnell einen Überblick darüber verschaffen, welche aktuellen Filme beispielsweise ab null, sechs oder zwölf Jahren freigegeben sind. Außerdem lässt sich nachlesen, warum ein Film eine bestimmte Altersfreigabe erhalten hat. Mit einem Werbespot soll die FSK-App demnächst bundesweit in den Kinos beworben werden. Weitere Informationen zu der FSK-App auf der FSK-Homepage: http://www.fsk.de/app. Die FSK lädt dazu ein, sich einen Eindruck von der App zu verschaffen. Mithilfe der FSK-App soll der Jugendschutz für Filme transparenter werden …

Evaluation des Wiesbadener Tablet Projektes

Vor kurzem erschien der von Stefan Aufenanger und Luise Ludwig erarbeitete Bericht zur Evaluation des „Wiesbadener Tablet Projektes„, an dem vier Gymnasien der Stadt teilnahmen. Während drei Schulen sich für eine 1:1-Lösung entschieden, setzte die 3. Schule auf ein „Klassensatz-Model“. Die beiden Verfasser kommen dabei u. a. zu dem Schluss, „dass Tablets den Unterricht bereichern können und dass die Beteiligten – also die Schulleitung, die Lehrpersonen sowie die Schülerinnen und Schüler – im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit dem Projekt gewesen sind und es als eine Bereicherung ansehen“. Die „Benotung“ des Projektes durch die Heranwachsenden variiert jedoch zwischen den Schulen. Die Verfasser begründen das mit der „unterschiedliche[n] didaktische[n] Verwendung der Tablets durch die einzelnen Lehrperson in dem Projekt […]. Nicht alle Lehrpersonen haben noch nicht die vollen Potenziale der Tablets entdeckt und damit die Erwartungen der Schülerinnen und Schüler erfüllt“. Gleichwohl muss man aber auch davon ausgehen, dass nicht alles Heranwachsenden der umfänglichen Arbeit mit Tablets im Unterricht uneingeschränkt positiv gegenüber stehen und es hier durchaus Unterschiede gibt. Die Verfasser betonen aber auch, dass …