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Der Diepholzer Standard…

wurde als bedarfsorientierte, einheitliche und zeitgemäße Ausstattungslinie im Rahmen der Medienentwicklungsplanung für die öffentlichen Schulen des Landkreises Diepholz entwickelt. Der Standard umfasst die Bereiche Basisinfrastruktur, zentrale Dienste, Präsentationsmedien, Endgeräte sowie ein Organisations- und Supportkonzept. Besonders ist hierbei, dass sich an zwei zentralen Bausteinen des Prozesses, Bestandsaufnahme und Bedarfsermittlung, auch die anderen Schulträger des Landkreises beteiligt haben. Auf diese Weise lässt sich der Standard auch durch diese adaptieren und bedarfsweise skalieren. Die ifib consult hat den Prozess der Medienentwicklungsplanung seit Januar 2020 begleitet. Aufgrund der Pandemiebestimmungen mussten kurzfristig Präsenzformate wie beispielsweise die schulformspezifischen Workshops zur Bedarfsermittlung an die zukünftige IT-Ausstattung in Schule in den virtuellen Raum verlagert werden. Dank des großartigen Engagements aller Beteiligten konnte der Prozess dennoch im Zeitplan abgeschlossen und eine Strategie Ende Oktober vorgelegt werden. Am 18.11.2020 wurde der Medienentwicklungsplan in einem Hybridformat dem Schulausschuss in der Oberschule Bassum von Vertreterinnen der ifib consult vorgestellt.

Der WESER KURIER hat auch dazu berichtet: Hier geht es zum Artikel.

Screenshot aus der Schulausschussitzung im Hybridformat zur Vorstellung des Medienentwicklungsplans des Landkreises Diepholz.

Unterstützung virtueller Workshops durch interaktive Tools

Im Blogbeitrag „Wie wird ein virtueller Workshop zu einem guten Erlebnis?“ Ende Juni ist nachzulesen, wie die vom ifib organisierten Workshops mit Lehrkräften im Rahmen der Medienentwicklungsplanung angesichts der Corona-Situation erfolgreich den Weg in ein virtuelles Format genommen haben. Entscheidend war dabei die komplexen Interaktionsmöglichkeiten eines solchen Workshops auf einfache und leicht verständliche Hilfsmittel herunterzubrechen.

Recht früh kristallisierte sich die Idee einer zweistufigen Umsetzung heraus. Diese sollte einerseits durch die Erhebung von Anforderungen der Lehrkräfte mithilfe einer webbasierten Plattform stattfinden. Um andererseits den wichtigen gemeinsamen Austausch mit und unter den Lehrkräften nicht zu kurz kommen zu lassen, wurde die Erhebung von mehreren themenbezogenen Videokonferenzen begleitet. Sowohl die webbasierte Plattform als auch die virtuellen Gespräche wurden daher für den Diskurs der Themen ausgerichtet.

Für die Erhebung der Anforderungen rückte das im ifib programmierte „Stateboard“ in den Fokus, das sich bereits bei Projekten mit ähnlichen Beteiligungsverfahren bewähren konnte. Einige Anpassungen waren im Vorfeld jedoch notwendig. So wurden die Darstellung und die Benutzerführung durch klare Farben und übersichtliche Menüanordnungen für eine möglichst einfache Nutzung durch die Lehrkräfte optimiert. Neben dem Eintragen neuer Anforderungen bietet das Stateboard die Möglichkeit, Kommentare hinzuzufügen und Anforderungen hinsichtlich ihrer Bedeutung für die eigene Schule bzw. die Tätigkeit als Lehrkraft mit „wichtig“, „unentschieden“ oder „unwichtig“ zu bewerten. Dies bot zum einen den Lehrkräften zusätzliche Möglichkeiten zum virtuellen Austausch und zum anderen dem ifib differenzierte Erkenntnisse über die Bedarfe der Schulen.

Screenshot des Stateboards zur Anforderungserhebung im Rahmen der Workshops zur Medienentwicklungsplanung

Dieses zweistufige Workshopkonzept konnte in zwei Projekten zur Medienentwicklungsplanung erfolgreich umgesetzt werden. Unterstützt wurde die Arbeit mit dem Stateboard durch eigens gedrehte Einführungs- bzw. Lernvideos und bebilderte Anleitungen, die eine rege Beteiligung der Lehrkräfte förderten, was sich durch jeweils über 100 Anforderungen sowie über 1.000 Kommentare bzw. Bewertungen zeigt. Die zwischenzeitlich beigetragenen Anforderungen zu den Themenbereichen dienten als wichtiger Input für den Diskurs mit den Lehrkräften in den Videokonferenzen. Die aus den Gesprächen gewonnenen Erkenntnisse wurden im Anschluss wiederum im Stateboard ergänzt. Somit ergab sich aus der Nutzung einer interaktiven Beteiligung der Lehrkräfte auch ein für das Projekt wichtiger dokumentarischer Aspekt.

Wir freuen uns vor allem über die rege Beteiligung und die positive Rückmeldung der Lehrkräfte im Stateboard und in den Workshops.

Bremer Senat beschließt weiteres Millionenpaket

Der Bremer Senat hat am 3. November 2020 ein weiteres Investitionsprogramm zur Stärkung der IT-Infrastrukturen in der schulischen Bildung in Höhe von 35 Mio. € beschlossen und reagiert so auf die anhaltenden Auswirkungen der Corona Krise.

Der Aufrechterhaltung des Unterrichts, insbesondere unter den gegebenen Beschränkungen, wird hierbei ein hoher Stellenwert eingeräumt. So sollen beispielsweise Kohorten, die in Quarantäne gehen müssen, durch eine Mischung von Präsenz- und Distanzunterricht weiterhin unterrichtet und Zugang zur schulischen Bildung erhalten. Ziel der beschlossenen Senatsvorlage ist es „dass digitale Lern- und Lehrmittel unter dem Primat der Pädagogik verstärkt in den Schulen genutzt werden können und die Möglichkeiten digitaler Unterrichtstechnologien aktiv gestaltet und gewinnbringend in den Schulalltag integriert werden“ (vgl. Senatsvorlage Seite 1 und 2).

Bereits am 7. Juli 2020 beschloss der Senat, alle 7.680 Lehrer*innen und Referendar*innen mit Dienstgeräten auszustatten und forcierte zeitgleich die Ausstattung aller 90.000 Schüler*innen mit Leihgeräten (vgl. Pressemeldung des Senats und „Bremen investiert in die Digitalisierung der Bildung„). Hierfür wurden Investitionen in Höhe von 52 Mio. € vorgesehen. Der Rollout der Dienstgeräte wurde bereits Ende August abgeschlossen und auch die ersten Leihgeräte für Schüler*innen wurden bereits bereitgestellt (vgl. Pressemeldung des Senats). Zusätzlich wurde die Schaffung von Stellen im Bereich Fortbildungen und Support forciert, um den Betrieb und Einsatz der iPads im Unterricht zu ermöglichen und nachhaltig zu sichern.

Das nun beschlossen Investitionsprogramm sieht und präzisiert die Fach-, Qualifizierungs- und Supportkonzepte und adressiert damit die Nutzung der Endgeräte bzw. iPads, dessen Rollout dem Beschluss nach bis Ende des Jahres geplant ist (vgl. Senatsvorlage Seite 8). Zudem sollen auf verschiedenen Ebene des Landes Bremen, der Stadtgemeinde Bremen sowie der Stadtgemeinde Bremerhaven 41,65 Stellen in verschiedenen Bereichen geschaffen werden. Die Senatsvorlage sieht hier beispielsweise vor, über 20 Stellen für den Bereich IT-Support und 9 Stellen für Qualifizierung und Fortbildung zu schaffen (vgl. Senatsvorlage Seite 16).

 

 

Landkreis Rotenburg: Vorstellung von Ergebnissen des Medienentwicklungsplans im Schulausschuss

Seit Mai 2020 begleiten wir den Landkreis Rotenburg (Wümme) sowie die 13 öffentlichen und einen privaten Schulträger im Landkreis im Rahmen der Medienentwicklungsplanung. Innerhalb dieses Verbundprojektes, wurden neben der Bestandsaufnahme, den schulformspezifischen Workshops und der Ausstattungsplanung der nächsten fünf Jahre, auch eine Schulträgerumfrage und eine Klausurtagung mit allen Schulträgern, den Medienzentren sowie dem IT-Support durchgeführt. Ziel der ganztägigen Klausurtagung ist es gewesen, die Bedarfe, insbesondere in Bezug auf technische Unterstützungsangebote (IT-Support), vielfältig zu betrachten (z. B. Kommunikation, Tools und Kompetenzen) und zudem Potenziale der interkommunalen Zusammenarbeit zu identifizieren und analysieren. Die Umsetzung erfolgte aufgrund der geltenden Corona-Beschränkungen vollständig digital und dank der konstruktiven Mitwirkung und hoher Beteiligung aller Vertreter*innen auch erfolgreich.

Am 05.11 fand im Landkreis Rotenburg (Wümme) der Schulaussschuss statt, in dem Vertreter*innen der ifib consult GmbH Ergebnisse des Medienentwicklungsplans vorstellen durften. Hierbei wurden unter anderem die bildungspolitischen Vorgaben des Landes, das Projektvorgehen und insbesondere die Ausstattungsplanung und für den nachhaltigen Betrieb benötigte personelle Ressourcen präsentiert und diskutiert. Anhand dieser kann nun in Abhängigkeit der verfügbaren und ggf. zu akquirierenden Mittel die Umsetzung angegangen werden, für die die Planungen im Landkreis Rotenburg (Wümme) bereits laufen.

Wir freuen uns, dass mit dem Medienentwicklungsplan ein wichtiger Schritt zur digitalen Transformation von Schulen im Landkreis getätigt wurde. Zudem wurden durch die Betrachtungen von interkommunalen und organisatorischen Aspekten richtungsweisende Erkenntnisse gewonnen, die das ambitionierte Vorhaben nachhaltig stützen und die Umsetzung fördern werden, gewonnen.

Landkreis Rotenburg: Kreis-Schulausschuss tagt und sieht sich auf einem guten Weg

Seit Mai 2020 begleiten wir den Landkreis Rotenburg und den insgesamt 15 Schulträgern im Rahmen der Medienentwicklungsplanung. Im Austausch mit den Schulträgern und deren Schulen haben wir eine umfangreiche Bestandsaufnahme durchgeführt und Bedarfe für die Zukunft erhoben. Nun geht es mit diesem Wissen in die konkrete Planung für die nächsten fünf Jahre und gemeinsam mit den Schulträgern, IT-Verantwortlichen und den Medienzentren im Landkreis wird darüber gesprochen, wie zukünftig eine stärkere Zusammenarbeit und Standardisierung die Umsetzung und Begleitung der IT-Infrastrukturen unterstützen können.

Ende September tagte nun der Kreis-Schulausschuss und hier wurde deutlich, dass der Landkreis trotz der Herausforderungen sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene schon gut aufgestellt ist. Weitere Informationen zur inhaltlichen und strategischen Arbeit des Ausschusses werden im im Artikel der Bremervörder Zeitung vom 29.09.20 zusammengefasst.

Wir freuen uns, dass wir den Landkreis auf diesem Weg begleiten können und mit unserer Arbeit die verschiedenen Aspekte der Digitalisierung an den Schulen betrachten.

Bildungsportal „MUNDO“ ist online

Die 16 Länder stellen ab sofort mit dem gemeinsamen Medienportal MUNDO frei verfügbare digitale Bildungsmedien für den Schulunterricht bereit. Das Portal wurde vom Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) konzipiert und aus den Mitteln des DigitalPakts Schule finanziert. MUNDO stellt allen Lehrenden und Lernenden qualitativ und lizenzrechtlich geprüfte Unterrichtsmedien verschiedener Quellen frei zugänglich zur Verfügung. Das Angebot soll kontinuierlich ausgebaut und um neue Lerninhalte ergänzt werden. Künftig soll die noch zu entwickelnde Austauschplattform SODIX im Hintergrund dafür sorgen, dass verschiedene Inhalteanbieter diese Bildungsmedien zur Verfügung stellen können und die Länder diese Inhalte in eigene Portale übernehmen können.

PEST-Analyse im Kontext der strategischen Schulentwicklung

Die PEST- bzw. auch STEP-Analyse genannte Ansatz dient zur Betrachtung von strategischen Entwicklungen basierend auf Trends, Technologien und externen Einflüssen. PEST steht für

  • Political – Politische Faktoren,
  • Economic – Wirtschaftliche Faktoren,
  • Socio-Cultural – Sozio-kulturelle Faktoren,
  • Technical – Technische Faktoren

und stammt aus der Umweltanalyse und ist damit primär der Volkswirtschaftslehre zuzuordnen. In der Literatur wird diese aber in der Betriebswirtschaftslehre, im Bereich der externen Unternehmens- bzw. Organisationsanalyse genutzt.

Die PEST-Analyse bietet sich vor allem für die Betrachtung und Bewertung von zukünftigen Entwicklungen an, um das Potenzial eines Marktes für z. B. ein Unternehmen, Organisationen und/oder Projekte zu identifizieren. Dabei wird auf eine umfangreiche Quantifizierung, wie sie z. B. die Total Cost of Ownership- und Nutzwertanalyse vorsieht, verzichtet. Hierdurch ist es möglich, schnell und ohne größere Vorbereitung Ergebnisse zu generieren und einen groben Fahrplan zu entwickeln. Im Bildungsbereich bietet sich das Vorgehen insbesondere für zukunftsträchtige Entwicklungen, wie z. B. Bring-Your-Own-Device (BYOD), Get-Your-Own-Device (GYOD mit z. B. elternfinanzierten Endgeräten für alle Schülerinnen und Schüler) und das digitale Klassenzimmer an.

Für die Betrachtung sollte zuerst der Fokus klar definiert werden, sodass anschließend die existierenden Trends der letzten drei bis fünf Jahre betrachtet und analysiert werden können. Anhand der Ergebnisse sind anschließend Potenziale, Herausforderungen, Probleme und Gefahren für alle vier Teilbereiche zu benennen, zu diskutieren und zu bewerten. In Abhängigkeit des identifizierten Mehrwerts kann nun entschieden werden, ob der Einsatz einer Technologie, eines Konzepts o. Ä. befürwortet wird oder nicht. Die Beschaffung und Einführung werden hierbei allerdings nicht betrachtet und sind in einer weiteren Analyse oder einem Projekt zu präzisieren.

Die PEST-Analyse wurde in der Vergangenheit mehrfach abgewandelt und erweitert. Dazu zählen unter anderem PESTEL/PESTLE (L = Legal bzw. Gesetzte und E = Environmental bzw. Umweltfaktoren), STEEPLE (E = Ethical bzw. Ethische Faktoren) und PESTLIED (I = international bzw. international Faktoren und D = Demographic bzw. demografische Faktoren). Insgesamt überschneiden und ähneln sich die Ansätze allerdings stark, sodass die Abgrenzung der Teilbereiche nicht immer eindeutig ist.

Insgesamt ist die PEST-Analyse ein guter Ansatz, der partizipativ gestaltet werden kann und ich freue mich darauf, diesen zu explorieren und Erfahrungswerte im Sinne eines Fachdiskurses zu teilen. PEST kann strategische Entscheidungen über den Einsatz von unklaren und ungenauen Entwicklungen bzw. Konzepten unterstützen. Sollten Sie sich also im Zuge Ihrer Strategieentwicklung (z. B. Medienentwicklungsplanung) mit diesen oder ähnlichen Thematiken beschäftigen, bieten sich ggf. Workshops zur Unterstützung dieser Entscheidungsfindung an.

Bremen: Erste Tablets nach wenigen Wochen eingetroffen

Im Juli hat der Bremer Senat die Großbeschaffung von Tablets für Lehrkräfte und Schülerinnen beschlossen. In der Pressemitteilung heißt es:

„In einer ersten Tranche investiert der Bremer Senat 16,7 Millionen Euro in einen mächtigen digitalen Schub für die öffentlichen Schulen des Landes Bremen. Darin enthalten: 7.680 iPads für alle Lehrkräfte, Referendarinnen und Referendare sowie insgesamt 30.000 iPads für Schülerinnen und Schüler, die in einem Haushalt mit schwierigen sozialen Herausforderungen leben. Hinzu kommen Mittel für Videokonferenz-Lösungen. Zudem werden die Senatorin für Kinder rund Bildung (SKB) und der Senator für Finanzen (SF) beauftragt, ein Konzept zu erstellen, um weitere Tranchen iPads für alle weiteren Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Schulen des Landes Bremen (zusätzlich rund 60.000 iPads/ 35 Mio. Euro) beschaffen zu können. Das hat der Bremer Senat heute (7. Juli 2020) beschlossen.“(zur Pressemitteilung).

Die einhergehenden Aufgaben wie eine zeitnahe Beschaffung, Inbetriebnahme, Integration in die bestehende Systemland, Qualifizierung sind enorm aufwendig und anspruchsvoll für alle Beteiligten. Die zeitliche Planung ist ambitioniert. Innerhalb weniger Wochen, während der schulischen Sommerferien, konnten die notwendigen Vorarbeiten geleistet werden. Die ersten Tablets sind bereits eingetroffen und werden seit gestern an Lehrkräfte ausgegeben. Der Weser-Kurier berichtet heute in einem Artikel und das Senatsressort hat eine ausführliche Meldung veröffentlicht.

Qualifizierungsmaßnahmen, Handreichungen, Videos usw. sollen die technische Einführung flankieren. Über die Handhabung und Ersteinrichtung hinausgehende Themen, wie der Einsatz im Unterricht und die konzeptionelle Einbettung werden eine steigende Bedeutung spielen.

Eine beeindruckende Umsetzungsgeschwindigkeit, die hohes Engagement aller Beteiligten beweist, und die sicherlich noch eine große Strahlkraft entfalten wird.

Bildungsmonitor 2020: „Quantensprung“ bei schulischer Nutzung digitaler Medien

Am 14. August wurde der 17. Bildungsmonitor veröffentlicht. Seit 2004 wird dieser jährlich von der wirtschaftsnahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Zusammenarbeit mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft herausgegeben. Der Bildungsmonitor verfolgt aus bildungsökonomischer Perspektive Entwicklungen in unterschiedlichen Feldern des Bildungssystems und formuliert bildungspolitische Empfehlungen. In diesem Jahr standen die Auswirkungen der Covid-19 bedingten Schließungen von Bildungseinrichtungen und deren Auswirkungen im Fokus. Zum einen geht es hierbei um die starke Intensivierung von Elternschaft, bedingt durch die Schließung von Kitas und Schulen. Eltern standen vor der immensen Herausforderung einer Vereinbarung von Beruf, Kinderbetreuung und Begleitung des Unterrichts. Zum anderen wurden die rapiden Veränderungen für Schulen analysiert, welche binnen kürzester Zeit den Unterricht aus der Ferne ermöglichen mussten. Die Nutzung digitaler Medien und Formate spielte hierfür eine Schlüsselrolle. Im Schwerpunktkapitel 3 beschäftigt sich daher der diesjährige Bildungsmonitor mit der Digitalisierung an Schulen und untersucht deren Wandel. Auch wenn vor der Corona-Krise regelmäßig digitale Medien im Unterricht eingesetzt wurden, fasst der Bericht die Entwicklungen der letzten Monate als „Quantensprung“ zusammen.

Dabei lassen die Ergebnisse des Bildungsmonitors keinen Zweifel daran, dass der digitale Wandel an den Schulen noch lange nicht abgeschlossen ist. Mit dem DigitalPakt ist ein erster wichtiger Schritt in Richtung Verbesserung der technischen Ausstattung an Schulen vollzogen. Auch wenn es sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, bis alle Lehrkräfte und Schüler*innen digitale Endge­räte, WLAN, Lernmanagement­systeme sowie internetbasierte Anwendungen für gemeinschaftliches Arbeiten zur Verfügung gestellt bekommen. Neben dem sukzessiven Ausbau der technischen Infrastruktur rücken aber zunehmend andere Aspekte in den Vordergrund. Viel wichtiger wird es für die Zukunft sein, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, wie digitale Formate im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden sollen, wie Lehrkräfte bei der Entwicklung von digitalen Lehr­ und Lernkonzepten zu unterstützt sind, wie Medienbildung in der Lehrkräftebildung systematisch und fächerübergreifend während des Studiums, im Vorbereitungsdienst und in Fort­ und Weiterbildungen verankert werden kann.

Mit Blick auf diese zukünftigen Herausforderungen fordern die Verfasser*innen des Bildungsmonitors dringend die Implementierung von Digitalisierungsstrategien an den Schulen. Diese sollten auf behördlicher Ebene übergreifend entwickelt, mit zeitlichem Vorlauf an die Schulen vermittelt und gemeinsam mit den Lehrkräften vor Ort auf die dortigen Voraussetzungen heruntergebrochen werden. Mit Verweis auf Befragungen des Deutschen Schulportals 2020 zeigt sich, dass die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses, wie bspw. digitale Formate im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden sollen, und die Bereitschaft von Lehrkräften, digitale Lernformate im Unterricht auch einzusetzen, von zentraler Bedeutung für den gelingenden und nachhaltigen digitalen Wandel von Schulen sind. Liegen solche Strategien und Konzepte zur digitalen Schulbildung erst einmal vor, können diese klar kommuniziert werden, damit Verunsicherungen bei Eltern, Kindern und Jugendlichen sowie beim Fachpersonal in Schulen verringern, sowie als Leitlinien für einen geplanten, gesteuerten und transparenten Entwicklungsprozess dienen.

Bremen investiert in die Digitalisierung der Bildung

Der Bremer Senat hat am 7. Juli 2020 nicht zuletzt vor den Auswirkungen der Corona Krise für das Bildungssystem umfangreiche Maßnahmen für die Digitalisierung der Schulen beschlossen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben die Senatorin für Kinder und Bildung und der Senator für Finanzen bekannt gegeben, dass alle 7.680 Lehrkräfte und Referendar*innen sowie alle 90.000 Schüler*innen ein iPad (geliehen) bekommen sollen. Damit soll der Zugriff auf das landesweite Lernmanagementsystem itslearning sichergestellt werden, dessen Nutzung für Lehrkräfte künftig im Rahmen einer neuen Dienstvereinbarung verpflichtend werden soll. Bremen ist damit das erste Bundesland, das flächendeckend alle Lehrenden und Lernenden mit einem digitalen Endgerät ausstattet. Begonnen werden soll neben dem Lehrpersonal mit rund 30.000 Schüler*innen, die in einem Haushalt mit schwierigen sozialen Herausforderungen leben. Insgesamt rund 52 Mio. Euro will das Bundesland Bremen dafür in die Hand nehmen. Darüber hinaus sollen auch Fortbildungen und der technische Support sichergestellt werden, wofür in einem ersten Schritt rund 27 neue Stellen geschaffen werden sollen.