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Landkreis Rotenburg: Kreis-Schulausschuss tagt und sieht sich auf einem guten Weg

Seit Mai 2020 begleiten wir den Landkreis Rotenburg und den insgesamt 15 Schulträgern im Rahmen der Medienentwicklungsplanung. Im Austausch mit den Schulträgern und deren Schulen haben wir eine umfangreiche Bestandsaufnahme durchgeführt und Bedarfe für die Zukunft erhoben. Nun geht es mit diesem Wissen in die konkrete Planung für die nächsten fünf Jahre und gemeinsam mit den Schulträgern, IT-Verantwortlichen und den Medienzentren im Landkreis wird darüber gesprochen, wie zukünftig eine stärkere Zusammenarbeit und Standardisierung die Umsetzung und Begleitung der IT-Infrastrukturen unterstützen können.

Ende September tagte nun der Kreis-Schulausschuss und hier wurde deutlich, dass der Landkreis trotz der Herausforderungen sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene schon gut aufgestellt ist. Weitere Informationen zur inhaltlichen und strategischen Arbeit des Ausschusses werden im im Artikel der Bremervörder Zeitung vom 29.09.20 zusammengefasst.

Wir freuen uns, dass wir den Landkreis auf diesem Weg begleiten können und mit unserer Arbeit die verschiedenen Aspekte der Digitalisierung an den Schulen betrachten.

Bildungsportal „MUNDO“ ist online

Die 16 Länder stellen ab sofort mit dem gemeinsamen Medienportal MUNDO frei verfügbare digitale Bildungsmedien für den Schulunterricht bereit. Das Portal wurde vom Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) konzipiert und aus den Mitteln des DigitalPakts Schule finanziert. MUNDO stellt allen Lehrenden und Lernenden qualitativ und lizenzrechtlich geprüfte Unterrichtsmedien verschiedener Quellen frei zugänglich zur Verfügung. Das Angebot soll kontinuierlich ausgebaut und um neue Lerninhalte ergänzt werden. Künftig soll die noch zu entwickelnde Austauschplattform SODIX im Hintergrund dafür sorgen, dass verschiedene Inhalteanbieter diese Bildungsmedien zur Verfügung stellen können und die Länder diese Inhalte in eigene Portale übernehmen können.

PEST-Analyse im Kontext der strategischen Schulentwicklung

Die PEST- bzw. auch STEP-Analyse genannte Ansatz dient zur Betrachtung von strategischen Entwicklungen basierend auf Trends, Technologien und externen Einflüssen. PEST steht für

  • Political – Politische Faktoren,
  • Economic – Wirtschaftliche Faktoren,
  • Socio-Cultural – Sozio-kulturelle Faktoren,
  • Technical – Technische Faktoren

und stammt aus der Umweltanalyse und ist damit primär der Volkswirtschaftslehre zuzuordnen. In der Literatur wird diese aber in der Betriebswirtschaftslehre, im Bereich der externen Unternehmens- bzw. Organisationsanalyse genutzt.

Die PEST-Analyse bietet sich vor allem für die Betrachtung und Bewertung von zukünftigen Entwicklungen an, um das Potenzial eines Marktes für z. B. ein Unternehmen, Organisationen und/oder Projekte zu identifizieren. Dabei wird auf eine umfangreiche Quantifizierung, wie sie z. B. die Total Cost of Ownership- und Nutzwertanalyse vorsieht, verzichtet. Hierdurch ist es möglich, schnell und ohne größere Vorbereitung Ergebnisse zu generieren und einen groben Fahrplan zu entwickeln. Im Bildungsbereich bietet sich das Vorgehen insbesondere für zukunftsträchtige Entwicklungen, wie z. B. Bring-Your-Own-Device (BYOD), Get-Your-Own-Device (GYOD mit z. B. elternfinanzierten Endgeräten für alle Schülerinnen und Schüler) und das digitale Klassenzimmer an.

Für die Betrachtung sollte zuerst der Fokus klar definiert werden, sodass anschließend die existierenden Trends der letzten drei bis fünf Jahre betrachtet und analysiert werden können. Anhand der Ergebnisse sind anschließend Potenziale, Herausforderungen, Probleme und Gefahren für alle vier Teilbereiche zu benennen, zu diskutieren und zu bewerten. In Abhängigkeit des identifizierten Mehrwerts kann nun entschieden werden, ob der Einsatz einer Technologie, eines Konzepts o. Ä. befürwortet wird oder nicht. Die Beschaffung und Einführung werden hierbei allerdings nicht betrachtet und sind in einer weiteren Analyse oder einem Projekt zu präzisieren.

Die PEST-Analyse wurde in der Vergangenheit mehrfach abgewandelt und erweitert. Dazu zählen unter anderem PESTEL/PESTLE (L = Legal bzw. Gesetzte und E = Environmental bzw. Umweltfaktoren), STEEPLE (E = Ethical bzw. Ethische Faktoren) und PESTLIED (I = international bzw. international Faktoren und D = Demographic bzw. demografische Faktoren). Insgesamt überschneiden und ähneln sich die Ansätze allerdings stark, sodass die Abgrenzung der Teilbereiche nicht immer eindeutig ist.

Insgesamt ist die PEST-Analyse ein guter Ansatz, der partizipativ gestaltet werden kann und ich freue mich darauf, diesen zu explorieren und Erfahrungswerte im Sinne eines Fachdiskurses zu teilen. PEST kann strategische Entscheidungen über den Einsatz von unklaren und ungenauen Entwicklungen bzw. Konzepten unterstützen. Sollten Sie sich also im Zuge Ihrer Strategieentwicklung (z. B. Medienentwicklungsplanung) mit diesen oder ähnlichen Thematiken beschäftigen, bieten sich ggf. Workshops zur Unterstützung dieser Entscheidungsfindung an.

Bremen: Erste Tablets nach wenigen Wochen eingetroffen

Im Juli hat der Bremer Senat die Großbeschaffung von Tablets für Lehrkräfte und Schülerinnen beschlossen. In der Pressemitteilung heißt es:

„In einer ersten Tranche investiert der Bremer Senat 16,7 Millionen Euro in einen mächtigen digitalen Schub für die öffentlichen Schulen des Landes Bremen. Darin enthalten: 7.680 iPads für alle Lehrkräfte, Referendarinnen und Referendare sowie insgesamt 30.000 iPads für Schülerinnen und Schüler, die in einem Haushalt mit schwierigen sozialen Herausforderungen leben. Hinzu kommen Mittel für Videokonferenz-Lösungen. Zudem werden die Senatorin für Kinder rund Bildung (SKB) und der Senator für Finanzen (SF) beauftragt, ein Konzept zu erstellen, um weitere Tranchen iPads für alle weiteren Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Schulen des Landes Bremen (zusätzlich rund 60.000 iPads/ 35 Mio. Euro) beschaffen zu können. Das hat der Bremer Senat heute (7. Juli 2020) beschlossen.“(zur Pressemitteilung).

Die einhergehenden Aufgaben wie eine zeitnahe Beschaffung, Inbetriebnahme, Integration in die bestehende Systemland, Qualifizierung sind enorm aufwendig und anspruchsvoll für alle Beteiligten. Die zeitliche Planung ist ambitioniert. Innerhalb weniger Wochen, während der schulischen Sommerferien, konnten die notwendigen Vorarbeiten geleistet werden. Die ersten Tablets sind bereits eingetroffen und werden seit gestern an Lehrkräfte ausgegeben. Der Weser-Kurier berichtet heute in einem Artikel und das Senatsressort hat eine ausführliche Meldung veröffentlicht.

Qualifizierungsmaßnahmen, Handreichungen, Videos usw. sollen die technische Einführung flankieren. Über die Handhabung und Ersteinrichtung hinausgehende Themen, wie der Einsatz im Unterricht und die konzeptionelle Einbettung werden eine steigende Bedeutung spielen.

Eine beeindruckende Umsetzungsgeschwindigkeit, die hohes Engagement aller Beteiligten beweist, und die sicherlich noch eine große Strahlkraft entfalten wird.

Bildungsmonitor 2020: „Quantensprung“ bei schulischer Nutzung digitaler Medien

Am 14. August wurde der 17. Bildungsmonitor veröffentlicht. Seit 2004 wird dieser jährlich von der wirtschaftsnahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Zusammenarbeit mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft herausgegeben. Der Bildungsmonitor verfolgt aus bildungsökonomischer Perspektive Entwicklungen in unterschiedlichen Feldern des Bildungssystems und formuliert bildungspolitische Empfehlungen. In diesem Jahr standen die Auswirkungen der Covid-19 bedingten Schließungen von Bildungseinrichtungen und deren Auswirkungen im Fokus. Zum einen geht es hierbei um die starke Intensivierung von Elternschaft, bedingt durch die Schließung von Kitas und Schulen. Eltern standen vor der immensen Herausforderung einer Vereinbarung von Beruf, Kinderbetreuung und Begleitung des Unterrichts. Zum anderen wurden die rapiden Veränderungen für Schulen analysiert, welche binnen kürzester Zeit den Unterricht aus der Ferne ermöglichen mussten. Die Nutzung digitaler Medien und Formate spielte hierfür eine Schlüsselrolle. Im Schwerpunktkapitel 3 beschäftigt sich daher der diesjährige Bildungsmonitor mit der Digitalisierung an Schulen und untersucht deren Wandel. Auch wenn vor der Corona-Krise regelmäßig digitale Medien im Unterricht eingesetzt wurden, fasst der Bericht die Entwicklungen der letzten Monate als „Quantensprung“ zusammen.

Dabei lassen die Ergebnisse des Bildungsmonitors keinen Zweifel daran, dass der digitale Wandel an den Schulen noch lange nicht abgeschlossen ist. Mit dem DigitalPakt ist ein erster wichtiger Schritt in Richtung Verbesserung der technischen Ausstattung an Schulen vollzogen. Auch wenn es sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, bis alle Lehrkräfte und Schüler*innen digitale Endge­räte, WLAN, Lernmanagement­systeme sowie internetbasierte Anwendungen für gemeinschaftliches Arbeiten zur Verfügung gestellt bekommen. Neben dem sukzessiven Ausbau der technischen Infrastruktur rücken aber zunehmend andere Aspekte in den Vordergrund. Viel wichtiger wird es für die Zukunft sein, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, wie digitale Formate im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden sollen, wie Lehrkräfte bei der Entwicklung von digitalen Lehr­ und Lernkonzepten zu unterstützt sind, wie Medienbildung in der Lehrkräftebildung systematisch und fächerübergreifend während des Studiums, im Vorbereitungsdienst und in Fort­ und Weiterbildungen verankert werden kann.

Mit Blick auf diese zukünftigen Herausforderungen fordern die Verfasser*innen des Bildungsmonitors dringend die Implementierung von Digitalisierungsstrategien an den Schulen. Diese sollten auf behördlicher Ebene übergreifend entwickelt, mit zeitlichem Vorlauf an die Schulen vermittelt und gemeinsam mit den Lehrkräften vor Ort auf die dortigen Voraussetzungen heruntergebrochen werden. Mit Verweis auf Befragungen des Deutschen Schulportals 2020 zeigt sich, dass die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses, wie bspw. digitale Formate im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden sollen, und die Bereitschaft von Lehrkräften, digitale Lernformate im Unterricht auch einzusetzen, von zentraler Bedeutung für den gelingenden und nachhaltigen digitalen Wandel von Schulen sind. Liegen solche Strategien und Konzepte zur digitalen Schulbildung erst einmal vor, können diese klar kommuniziert werden, damit Verunsicherungen bei Eltern, Kindern und Jugendlichen sowie beim Fachpersonal in Schulen verringern, sowie als Leitlinien für einen geplanten, gesteuerten und transparenten Entwicklungsprozess dienen.

Bremen investiert in die Digitalisierung der Bildung

Der Bremer Senat hat am 7. Juli 2020 nicht zuletzt vor den Auswirkungen der Corona Krise für das Bildungssystem umfangreiche Maßnahmen für die Digitalisierung der Schulen beschlossen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben die Senatorin für Kinder und Bildung und der Senator für Finanzen bekannt gegeben, dass alle 7.680 Lehrkräfte und Referendar*innen sowie alle 90.000 Schüler*innen ein iPad (geliehen) bekommen sollen. Damit soll der Zugriff auf das landesweite Lernmanagementsystem itslearning sichergestellt werden, dessen Nutzung für Lehrkräfte künftig im Rahmen einer neuen Dienstvereinbarung verpflichtend werden soll. Bremen ist damit das erste Bundesland, das flächendeckend alle Lehrenden und Lernenden mit einem digitalen Endgerät ausstattet. Begonnen werden soll neben dem Lehrpersonal mit rund 30.000 Schüler*innen, die in einem Haushalt mit schwierigen sozialen Herausforderungen leben. Insgesamt rund 52 Mio. Euro will das Bundesland Bremen dafür in die Hand nehmen. Darüber hinaus sollen auch Fortbildungen und der technische Support sichergestellt werden, wofür in einem ersten Schritt rund 27 neue Stellen geschaffen werden sollen.

Wie wird ein virtueller Workshop zu einem guten Erlebnis?

In dem Blogbeitrag „Videobotschaften aus dem Homeoffice“ berichteten wir bereits davon, dass wir die aufgrund von Corona abgesagten Workshops im Rahmen der Medienentwicklungsplanung nicht einfach in ein digitales Format übertragen wollten. Unsere Workshops sind davon geprägt, dass wir durch die Zusammenarbeit in Kleingruppen und den gemeinsamen Erfahrungsaustausch eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre schaffen.

Für viele Vertreter*innen der Schulen ist es eine ungewöhnliche Situation und auch wir haben unsere Arbeit bisher vorrangig persönlich und vor Ort ausgeübt. Es ist etwas anderes, wenn man sich in Person sieht und gemeinsam an etwas arbeitet, folglich bekommt die Zusammenarbeit im virtuellen Raum eine andere Bedeutung und erfordert auch eine neue Herangehensweise. Workshops müssen neu konzipiert und organisiert werden. Wir haben uns bei der Konzeption der digitalen Workshops daher die Frage gestellt: Wie können wir die virtuelle Kollaboration so gestalten, dass wir bei den Schulen das Engagement wecken, Bedarfe zu kommunizieren und das Vertrauen schaffen, sich offen über Erfahrungen auszutauschen?

Die Workshops zur Bedarfsermittlung dienen uns als Grundlage für den Medienentwicklungsplan. Mit den Schulen werden eine gemeinsame Linie für das Soll definiert und Unterschiede zwischen den Schulformen herausgearbeitet. Bei der Gestaltung des Workshopkonzepts hat es uns daher geholfen, dass wir uns noch einmal mit den folgenden vier Bereichen auseinandergesetzt haben. Wir haben unsere bisherigen Antworten zu den Fragen reflektiert, um zu überprüfen, was sich verändern kann und muss, wenn der analoge zu einem digitalen Austausch wird.

Das Ziel
Welche Ziele verfolgen wir mit dem Workshop? Welche Ergebnisse erwarten wir nach der Durchführung? Wie fügen sich die Ergebnisse in die Medienentwicklungspläne ein? Wie müssen die Ergebnisse aufbereitet werden?

Der Mensch
Wie können wir die Teilnehmer*innen in den Fokus des Workshops setzen? Wie können wir auch die Personen mitnehmen, die nicht gerne vor der Kamera sprechen? Welche Teilnehmer*innenzahl ermöglicht eine effektive Diskussion?

Das Konzept
Wie soll der Workshop ablaufen? Wie viel Zeit wird benötigt? Mit welchen Aufgaben erlangen wir welche Informationen?

Das Tool
Welche(s) Tool(s) brauchen wir, um das Ziel und die gewünschten Ergebnisse zu erreichen? Welche Tools können genutzt werden (z. B. in Bezug auf DSGVO)? Wie viel Erklärung bedarf die Nutzung des Tools? Welche Informationen zum Tool müssen vorab zur Verfügung gestellt werden?

Die Reflexion unserer bisherigen Arbeit und Ziele war der Ausgangspunkt für die Entwicklung eines zweistufigen Verfahrens. Im ersten Schritt haben die Schulen ihre Anforderungen in einem von uns entwickelten webbasierten Tool dokumentiert, andere kommentiert und bewertet. Über dieses Tool konnten wir noch mehr Teilnehmer*innen als vorher erreichen und so eine Bandbreite an Anforderungen verschiedener Anspruchsgruppen der Schulen erhalten. Im zweiten Schritt haben wir wiederum mit einer kleineren Gruppe von Vertreter*innen aller Schulformen mithilfe eines Videokonferenztools über die Ergebnisse diskutiert, Anforderungen gebündelt und schulformspezifische Unterschiede herausgearbeitet.

Nach der Durchführung von mittlerweile mehr als zehn digitalen Workshops innerhalb verschiedener Projekte haben auch wir einiges an Erfahrungen mitgenommen. Für den virtuellen Austausch können wir daher noch folgende Tipps mitgeben:

  • Ziele und erwartete Ergebnisse: Es ist wichtig, sowohl vorab als auch zu Beginn des Workshops klar zu kommunizieren, was das Ziel und die erwarteten Ergebnisse sind, damit alle Teilnehmer*innen in die gleiche Richtung laufen.
  • Moderation: Der/die Moderator*in führt die Diskussion und baut bei den eigenen Beiträgen Sprechpausen ein, um Raum für Anmerkungen und Fragen zu lassen. Bei unserem Videokonferenztool gibt es die Funktion als Teilnehmer*in über ein Symbol die Hand zu heben. So werden alle Wortmeldungen der Reihe nach gelistet und können durch den/die Moderator*in aufgerufen werden. Zudem ist es als Moderator*in sinnvoll, Beiträge zu einem Thema noch einmal zusammenzufassen und ggf. Verständnisfragen zu klären.
  • Zeit: Im besten Fall ist man zu zweit und kann sich die Aufgaben aufteilen, sodass eine Person als Zeitnehmer*in fungiert und frühzeitig kommuniziert, wenn die nächste Frage zur Diskussion gestellt werden muss.
  • Dauer: Auch die Entscheidung für die Dauer des virtuellen Workshops ist relevant. Anstelle eines Tagesworkshops sollten lieber kürzere und mehrere Einheiten mit entsprechenden Pausen geplant werden.
  • Technik: Ansonsten können wir auf jeden Fall empfehlen, genügend Zeit für einen Technikcheck zu organisieren und lieber mehr Hilfestellung zur Nutzung der Tools zu geben als zu wenig.

Insgesamt hat sich gezeigt, dass die Methoden, die wir in dem zweistufigen Verfahren zur Bedarfsermittlung anwenden, gut ineinandergreifen und relevante Ergebnisse hervorbringen. In den letzten Wochen konnten wir so über unser webbasiertes Tool allein für einen MEP mehr als 115 Anforderungen, 903 Kommentare und Bewertungen sammeln. Die Inhalte lieferten Lehrkräfte, Medienverantwortliche und -berater*innen bis hin zu Schulleitungen und Schulträgern. Und auch die digitalen Workshops, in denen wir Teilnehmer*innenzahlen von sechs bis zu 20 hatten, haben einen vielfältigen und konstruktiven Austausch entstehen lassen. Landrät*innen und Schulträger sprachen hier Begrüßungsworte und ließen danach Vertreter*innen aller Schulformen sowie sogar der Schüler*innen und Eltern miteinander diskutieren.

Und letztlich ist es auch okay, wenn mal etwas nicht auf Anhieb funktioniert. Hier gilt es mit genügend Flexibilität zu reagieren und aktiv mit allen zu kommunizieren und immer wieder abzuholen. An dieser Stelle möchten wir uns auch noch einmal bei allen Teilnehmer*innen für ihre Offenheit und ihr Engagement und für das positive Feedback, das an uns herangetragen worden ist, bedanken.

Videobotschaften aus dem Homeoffice

Bahnreisen nach Hessen, Mecklenburg-Vorpommern oder ins benachbarte Niedersachsen konnten wir in den vergangenen Wochen aufgrund der Pandemiebestimmungen nicht wie gewohnt antreten. Bereits geplante und terminierte Informationsveranstaltungen und Workshops im Rahmen der Medienentwicklungsplanung sollten aber zulasten der Haushaltsplanungen nicht auf ungewisse Zeit verschoben werden. Eine direkte Übertragung der Veranstaltungen in digitale Formate kam für uns ebenso wenig infrage. Wir haben die Konzepte daraufhin auf die derzeitigen Anforderungen zugeschnitten. Um über die nächsten Schritte, angepasste Verfahren und eingesetzten Tools zu informieren haben wir anlassbezogen kleine Videobotschaften im Homeoffice produziert und versendet. Daneben haben sich auch kleine Hilfestellungen mit Praxistipps als überaus hilfreich erwiesen, wie z.B. eine „Netiquette“ für Videokonferenzen und Webinare (siehe unten). Auf diese Weise gelang es uns, Schulträger und Lehrkräfte flexibel zwischen Homeschooling und Präsenzunterricht zu erreichen und auch Teilnehmende zu gewinnen, die bisher wenig mit digitalen Tools gearbeitet haben.

„Netiquette“ für Videokonferenzen und Webinare

Medienentwicklungsplanung aus dem Home Office … Warum eigentlich nicht?

als unser Team um die Medienentwicklungsplanung die Verlagerung der Arbeit ins Home Office und die Kita- und Schulschließung ereilte, mischte sich wiederstreitend mehr Sorge, Verantwortungsbewusstsein, Entschlossenheit, Dankbarkeit und auch Unsicherheit in unser Berufsleben als zuvor. Auch wir haben Kinder, leben in Wohngemeinschaften mit punktuell oder permanent überlasteter Netzanbindung, gehören selbst zu Risikogruppen oder kümmern uns.
Gleichzeitig waren wir uns einig, dass die Medienentwicklungspläne als ein wichtiger Baustein für die dringend notwendige Weiterentwicklung der IT an Schulen, unbedingt weitergeschrieben werden müssen. Hier können wir einen wichtigen Beitrag leisten. Aber nur in der gewohnten Qualität. Also wie kann das funktionieren?

Die typischen Phasen der Erstellung eines Medienentwicklungsplans bei der ifib consult (Initialisierung, Bestandsaufnahme, Bedarfsermittlung, Konzepterstellung und Berichtslegung, Gremienarbeit) haben wir kritisch geprüft und auf die neuen Erfordernisse angepasst. Auf den folgenden (Querschnitts-)Themen lag dabei ein Augenmerk: Befähigung des Teams (Ausstattung), interne Abstimmung und Motivation, externe Abstimmung und Austausch, Befragungen und Workshops mit Schulen und Schulträgern, Qualitätssicherung.

In den meisten der genannten Bereiche werden seit geräumiger Zeit digitale Anwendungen verwendet, die auch aus dem Home Office gut vor-/nachbereitet und eingesetzt werden können, beispielsweise unsere Befragung von Schulen. Diese Tatssache hat uns die schnelle Umstellung sehr erleichtert. Und bis auf vereinzelt fehlende Headsets, Monitore oder die notwendig gewordene Abstimmung über Bandbreitennutzung ist das Team gut ausgestattet. Denn bisher waren wir in der Bundesrepublik unterwegs und haben auch dort per mobilem Endgerät gearbeitet, mit verschlüsselter Verbindung auf unsere Dokumentenablage zugegriffen und intern eine Kommunikationsplattform genutzt. Die interne Abstimmung ist nun leicht anders charakterisiert. Kommunikationsstrukturen wurden angepasst z.B. Arbeitspläne mit höherem Detailgrad und Zuständigkeit erstellt, um kleinere Abstimmungsgespräche (üblicherweise stattfindend in der Kaffee/Teeküche….) zu vermeiden. Austausch über (koffeinhaltige) Heißgetränke und andere informelle Themen finden ihre Zeit und ihren Ort in einer dafür vorgesehenen wöchentlichen Videokonferenz.

Schneller Ideenreichtum war u.a. bei dem Workshopkonzept gefragt, denn die nächsten Workshops waren in wenigen Wochen vorgesehen und sollten trotz Schulschließung mit Blick auf die termingerechte Haushaltsplanung durchgeführten werden. Bisher war der direkte Austausch mit den Schulvertretungen über ihren Alltag und die sich daraus ergebenen Bedarfe an die IT-Ausstattung wichtigstes Element der Workshops. Eine einfache Übersetzung in den digitalen Raum kam für uns nicht in Frage. Erfordert eine andere Umgebung doch andere, adäquate Methoden, die durchdacht sein wollen und die Eigenschaften des Mediums bestmöglicht nutzen. Die ersten Workshops waren für die Teilnehmenden und für uns Neuland. Mit einem Methoden-Mix konnten wie aus den Präsenzworkshops sehr wertvolle Informationen für die Erstellung der Medienentwicklungspläne extrahiert werden. Gleichzeitig wird ein hochgradig transparenten Ansatz verfolgt, der sogar mehr Schulvertretungen und Lehrkräften als bisher die aktive Beteiligung ermöglicht. Wir danken allen Beteiligten für das Vertrauen und den Invest an Zeit in dieser besonderen und zumeist noch arbeitsreicheren Zeit.

Unsere Medienentwicklungsplanerinnen und -planer grüßen an dieser Stelle herzlich mit einer kleiner Momentaufnahme unserer letzten Besprechung im MEP-Team.

ifib consult: MEP-Team
Auch wenn wir inzwischen schon wieder vereinzelt im Büro und, unter Einhaltung der lokalen Bestimmung, bei „unseren“ Schulträgern vor Ort sind, findet der Hauptteil der Arbeit im heimischen Büro statt. Dabei können wir auf Wunsch alle Phasen der Erstellung eines Medienentwicklungsplans auch virtuell durchführen, in der gewohnten Qualität.

Regionale Medienentwicklungsplanung für den Landkreis Rotenburg

Einheitliche Bedingungen und Standards für alle Schulen bei der IT-Ausstattung, dessen Betrieb und Support, das ist das Ziel des Landkreises Rotenburg und aller Schulträger. Die ifib consult hat sich nach einer Bewerbungsphase zu Beginn des Jahres erfolgreich gegen Mitbewerber*innen durchgesetzt und kann nun den Landkreis Rotenburg bei der Erreichung dieses Ziels unterstützen. Nach der offiziellen Auftaktveranstaltung für alle beteiligten Schulträger am 18.05.2020 geht es nun los mit der Bestandsaufnahme der Schulen der Kommunen und zwei privaten Schulträgern. Die nächsten Monate wird uns und den Landkreis mit den kreisangehörigen Gemeinden dann die Frage begleiten, wie man sich für die nächsten fünf Jahre aufstellt und welche Möglichkeiten sich daraus für die Zukunft ergeben werden, damit die Schulen für die digitale Zukunft gerüstet sind.

Das Projektteam – bestehend aus Dr. Anja Zeising, Lea Telle, Marten Borchers und Mariele Müller – freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Rotenburg und die gemeinsame Entwicklung des regionalen Medienentwicklungsplans.

Weitere Informationen zu den Beteiligten und den Zielen seitens des Landkreises finden Sie in der offiziellen Pressemitteilung, die durch den Landkreis Rotenburg veröffentlicht wurde.